Der Bundesfreiwilligendienst ist ein engagementpolitisches Projekt. Ziel ist es, Menschen dazu zu bewegen, sich mehr für das Allgemeinwohl zu engagieren.

Grundsätzlich gilt das Angebot des Bundesfreiwilligendienstes für Frauen und Männer jeden Alters. Wer sich neben Beruf oder Schule oder während einer Übergangszeit engagieren möchte, kann dies in unterschiedlichen Bereichen tun.

Ein Taschengeld dient als zusätzlicher Anreiz zur Aufnahme des Bundesfreiwilligendienstes. Wie hoch dieses ausfällt, entscheidet die jeweilige Einsatzstelle.

Doch wie genau gestaltet sich nun dieser besondere Dienst? Wer kann ihn ausüben? Und welchen Einfluss hat er auf die Steuerklasse?

Einnahmen aus dem Bundesfreiwilligendienst – steuerfrei?

Wer Bundesfreiwilligendienst leistet, bekommt ein Taschengeld von seiner Einsatzstelle. Dieses ist jedoch nicht festgelegt und kann daher von Einsatzstelle zu Einsatzstelle sehr unterschiedlich ausfallen. Es gilt lediglich eine Höchstgrenze von 381 Euro, die nicht überschritten werden darf.

Zusätzlich zum Taschengeld werden oft Berufskleidung, Unterkunft und Verpflegung gestellt oder die Kosten für diese werden ersetzt.

  • In Bezug auf die Sozialversicherung fungiert der Bundesfreiwilligendienst ähnlich einer Ausbildungsstätte. Die Einsatzstelle zahlt die Beiträge für Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Grundsätzlich gilt, das Taschengeld muss nicht versteuert werden, alle weiteren Einnahmen hingegen schon. Oft liegen die übrigen Einnahmen wie Kostenerstattungen allerdings unter dem steuerlichen Grundfreibetrag. Lediglich, wer weitere Einkünfte, beispielsweise aus einem Nebenjob, hat und die Freibetragsgrenze überschreitet, muss steuern zahlen.

Bundesfreiwilligendienst und Nebeneinkünfte

Bundesfreiwilligendienst

Wird neben dem Bundesfreiwilligendienst ein 450 Euro Job oder eine andere berufliche Tätigkeit ausgeübt, werden die Einnahmen zusammengerechnet und sind entsprechend zu versteuern.

Dies gilt allerdings nur, wenn eine bestimmte Jahresverdienstgrenze überschritten wird. Nähere Auskünfte dazu könnte das örtliche Finanzamt oder ein Steuerberater geben.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Möglichkeit zur Erzielung von Nebenverdiensten während der Ausübung des Bundesfreiwilligendienstes sehr begrenzt sein wird. Eine Ausnahme bestünde lediglich dann, wenn der Bundesfreiwilligendienst lediglich auf Teilzeitbasis geleistet wird.

Für den Bundesfreiwilligendienst können die Werbungskosten und die Sonderausgaben in ähnlicher Höhe geltend gemacht werden, wie dies bei den meisten Arbeitnehmern üblich ist.

Rechenbeispiel: Einnahmen beim Bundesfreiwilligendienst

Tim absolviert den Bundesfreiwilligendienst im Zoo. Dort erhält er von seiner Einsatzstelle monatlich den Höchstbetrag von 381 Euro. Diese Einnahmen sind zunächst steuerfrei. Allerdings bekommt Tim zusätzlich zu seinem Taschengeld von der Einsatzstelle eine Kostenerstattung für Arbeitskleidung. Des Weiteren geht er seinem 450 Euro Job als Kellner nach, den er schon vor dem Bundesfreiwilligendienst ausübte.

In Tims Fall muss genau geschaut werden, ob alle zusätzlichen Einnahmen zum Taschengeld den Freibetrag übersteigen. Da Tim Kosten erstattet werden und er zudem einem Minijob nachgeht, ist es sinnvoll, weitere Informationen beim Finanzamt oder einen Steuerberater einzuholen.

Welche Einsatzfelder gibt es beim Bundesfreiwilligendienst?

