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Arbeitgeber geben in einer Gehaltsverhandlung nur ungern grünes Licht für ein höheres Netto-Gehalt. Durch Steuern und Abgaben für die Sozialversicherungen erhöhen sich ihre eigene Kosten um bis zu 40 Prozent.

Eine passende Alternative für den Arbeitnehmer ist es, seinen Chef um die Erstattung von Umzugskosten zu bitten. Solange der Wohnungswechsel dienstlich begründet ist, dürfte der Arbeitgeber häufig zustimmen.

Warum gewähren Arbeitgeber eine Erstattung von Umzugskosten?

Solange der Umzug dienstlich begründet ist, kommen keine zusätzliche Ausgaben wie Steuern oder Abgaben auf Arbeitgeber oder Arbeitnehmer zu. Dies ist ein gutes Argument in der Gehaltsverhandlung.

Denn eine entsprechende Begründung lässt sich sehr leicht finden:

  • Eine Neueinstellung liegt vor
  • Der Arbeitnehmer wird versetzt
  • Der Arbeitnehmer soll in eine dienstliche Wohnung umziehen
  • Der Umzug dient dazu, die Anfahrt zur Arbeit spürbar zu vermeiden: Diesbezüglich sind auch Umzüge innerhalb einer Großstadt erlaubt

Welche Umzugskosten darf der Arbeitgeber erstatten?

Grundsätzlich darf der Arbeitgeber alle Umzugskosten erstatten. Da diese Floskel jedoch häufig überdehnt wurde, hier eine Liste der wichtigsten Punkte, die erstattungsfähig sind und die man entsprechend in der Gehaltsverhandlung anführen kann:

  • Transportkosten von Menschen und Hausrat
  • Weitere Reisekosten (z.B. Hotelzimmer), die dem Arbeitnehmer und seiner häuslichen Gemeinschaft (Familie) durch den Umzug entstehen
  • Kostenerstattungen für die Wohnungssuche
  • Mietentschädigung, wenn zeitweilig alte und neue Miete gleichzeitig gezahlt werden müssen
  • Maklergebühren oder Kosten für Wohnungsgenossenschaften, wenn diese die neue Wohnung vermittelt haben
  • 75 Prozent der Kosten für die Anschaffung unverzichtbarer neuer Einrichtungsgegenstände wie z.B. Kochherde oder Heizgeräte
  • Sollten durch den Umzug zusätzliche Unterrichtskosten für die Kinder anfallen, kann der Arbeitgeber diese bis zu einer Grenze von 1349 Euro übernehmen

Kein Arbeitgeber wird tatsächlich die gesammelten Umzugskosten übernehmen. Vor einer Gehaltsverhandlung sollte man sich deshalb eine geeignete Verhandlungsstrategie überlegen, welche Kosten man gerne abtreten würde.

Alternative für die detailgetreue Übernahme der Umzugskosten

Der Arbeitgeber wird allerdings in der Gehaltsverhandlung darauf aufmerksam machen, dass er eine detailgetreue Dokumentation der tatsächlichen Umzugskosten benötigt (Belege, etc.).

Als Alternative bieten sich in der Gehaltsverhandlung die Pauschbeträge an: 561 Euro für Ledige sowie 1121 Euro für Paare.

Der Betrag erhöht sich um 247 Euro für jede weitere Person, die zum Haushalt gehört.

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