Als Wohngeld wird in Deutschland eine Sozialleistung gemäß Wohngeldgesetz (WoGG) bezeichnet. Sie kann von Bürgern in Anspruch genommen werden, die durch ihr niedriges Einkommen auf einen Zuschuss zur Miete angewiesen sind.

Ebenso erhalten Personen mit niedrigem Einkommen Wohngeld als Zuschuss zu den Kosten für selbst genutztes Wohneigentum. Diese beiden Zuschussarten werden als Miet- bzw. Lastenzuschuss bezeichnet.

Die gesetzliche Grundlage bildet vor allem das Wongeldgesetz (WoGG) sowie der § 68 Nr. 10 Erstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB I).

Wohngeld beantragen

Ein Mietzuschuss in Form von Wohngeld muss prinzipiell beantragt werden. Für einen solchen Antrag ist die zuständige Wohngeldbehörde zuständig. Bei ihr muss das Wohngeld also beantragt werden.

Nach der Bearbeitung des Antrages erhält der Antragsteller (zwischen 3 und 6 Wochen später) von der Behörde immer einen schriftlichen Bescheid. Der Zeitraum, für den der Zuschuss gewährt wird, beträgt normalerweise maximal zwölf Monate und wird rückwirkend zum Ersten jenes Monats gezahlt, in welchem der Zuschuss beantragt worden ist.

  • Wer einen Antrag auf Mietzuschuss stellt, muss einer umfassenden Auskunftspflicht nachkommen, vor allem bezüglich seines Einkommens sowie in Bezug auf die Miethöhe. Bei falschen Auskünften muss der Antragsteller mit Sanktionen oder mit der Ablehnung seines Antrages rechnen.

Mindesteinkommen oder Einkommensgrenze beim Wohngeld

Damit der Mietzuschuss beantragt werden kann, ist es vor allem notwendig, dass bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Es gelten folgende Obergrenzen:

  • Haushalt mit einer Person (Single-Haushalt): 1.010 Euro
  • Haushalt mit 2 Personen (z. B. Ehepaar): 1.384 Euro
  • Haushalt mit 3 Personen (Ehepaar + 1 Kind): 1.673 Euro
  • Haushalt mit 4 Personen (Ehepaar + 2 Kinder): 2.166 Euro

Wer monatlich nicht mehr verdient, als diese Höchstbeträge, der kann Wohngeld beantragen und erhält, entsprechend der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen sowie der errechneten Mietstufe (Basis ist das Mietniveau des Wohngebiets) folgende Mietzuschüsse:

  • Single-Haushalt (1 Person): zwischen 312 und 522 Euro
  • Paar-Haushalt (2 Personen): zwischen 378 und 633 Euro
  • Familien-Haushalt (3 Personen): zwischen 450 und 753 Euro
  • Familien-Haushalt (4 Personen): zwischen 525 und 879 Euro
  • Familien-Haushalt (5 Personen): zwischen 600 und 1.004 Euro

Die Differenz der genannten Beträge ergibt sich durch die unterschiedlichen Mietstufen. Bei Mehrpersonen-Haushalten mit mehr als 5 Personen wird je weiterem Mitglied im Haushalt ein Mehrbetrag zwischen 71 und 126 Euro gewährt.

An einem Beispiel lässt sich verdeutlichen, wie das Wohngeld berechnet wird. So erhält ein Haushalt mit insgesamt 6 Personen (Vater, Mutter und vier Kinder) in München aufgrund der teuersten Mietstufe einen Zuschuss von 1.131 Euro (879 Euro + 252 Euro für zwei weitere Personen).

Wohngeld - Höhe im Jahr 2019

Seit der Gesetzgeber im Jahre 2016 die letzte Reform im Bereich Wohngeld durchgeführt hat, ist die Höhe der oben genannten Beträge unverändert geblieben.

Wer hat Anspruch auf Wohngeld?

Prinzipiell steht jedem einkommensschwachen Bürger ein Mietzuschuss zu, es gibt also bei Erfüllung der notwendigen Voraussetzungen einen Rechtsanspruch auf diesen Zuschuss. Diesen Anspruch haben nicht nur Personen, die zur Miete wohnen, sondern auch Personen, die in ihrer eigenen Eigentumswohnung leben.

Deshalb gibt es Wohngeld für Mieter (Mietzuschuss) und Wohngeld für Eigentümer von selbstgenutzten Eigenheimen bzw. Eigentumswohnungen (Lastenzuschuss). Dieser Anspruch besteht aber nur dann, wenn sie trotz des Wohneigentums einkommensschwach sind.

Anspruchsberechtigt gemäß § 3 Wohngeldgesetz (WoGG):

  • Mieter oder Untermieter einer Wohnung oder eines Zimmers
  • Inhaber von Nutzungsrechten (Wohnrecht, Dauerwohnrecht)
  • Mieter einer Stiftungs- oder Genossenschaftswohnung
  • Eigentümer von Häusern mit mindestens 2 separaten Wohneinheiten
  • Bewohner von Heimen

Ob und in welcher Höhe man berechtigt ist, Wohngeld zu beantragen, lässt sich am einfachsten klären, indem man einen Termin bei der zuständigen Behörde vereinbart. Dort erhält man alle nötigen Informationen zur Berechtigung, zum Antragsverfahren sowie zur Höhe des Wohngeldes.


Quellen

Wohngeldgesetz (WoGG) »
Erstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB I) § 68 »
Wohngeldgesetz (WoGG) § 3 »
Bretzinger, Otto N.: Wie Sie als Mieter Geld sparen können »


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