Die Bezeichnung Zählkinder stammt aus dem Bereich der staatlichen Leistungen, genauer gesagt findet man ihn beim Kindergeld. Unter einem Zählkind versteht man ein leibliches Kind (aus einer ehemaligen Beziehung), für welches man allerdings das Kindergeld nicht selbst erhält, sondern der ehemalige Partner.

Beantragt man für Kinder aus der aktuellen Beziehung, so werden die ebenfalls leiblichen Kinder berücksichtigt und mitgezählt, weshalb sich der Begriff Zählinder eingebürgert hat.

Zählkinder im Antrag auf Kindergeld

Stellt der Elternteil, der ohne das erste Kind in einer neuen Beziehung lebt und dort zwei weitere Kinder hat, einen Antrag auf Kindergeld, wäre er rein rechnerisch im Nachteil gegenüber dem Elternteil, der das Kind erzieht. Daher hat der Gesetzgeber durch die Methode der Zählkinder einen Ausgleich geschaffen. Ein Beispiel zeigt, wie sich ein Zählkind bei einem Antrag auf Kindergeld auswirkt (Beträge: Stand 2019):

Klassische BerechnungBerechnung Zählkinder
  1. Kind = 204 Euro
  1. Kind = 204 Euro (fällt weg)
  1. Kind = 204 Euro
  1. Kind = 204 Euro
  1. Kind = 210 Euro
Kindergeld = 408 EuroKindergeld = 414 Euro

Durch den sogenannten Zählkindervorteil ergibt sich für den Elternteil, der das Kindergeld für das beim anderen Elternteil lebende Kind nicht erhält, eine leichte Erhöhung des Kindergeldes für seine bei ihm lebenden Kinder.

Lassen sich Zählkinder rückwirkend berücksichtigen?

Bezüglich einer rückwirkenden Berücksichtigung der Zählkinder gibt es unterschiedliche Auffassungen. Kindergeld kann man bis zu sechs Monate Rückwirkend beantragen. Die rückwirkende Beachtung von Zählkindern scheint im Ermessen der Familienkassen zu liegen. Meist ist von ablehnenden Bescheiden zu lesen, in denen sich trotz vorhandener und angegebener Zählkinder die Höhe des Kindergeldes für jüngere Kinder nicht verändert hat.

  • Auf jeden Fall ist es ratsam, bei der zuständigen Familienkasse nachzufragen, ob der Zählkindvorteil auch rückwirkend geltend gemacht werden kann.

Zählkinder in einer Patchworkfamilie

Wenn man annimmt, dass zwei Personen ein gemeinsames Kind haben, aber in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft zusammenleben und in diesem Haushalt noch weitere, ältere Kinder aus einer anderen früheren Beziehung eines Elternteils leben, dann ergibt sich daraus eine spezielle Situation.

Aufgrund der nichtehelichen Verbindung haben diese Kinder des nichtehelichen Partners bei einem Antrag des anderen Lebensgefährten keinen Status als Zählkinder. Dem Elternteil wird trotz des gemeinsamen Kindes kein erhöhter Kindergeldbetrag für das dritte oder vierte Kind gewährt.

Was ist der Zählkindervorteil?

Der Vorteil bei der Berechnungsmethode der Zählkinder besteht hauptsächlich darin, dass die höhere Zahl an Kindern dem Antragsteller ein etwas höheres Kindergeld beschert. Indem ein älteres Kind, für das man kein Kindergeld erhält, berücksichtigt wird, erhöht sich normalerweise der Kindergeldanspruch für ein jüngeres Kind.

Es ist festgelegt, dass die Kinder in der Reihenfolge ihres Lebensalters gezählt werden müssen. Der durch Zählkinder entstehende Vorteil greift daher lediglich, wenn eine entsprechende Zahl von Kindern vorhanden ist. Allerdings ist er auf höchstens vier Kinder anwendbar und damit "gedeckelt".


Quellen

Lange, Klaus: KiGe 365 Pflegekinder und minderjährige Kinder 2014 »


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