Bis zur Reform der Unternehmenssteuern im Jahre 2008 konnten diese mithilfe einer Rechengröße namens Ansparabschreibung außerhalb der Bilanz ihren Gewinn mindern. Das funktionierte, indem das Unternehmen finanzielle Mittel für eine zukünftig geplante Anschaffung von Wirtschaftsgütern bildete.

Heute wird dieser Vorgang mit dem Begriff Investitionsabzugsbetrag bezeichnet. Rechtsgrundlage ist § 7 Einkommenssteuergesetz (EStG).

Voraussetzungen für eine Ansparabschreibung

Will ein Unternehmen mit einem Betriebsvermögen von weniger als 235.000 € zukünftig ein Wirtschaftsgut anschaffen, dann hat es die Möglichkeit, einen Betrag in Höhe von maximal 40 % des vermutlichen Anschaffungswertes "anzusparen". Um die Ansparabschreibung nutzen zu können, muss der Unternehmer:

  • gegenüber dem Finanzamt bei der Feststellung seines Gewinns angeben, dass er die Absicht verfolgt, ein bestimmtes Wirtschaftsgut zu erwerben
  • den für die Anschaffung notwendigen Betrag nicht auf irgendein Konto zahlen
  • die Ansparabschreibung in der sogenannten Anspar-AfA (Absetzung für Abnutzung) auflisten
  • das später anzuschaffende Wirtschaftsgut in der zu erstellenden Einnahme-Überschussrechnung (in einer besonderen Anlage) aufführen und zwar möglichst genau

Das bedeutet, dass eine Ansparabschreibung ein rein rechnerischer Vorgang ist, der in der Einnahme-Überschussrechnung als einfache Zeile auftaucht. Es handelt sich also um einen fiktiven Wert, der lediglich in der Buchführung seinen Platz finden muss.

Die alleinige Ankündigung mindert den Gewinn des Unternehmers.

Eine solche Abschreibung ist immer nur für ein einzelnes Wirtschaftsgut möglich. Allerdings darf der Unternehmer mehrere solcher Ansparabschreibungen vornehmen, deren Gesamtwert den Höchstbetrag von 200.000 € (Stand 2019) aber nicht überschreiten darf.

Ansparabschreibung für Existenzgründer

Personen, die ein Unternehmen neu gründen, haben ebenfalls die Möglichkeit, die Ansparabschreibung zu nutzen. Für sie gelten besondere Vorschriften.

Beispielsweise liegt der Maximalbetrag für mehrere solcher Abschreibungen für Existenzgründer bei 307.000 €, also fast doppelt so hoch, wie bei Unternehmern, die schon länger tätig sind.

Als Existenzgründer gilt man laut Gesetzgeber in den ersten fünf Jahren seiner unternehmerischen Tätigkeit. Auch für die Auflösung einer Ansparabschreibung unterliegen Gründer besonderen Vorgaben, vor allem, wenn die Abschreibung aufgelöst wird, ohne dass das Wirtschaftsgut angeschafft wurde.

Die Dauer einer Ansparabschreibung

Eine solche Abschreibung darf für Wirtschaftsgüter vorgenommen werden, die der Unternehmer voraussichtlich in den folgenden drei Wirtschaftsjahren anschaffen wird. Die Dauer für ein einzelnes Wirtschaftsgut ist auf ein Wirtschaftsjahr beschränkt, es kann also nicht in zwei hintereinander liegenden Jahren angegeben werden.

Ansparabschreibung auflösen

Eine gebildete Ansparabschreibung muss irgendwann auch wieder aufgelöst werden. Dieser Vorgang muss sich dann gewinnerhöhend für das Unternehmen auswirken, meist durch die Veräußerung des Wirtschaftsgutes. Warum sich die Ansparabschreibung bzw. der Investitionsabzugsbetrag insgesamt positiv auswirkt, kann ein Beispiel verdeutlichen.

Ein Existenzgründer möchte im zweiten Jahr seiner unternehmerischen Tätigkeit einen neuen Computer für sein Büro erwerben. Er nutzt die Ansparabschreibung, indem er eine Rücklage in Höhe von 1.200 € (40% der Anschaffungskosten von 3.000 €) bildet und sie im Rahmen der Gewinnermittlung in seiner Buchführung gewinnmindernd vermerkt. Der Computer wird planmäßig für 3.000 € angeschafft und die gebildete Rücklage in Höhe von 1.200 € gewinnerhöhend aufgelöst. Neben der eigentlichen Abschreibung für den Computer nimmt der Unternehmer zudem eine Sonderabschreibung in Höhe von 20 % der Anschaffungskosten vor.

  • Durch die Sonderabschreibung im Jahr der Anschaffung kann er die gewinnerhöhende Auflösung kompensieren und einen sogenannten Steuerstundungseffekt für sich nutzen.

Quellen

Einkommenssteuergesetz (EStG) § 7 »
Wagner, Markus: Der Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG bei Einzelunternehmen »


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