Gehaltsnachweis

Über Geld spricht man hierzulande eigentlich nicht gern. Und dank dem Datenschutz erfahren in aller Regel auch nur Sozialversicherung und Finanzamt, was man verdient.

Mitunter ist es dennoch nötig, Dritten mehr Einblick in die Finanzen zu gewähren. Ein klassisches Beispiel ist der Kreditantrag. Ohne Gehaltsnachweis hat man hier schlechte Karten. Aber auch Vermieter werden neugieriger.

Welche Angaben tauchen im Gehaltsnachweis auf? Worauf ist insbesondere bei den Angaben zu achten?

Gehaltsnachweis vs. Entgeltbescheinigung

Heute ist in immer mehr Bereichen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Verbrauchern oder Haushalten von Interesse.

Schon lange ist der Gehaltsnachweis nicht mehr nur den Finanzierungsgeschäften vorbehalten. Gerade Vermieter treten seit Jahren zunehmend selbstbewusster auf – und wollen die wirtschaftlichen Verhältnisse potenzieller Mieter prüfen.

Nachweise hinsichtlich des Einkommens und der Ausgaben sind Eckpfeiler dieser Betrachtung. Als Gehaltsnachweis dienen heute verschiedene Dokumente. Mitunter reicht die Vorlage der letzten Entgeltbescheinigung.

Zusammen mit dem Arbeitsvertrag belegt diese, dass Einkünfte vorhanden sind. Ein echter Gehaltsnachweis sieht aber anders aus. Im Sprachgebrauch hat sich für diesen auch der Begriff Verdienstbescheinigung eingebürgert. Warum ist deren Stellenwert höher?

Gehaltsnachweis – Sicherheit dank Unterschrift vom Arbeitgeber

Entgeltbescheinigungen sind nach GewO (Gewerbeordnung) und Sozialgesetzbuch zwar vorgeschrieben, in aller Regel werden sie aber maschinell angefertigt und haben also nur bedingt Beweiskraft. Der vom Arbeitgeber gegengezeichnete Gehaltsnachweis ist hier verlässlicher. Wie sieht dieser im Detail aus?

Gehaltsnachweise in Form einer Verdienstbescheinigung werden im Regelfall durch den Arbeitgeber ausgefüllt und enthalten folgende Angaben:

  • zur Person des Beschäftigten (Wohnort, Beruf usw.)
  • über die Beschäftigungszeit
  • das erzielte Bruttoeinkommen
  • über zusätzliche Bezüge (Weihnachts- und Urlaubsgeld)
  • zu Sonderzulagen und Zuschüssen
  • über Zeiträume ohne Entgeltbezug
  • zu den Abzügen aus Sozialversicherung und Steuer.

Zusätzlich kann ein Entgeltnachweis Angaben zu geplanten Lohnerhöhungen oder Kürzungen enthalten. Insgesamt legt die Verdienstbescheinigung umfassende Angaben zum Beschäftigten offen und ermöglicht die Abschätzung des Nettoeinkommens. Trotzdem lassen sich die wirtschaftlichen Verhältnisse daraus nur teilweise ablesen.

Abzüge, die aufgrund bestehender Zahlungsverpflichtungen entstehen, oder Unterhaltsleistungen tauchen in den Angaben auf dem Gehaltsnachweis nicht auf. Einen Vorteil hat er aber dennoch – es handelt sich um einen aktuellen Nachweis hinsichtlich der erzielten Einkünfte.

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