Beim Bundesfreiwilligendienst gibt es für nahe zu alle Interessen das passende Einsatzfeld. Möglich sind Tätigkeiten in folgenden Bereichen:

  • Sozialer Bereich
  • Ökologischer Bereich
  • Kultureller Bereich
  • Bereich Sport
  • Integrationsarbeit

Eine dem jeweiligen Tätigkeitsfeld entsprechende Ausbildung wird nicht gefordert. Vielmehr werden gemeinwohlorientierte Aufgaben übernommen.

BereichEinsatzstellen
Sozialer BereichKindergärten, Altenheime, Werkstätten und Wohnheime für Menschen mit Behinderungen, Einrichtungen für Suchtkranke und vieles mehr
Kultureller BereichMuseen, Theater, Opern, Schulen, Musikgruppen, -vereine und vieles mehr
Ökologischer BereichTierschutzvereine, Naturschutzverbände, Umweltbehörden, Tierparks und Zoos und vieles mehr
Bereich SportSportvereine, Schwimm- und Erlebnisbäder, Ämter für Sport und Freizeit bei der Stadt und vieles mehr
IntegrationsarbeitJugendzentren, Familienzentren, Vereine für Flüchtlingshilfe/Migrationshilfe, Sozialämter und vieles mehr

Fallbeispiele: Einsatzfelder beim Bundesfreiwilligendienst

Lena absolviert den Bundesfreiwilligendienst im Montessorikindergarten. Ihre Aufgabe: Sie hilft bei der Planung und Vorbereitung des Tages, unterstützt beim Mittagessen, betreut die Kinder und spielt mit ihnen.

Robin leistet den Bundesfreiwilligendienst im Tierpark seiner Heimatstadt. Seine Aufgaben: Er pflegt die Gehege, betreut gemeinsam mit den Pflegern die Tiere und hospitiert bei Besucherführungen.

Markus liebt die Schauspielerei und hat sich daher für den Bundesfreiwilligendienst im Theater entschieden. Seine Aufgaben: Er unterstützt bei der Entwicklung neuer Stücke, ist bei Proben anwesend und hilft im administrativen Bereich.

Anna ist seit Jahren begeisterte Fußballspielerin. Während des Bundesfreiwilligendienstes ist sie in ihrem Sportverein tätig. Ihre Aufgaben: Sie unterstützt im administrativen Bereich, leitet AGs und organisiert und plant Veranstaltungen mit.

Tabea absolviert ihren Bundesfreiwilligendienst in einem Verein für Migrationshilfe. Ihre Aufgaben: Sie gibt Deutschkurse und betreut zusammen mit Sozialpädagogen ein Jugendcafé.

Wer kann den Bundesfreiwilligendienst absolvieren?

Generell gilt, dass sich jeder, der die Vollzeitschulpflicht (je nach Bundesland mit 16 oder 15 Jahren) erfüllt hat, im Bundesfreiwilligendienst engagieren kann. Alter, Geschlecht sowie Bildungsgrad spielen dabei keine Rolle.

Häufig gestellte Fragen

Der Bundesfreiwilligendienst dauert mindestens sechs, höchstens aber 18 Monate. Es gibt auch Ausnahmefälle, bei denen der Dienst bis zu 24 Monate dauern kann.

In der Regel wird die Tätigkeit ganztätig ausgeübt. Wer über 27 ist, kann den Bundesfreiwilligendienst aber auch in Teilzeit mit mehr als 20 Stunden wöchentlich leisten.

Wer Interesse an der Ausübung des Bundesfreiwilligendienstes hat, sollte sich zunächst über mögliche Einsatzstellen informieren. Bei diesen können sich Interessenten dann direkt bewerben.

Zusammengefasst: das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Bundesfreiwilligendienst ist ein engagementpolitisches Projekt.
  • Jeder, der die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat, kann den Bundesfreiwilligendienst absolvieren.
  • Es gibt Einsatzfelder in folgenden Bereichen: sozialer Bereich, ökologischer Bereich, kultureller Bereich, Bereich Sport und Integrationsarbeit.
  • Wer den Bundesfreiwilligendienst leistet, erhält von der Einsatzstelle ein Taschengeld.
  • Das Taschengeld muss nicht versteuert werden, alle weiteren Einnahmen hingegen schon.
  • Wer Interesse am Bundesfreiwilligendienst hat, kann sich über mögliche Einsatzstellen informieren und dort direkt bewerben.

Einzelnachweise


  1. Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben: Der Bundesfreiwilligendienst
  2. Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben: Oft gestellte Fragen

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