Unter einer Betriebsrente versteht man eine staatlich geförderte Altersvorsorge, mit der ein Arbeitnehmer seine gesetzliche Rente erhöhen kann. Diese Form der Altersvorsorge wurde im Jahre 2002 durch die damalige Bundesregierung beschlossen.

Seither haben alle Pflichtmitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung ein Anrecht darauf, auf Teile ihres Einkommens zu verzichten und sie mithilfe der sogenannten Entgeltumwandlung in eine betriebliche Rente zu verwandeln. Es gibt auch Arbeitgeber, die die Beiträge zur Betriebsrente ganz übernehmen. Rechtsgrundlage ist das Betriebsrentengesetz (BetrAVG).

Wer hat Anspruch auf Betriebsrente?

Um für das Alter vorzusorgen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Hintergrund hierfür ist die Tatsache, dass die klassische Rente in vielen Fällen oft nicht mehr ausreicht, um die Bedürfnisse im Alter umfassend abzudecken. Daher raten Experten dazu, finanziell auf verschiedenen Wegen vorzusorgen.

Hier gibt es drei unterschiedliche Säulen, auf der die Altersvorsorge ruhen kann:

  • gesetzliche Rentenversicherung
  • die Betriebsrente, die auch als betriebliche Altersvorsorge (bAV) bezeichnet wird
  • die private Altersvorsorge

Prinzipiell hat jeder Arbeitnehmer ein Anrecht auf die Betriebsrente. Hier gibt es allerdings eine Ausnahme, denn es haben nur Arbeitnehmer einen Anspruch auf die Rente, bei denen dies nicht durch den Tarifvorrang verhindert wird.

Dieser Vorrang besagt, dass Arbeitnehmer, die einen Arbeitsvertrag haben, der im Rahmen eines Tarifvertrages geschlossen wurde, eine Entgeltumwandlung nur nutzen dürfen, wenn es im Tarifvertrag entsprechende Regelungen gibt. In viele Tarifverträge wurden entsprechende Regeln bezüglich einer betrieblichen Altersversorgung eingearbeitet.

  • Leider besitzen nur etwa 60 Prozent der Arbeitnehmer eine betriebliche Altersvorsorge (Stand 2018). Vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen sind die umfangreichen Regularien zu kompliziert. Dabei kann der Arbeitgeber entscheiden, wie das Prozedere ist und mit welchen Anlageprodukten er arbeitet.

Betriebsrente beantragen

Damit man eine Betriebsrente beantragen kann, benötigt man den endgültigen Bescheid der Deutschen Rentenversicherung über die Rente. Anschließend sind folgende Schritte notwendig:

  • Abgabe des Rentenbescheids im Personalbüro des Unternehmens
  • Weiterleitung des Antrags und weiterer Unterlagen durch den Arbeitgeber (Anlage Rentenantrag, Abmeldung Pflichtversicherung)

Der Antrag wird dann an den jeweiligen externen Finanzierer geschickt und von diesem bearbeitet. Als solche Finanzierer kommen Unterstützungskassen, Pensionsfonds und -kassen oder auch Direktversicherungen in Betracht.

Betriebsrente versteuern

Die betriebliche Altersvorsorge wird vom deutschen Staat durch die Möglichkeit der Entgeltumwandlung gefördert. Zudem bleiben Beiträge zu dieser Direktversicherung steuer- und sozialabgabenfrei, wenn sie bestimmte Grenzen nicht überschreiten.

Leider muss die später ausgezahlte Betriebsrente versteuert werden, weil für sie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung erhoben werden. Ein einfaches Rechenbeispiel kann die Situation aufzeigen.

  • Im Augenblick (Stand 2018) zahlen Betriebsrentner etwa 16,6 Prozent für die Gesundheit, weil sie nicht nur den Arbeitnehmeranteil leisten müssen, sondern auch den Arbeitgeberanteil. Das sind immerhin sieben bzw. 7,9 Prozent. Hinzu kommen noch die Beiträge zur Pflegeversicherung in Höhe von wenigstens 1,7 Prozent. Wer also gesetzlich krankenversichert ist, müsste für eine Betriebsrente aufgrund der geltenden Regelungen herbe Einbußen hinnehmen. Dadurch ist diese Form der Altersvorsorge für viele weniger interessant.

Die Erleichterung wird also eher in Form einer Verschiebung der Steuern und Abgaben durchgeführt. Es handelt sich also nicht wirklich um eine "reale" Reduzierung der Steuerlast.

Die Doppelverbeitragung bei der Betriebsrente

Im Bereich der Betriebsrente ist es ein großes Problem, dass es eine sogenannte Doppelverbeitragung gibt.

Ursache ist, dass Krankenkassenbeiträge für die betriebliche Altersversorgung bis heute zweimal zu zahlen sind. Neben den anzusparenden Entgeltbestandteilen unterliegen nämlich auch die ausgezahlten Betriebsrenten der Sozialversicherungspflicht.

Eine Ausnahme sind hier Renten aus betrieblichen Riester-Verträgen. Für sie werden seit 2018 keine Sozialversicherungsbeiträge mehr erhoben.

Für wen lohnt sich die Betriebsrente?

Aufgrund der Tatsache, dass der Arbeitgeber ab spätestens 2022 dazu verpflichtet ist, mindestens 15 Prozent zur Betriebsrente beizusteuern, ist es sinnvoll, bereits jetzt bei entsprechenden Verhandlungen mit dem Arbeitgeber auf die neue Regelung hinzuweisen und mindestens 15 Prozent als Zuschuss zu fordern. Im Idealfall sollten es 25 Prozent sein, weil man so die Sicherheit hat, dass die Betriebsrente eine lohnende Angelegenheit ist.


Quellen

Betriebsrentengesetz (BetrAVG) »
Dommermuth, Thomas / Dochantschi, Daniel / Hauer, Michael: Betriebliche Altersversorgung 2012: Zahlen, Daten, Fakten »


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