Der sogenannte Arbeitnehmer Pauschbetrag wird berücksichtigt, wenn ein Arbeitnehmer in seiner Steuererklärung keine Werbungskosten geltend macht oder wenn die nachweisbaren Werbungskosten nicht die Höhe des festgesetzten Pauschbetrages erreichen.

Ist es dem Steuerpflichtigen hingegen möglich, Werbungskosten nachzuweisen, deren Gesamtsumme über der vom Arbeitnehmer Pauschbetrag liegen, dann berücksichtigt das Finanzamt immer den höhere Betrag.

Der Arbeitnehmer Pauschbetrag ist ein sogenannter Jahresbetrag. Das bedeutet, dass ihn das Finanzamt auch dann nicht kürzt, wenn das Arbeitsverhältnis kein volles Jahr bestand. Er wird Steuerpflichtigen auf Einnahmen aus nicht selbstständiger Arbeit gewährt.

Die rechtliche Grundlage für diesen Pauschbetrag bildet der § 9a Einkommenssteuergesetz (EStG).

Wo wird der Arbeitnehmer Pauschbetrag eingetragen?

Wer eine Einkommenssteuererklärung abgeben muss, der kann den Arbeitnehmer Pauschbetrag in der Anlage N eintragen. Sie werden auf der zweiten Seite der Anlage als Werbungskosten notiert. Falls der Steuerpflichtige über das Jahr arbeitsbedingte Aufwendungen hatte, etwa durch:

  • Fahrtkosten zu Bewerbungsgesprächen
  • Anschaffung von Fachzeitschriften
  • Teilnahme an Weiterbildungen
  • Kauf eines Computers
  • Erwerb eines Schreibtisches für das Home-Office
  • Meist glauben die Steuerpflichtigen nicht, dass sie die Höhe des Pauschalbetrages innerhalb eines Jahres überhaupt erreichen. Trotzdem sollte man sämtliche Belege sammeln und am Jahresende addieren. Meist ergibt sich aus den vielen kleinen Beträgen eine relativ hohe Summe.

Arbeitnehmer Pauschbetrag - Höhe 2018, 2017, 2016

Die Höhe des Arbeitnehmer Pauschalbetrages ist seit dem Jahr 2011 unverändert und lag in den Jahren 2016, 2017 und 2018 bei jeweils 1.000 Euro. Lediglich in den Jahren 2002 und 2003 lag der Pauschbetrag mit 1.044 Euro höher als heute. Von 2004 bis 2010 lag der Pauschbetrag bei 920 Euro pro Jahr.

Arbeitnehmer Pauschbetrag und Elterngeld

Eigentlich ist das Elterngeld ja steuerfrei, allerdings nicht ganz. Denn der Pauschbetrag wird bei bestimmten Voraussetzungen vom Elterngeld abgezogen. Dies gilt bei Arbeitnehmern, die tatsächliche Werbungskosten bei ihrem Arbeitslohn geltend machen, die über dem Pauschbetrag von 1.000 Euro liegen. Das ist auch der Fall bei Selbstständigen, die im Rahmen ihrer Einkünfte Betriebsausgaben von mehr als 1.000 Euro geltend machen.

Was ist beim Arbeitnehmer Pauschbetrag zu beachten?

Vor allem Ehepaare, bei denen beide Partner berufstätig sind, können vom Pauschbetrag profitieren, denn jeder der Partner kann ihn für sich in Anspruch nehmen. Wer einen sogenannten Minijob (geringfügige Beschäftigung) hat, welcher einer pauschalen Versteuerung unterliegt, der darf den Arbeitnehmer Pauschbetrag nicht in Anspruch nehmen. Es können also keine Werbungskosten geltend gemacht werden. Bei allen, die im Verlauf eines Jahres beispielsweise Lohnersatzleistungen oder Arbeitslosengeld erhalten, für die der sogenannte Proggressionsvorbehalt gilt, wird der Arbeitnehmer Pauschbetrag im Zuge der Festsetzung des Steuersatzes abgezogen.


Quellen

Einkommenssteuergesetz (EStG) § 9a »
Benzol, Wolfgang / Rott, Dirk: Steuerratgeber für Arbeitnehmer - Ausgabe 2019: Für Ihre Steuererklärung 2018 »


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