Eine gemischte Schenkung liegt vor, wenn ein Gegenstand zum Teil entgeltlich und zum Teil unentgeltlich erworben wird.

Es führt also ein Kauf unter dem Verkehrswert zur gemischten Schenkung.


Voraussetzungen für eine gemischte Schenkung

Gemischte Schenkung

Handelt es sich bei der Schenkung beispielsweise um ein Grundstück, liegt eine gemischte Schenkung unter folgenden Aspekten vor:

  • nebst der Schenkung erfolgt eine entgeltliche Teilgegenleistung für das Grundstück,
  • nebst des Erbvorbezugs erfolgt eine entgeltliche Teilgegenleistung für das Grundstück.

Die Teil-Entgeltlichkeit bedeutet entweder die Ablösung oder die Übernahme der Hypothek des Veräußerers oder die Zahlung des Restkaufpreises über die Schenkung beziehungsweise den Erbvorbezug in bar.

Voraussetzung für eine steuerbegünstigte gemischte Schenkung

Damit die Variante "steuerbegünstigte gemischte Schenkung“ gewählt werden kann, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Einerseits darf das Eigenheim mit mindestens 25 Prozent seines Verkehrswertes nicht mit Hypotheken belastet sein. Andererseit ist es erforderlich, dass der Veräußerer den Erbvorbezug bis zu seinem Ableben entbehren kann.

Vor- und Nachteile für eine steuerbegünstigte gemischte Schenkung

VorteileNachteile
Erwerber wird EigentümerÜbertragung ohne Wertbestimmung (Unsicherheit, Herabsetzungsrisiko)
Erbvorbezug bewirkt Tragbarkeitsvorteil für den ErwerberSchuldübernahme aus Hypotheken und latente Steuern

Schenkungssteuer für gemischte Schenkung

Bei einer gemischten Schenkung wird die Bereicherung für den Beschenkten ermittelt. Dafür wird von dem Steuerwert der Leistung des Schenkers die Gegenleistungen des Beschenkten und die von ihm übernommenen Leistungs-, Nutzungs- und Duldungsauflagen abgezogen.

  • Für die Schenkungsteuer ist immer der Erwerber, also der Beschenkte, der Steuerschuldner.

Übernimmt der Schenker freiwillig die Entrichtung der vom Beschenkten geschuldeten Steuer, gibt es eine besondere Regelung. Diese Regelung besagt, dass die vom Schenker übernommene Steuer dem Erwerb hinzuzurechnen ist, da sich der Beschenkte damit zusätzlich bereichert. Für die Erstellung der Erklärung für die Schenkungssteuer fallen Steuerberatungskosten an. Diese Steuerberatungskosten kann der Erwerber zur Ermittlung des steuerpflichtigen Erwerbs abziehen.


Einzelnachweise und Quellen

Haar, Horst: Grundstücke vererben und verschenken: Steuer- und Bewertungsrecht »
Von Waldenfels, Philipp: Der Gleichheitssatz im Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht: dargestellt am Beispiel der gemischten Schenkung »
Schmid, Angelika: Schenkungssteuer - Schenkung steuerfrei zu Lebzeiten - Freibetrag optimal nutzen (inkl. Schenkungsvertrag) »
Mayer, Günter: Soll ich mein Haus übertragen?: Vor- und Nachteile kennen; Überlegt handeln »
Steueränderungen 2017: Umfassende Analyse der steuerlichen Änderungen 2016/2017 »