Wer als Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber eine Wohnung in der Nähe seiner Arbeitsstätte zur Verfügung gestellt bekommt, der hat Zugang zu einer Dienstwohnung. Eine solche unterscheidet sich von einer Unterkunft insofern, als dass sie eine abgeschlossene Einheit darstellt, in der das Führen eines normalen Haushaltes möglich ist.

Das Mietverhältnis für eine solche Wohnung kann nicht nach den Maßgaben im Bürgerlichen Gesetzbuch gekündigt werden, vielmehr muss der Arbeitgeber die von ihm genehmigte Zuteilung ausheben.


Dienstwohnung steuerlich absetzen?

Wird eine Wohnung benötigt, so kann der Arbeitnehmer die für sie anfallenden Kosten als doppelte Haushaltsführung in seiner Einkommenssteuererklärung geltend machen.

Dabei kann man in der Kategorie Werbungskosten folgende, mit der dienstlich genutzten Wohnung in Zusammenhang stehenden Aufwendungen angeben:

  • Aufwendungen für die Wohnung selbst (Miete, Maklerkosten, Zweitwohnungssteuer, Möbelkosten, GEZ)
  • Aufwendungen für Wege (Fahrtkosten von und zur Dienstwohnung und zum Arbeitsplatz, Fahrtkosten bei Familienbesuch am Dienstort)
  • Kosten für den Umzug in die Wohnung
  • Verpflegungskosten (nur in den ersten drei Monaten in der Wohnung)

Durch diese Angaben kann der Steuerpflichtige zumindest einen Teil der Ausgaben, die ihm durch die Wohnung entstanden sind, vom Finanzamt zurückerhalten. Erhält man die Dienstwohnung unentgeltlich oder mit einer reduzierten Miete, so muss der sogenannte Geldwerte Vorteil ermittelt und versteuert werden.

Geldwerter Vorteil einer Dienstwohnung

Als solch ein geldwerter Vorteil wird ein Vorteil bezeichnet, den ein Arbeitnehmer im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit erhält, der aber keinen Arbeitslohn darstellt.

Ein geldwerter Vorteil bei einer Dienstwohnung ist beispielsweise die Differenz zwischen dem Betrag, den man für eine verbilligte Wohnung leistet und der ortsüblichen Durchschnittsmiete. Beträgt die ortsüblich Miete laut Mietspiegel 900 Euro und der Arbeitgeber überlässt die Dienstwohnung seinem Arbeitnehmer für 500 Euro, dann hat der Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil von 400 Euro, den er versteuern muss.

  • Bei einer nicht als Dienstwohnung geltenden Unterkunft wird der geldwerte Vorteil anhand des sogenannten Sachbezugswertes festgelegt. Bei diesem handelt es sich um Beträge, deren Höhe nach der Art der Unterkunft festgelegt werden (abgeschlossene Einheit, Gemeinschaftsunterkunft).

Dienstwohnung in der Einkommenssteuererklärung

Alle Aufwendungen, die ein Steuerpflichtiger im Rahmen der Nutzung einer dienstlich genutzten Wohnung zu leisten hat, können über die Werbungskosten wenigstens teilweise wieder zurückgeholt werden.

Falls man sich unsicher ist, was anzurechnen ist und was nicht, ist es ratsam, einen Steuerfachmann zu konsultieren oder sich im Internet alle wichtigen Informationen zu holen, die man zum Ausfüllen der Steuererklärung benötigt.


Quellen

Mayer, Markus: Internationale Arbeitnehmerbesteuerung »


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