Viele berufstätige Frauen, die demnächst in den Mutterschaftsurlaub gehen und Elterngeld beziehen wollen, fragen sich, welche Steuerklasse für sie am günstigsten ist.

Dabei spielt vor allem die Tatsache eine Rolle, dass der Nettoverdienst in den letzten drei Monaten vor dem Antritt des Mutterschaftsurlaubs direkten Einfluss auf die Höhe des Elterngeldes hat. Bleibt der Vater nach der Geburt des Kindes zu Hause, gilt eine entsprechende Regelung auch für ihn.

Die richtige Steuerklassenkombination im Mutterschaftsurlaub

Die freie Wahl der Steuerklasse setzt voraus, dass beide Partner miteinander verheiratet sind. Andernfalls besteht leider kein Wahlrecht. Für Singles gilt automatisch die Steuerklasse 1. Sollten sie bereits ein Kind haben. das volle Erziehungsrecht besitzen und Kindergeld beziehen, wäre die Steuerklasse 2 verbindlich.

Viele Ehepaare, die in etwa gleich viel verdienen, haben sich für die Steuerklassenkombination 4 und 4 entschieden. Ist hingegen nur einer der beiden Ehepartner berufstätig oder verdient der andere Partner sehr wenig, wäre die Steuerklassenkombination 3 und 5 besser geeignet.

Eine einmal getroffene Entscheidung muss nicht für alle Ewigkeit gelten. So steht jedem Ehepaar das Recht zu, die Steuerklassenkombination einmal im Jahr zu ändern. Gerade diejenigen Personen, die in nächster Zeit ein Kind erwarten, sollten sehr genau überlegen, ob sie von diesem Recht Gebrauch machen wollen.

Mutterschaftsurlaub

Steuerklasse 3 im Mutterschaftsurlaub

Wer spätestens drei Monate vor dem Beginn des Mutterschaftsurlaubes in die Steuerklasse 3 wechselt, kann nicht nur einen deutlich höheren Nettoverdienst, sondern auch ein höheres Elterngeld erzielen.

Diese Regelung gilt jedoch nur, wenn der Nettoverdienst nicht höher als 2.700 Euro pro Monat liegt.

Hier würde das maximale Elterngeld in Höhe von 1.800 Euro gezahlt.

Wechselt ein Ehepartner in die Steuerklasse 3, hätte dies natürlich auch zur Folge, dass der andere Ehepartner in die Steuerklasse 5 wechseln und damit deutlich höhere Lohnabschläge als bisher hinnehmen müsste. Zu viel gezahlte Einkommenssteuer könnte aber über die jährliche Steuererklärung zurückgeholt werden.

Das Elterngeld kann bis zu 12 Monate bezogen werden und beträgt 67% des Nettoverdienstes der letzten drei Monate. Wechseln sich beide Elternteile bei der Betreuung des Kindes ab, würde die Zahlung des Elterngeldes auf 14 Monate verlängert.

Bei Bedarf kann die Steuerklassenkombination 3 und 5 jederzeit wieder geändert werden. Dies kann sowohl während als auch nach dem Bezug des Elterngeldes - wenn beide Ehepartner wieder berufstätig sind - geschehen. Ein entsprechender Antrag müsste bei dem zuständigen Finanzamt vor Ort gestellt werden.

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