Wird eine Person pflegebedürftig, sodass eine Heimunterbringung notwendig ist, folgt meist die Auflösung des privaten Haushaltes. Die durch eine Unterbringung entstehenden Heimkosten können um die sogenannte Haushaltsersparnis gekürzt werden.

Liegen die für die Heimunterbringung notwendigen Voraussetzungen nicht das gesamte Kalenderjahr vor, so müssen die Beträge (1/360/Tag sowie 1/12/Monat) als Berechnungsgrundlage verwendet werden. Muss eine Unterbringung in einem Krankenhaus erfolgen, werden die Kosten in der Regel anerkannt, ohne dass sie vorher um die Haushaltsersparnis gekürzt werden.

Höhe der Haushaltsersparnis von 2016 bis 2019

In den Jahren von 2016 bis 2019 gab es jeweils unterschiedliche Beträge, die anteilig oder für das gesamte Jahr als Haushaltsersparnis auf die Kosten angerechnet werden mussten:

  • 2016: 8.652 Euro pro Jahr, 721 Euro pro Monat, 24,03 Euro pro Tag
  • 2017: 8.820 Euro pro Jahr, 735 Euro Pro Monat, 24,50 Euro pro Tag
  • 2018: 9.000 Euro pro Jahr, 750 Euro pro Monat, 25,00 Euro pro Tag
  • 2019: 9.168 Euro pro Jahr, 764 Euro pro Monat, 25,46 Euro pro Tag
  • Ein Sonderfall tritt ein, wenn von zwei Ehegatten ein Partner im Heim lebt, der andere aber in seiner gewohnten Umgebung zu Hause bleibt. In diesem Fall ist es der Finanzbehörde untersagt, die Haushaltsersparnis bei der Berechnung der abzugsfähigen außergewöhnlichen Belastung zu berücksichtigen.

Kann man die Haushaltsersparnis steuerlich absetzen?

Man darf zwar laut § 33 EStG (Einkommenssteuergesetz) Kosten für eine Heimunterbringung steuerlich absetzen. Wird allerdings im Gegenzug zur Unterbringung in einem Heim oder Altersstift die vorher bewohnte Unterkunft aufgelöst, dürfen die Aufwendungen für die Heimunterbringung nur in einer Höhe geltend gemacht werden, bei der zuvor die Haushaltsersparnis abgezogen wurde.

Besonders aufmerksam sollte man sein, wenn beispielsweise beide Ehepartner gleichzeitig in ein Pflegeheim umziehen und dafür ihre gemeinsame Wohnung auflösen. Leider neigt das Finanzamt in solchen Fällen unberechtigterweise dazu, die Haushaltsersparnis gleich bei jedem der Partner anrechnen zu wollen.

Hier gibt es widersprüchliche Gerichtsurteile. Einmal wird geurteilt, dass durch den gemeinsamen Haushalt der gesparte Betrag nur einmal angerechnet werden darf (Finanzgericht Nürnberg, Aktenzeichen 3 K 915/15; Revision VI R 22/16, Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VI R 22/16) und in einem anderen Verfahren, dass bei krankheitsbedingtem Aufenthalt beider Ehepartner im Pflegeheim bei jedem der Beiden die Haushaltsersparnis angerechnet werden darf.

Prinzipiell gilt also, dass man die Haushaltsersparnis nur dann anrechnen muss, wenn die pflegebedürftige Person, die ins Pflegeheim kommt, vorher eine eigene Wohnung hatte, in dieser lebte und die aufgrund der Heimunterbringung aufgelöst wird.

Das deutsche Steuerrecht ist extrem komplex und weist zahlreiche Stolperfallen für Laien auf. Wer einen Angehörigen aufgrund von Pflegebedürftigkeit in einem Heim unterbringen muss, sollte sich deshalb bezüglich der Haushaltsersparnis und der damit zusammenhängenden zumutbaren Belastung bzw. der entstehenden außergewöhnlichen Belastungen von einem Steuerberater unterstützen lassen.


Quellen

Einkommenssteuergesetz (EStG) § 33 »
Bohley, Peter: Die öffentliche Finanzierung: Steuern, Gebühren und öffentliche Kreditaufnahme »


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