Die wichtigsten Fakten

  • In einem Midijob verdient man zwischen 450,01 Euro und 850 Euro.
  • Wer in den Steuerklassen 1-4 ist, muss beim Midijob keine Lohnsteuer zahlen.
  • Beim Midijob ist man kranken-, arbeitslosen-, pflege- und rentenversichert.
  • In der Gleitzone zwischen 450,01 und 850 Euro steigen die Sozialversicherungsbeiträge langsam an.
  • Neben einem Midijob darf man zusätzlich einen Minijob haben.

Minijob und Midijob – steuerliche Unterschiede

Steuerklassen-und-Midijobs

Steuerlich gesehen unterscheiden sich die beiden Nebenjobs gravierend. Bei einem Minijob darf der Arbeitnehmer bis 450 Euro im Monat zusätzlich verdienen. Damit die Versteuerung einheitlich geregelt werden kann beim Minijob, wurde eine besondere Stelle geschaffen. Diese ist bei der Knappschaft angesiedelt und bearbeitet bundeseinheitlich sämtliche Minijobangelegenheiten.

Ein Midijob hingegen läuft völlig anders. Von einem Midijob wird gesprochen, wenn das monatliche Einkommen in der Größenordnung von 450,01-850 Euro liegt. Im Gegensatz zum Minijob wird der Midijob voll versteuert.

Steuern und Sozialversicherungsbeiträge beim Midijob

Obwohl die Sozialversicherungsbeiträge bei jedem Midijob entrichtet werden müssen, fällt die Lohnsteuer nur in bestimmten Fällen an. Dafür sind verschiedene Faktoren maßgebend. In erster Linie wäre an die Steuerklasse zu denken. Darüber hinaus spielt auch die Frage, ob der Midijob haupt- oder nebenberuflich ausgeübt wird, eine entscheidende Rolle.

  • Die Steuerklasse richtet sich nicht nach dem Verdienst, sondern einzig und allein nach der familiären Situation der steuerpflichtigen Person.

Wer einen Midijob ausübt und sich in den Steuerklassen 1 bis 4 befindet, muss grundsätzlich keine Lohnsteuer zahlen. Ganz anders sieht es jedoch in der Steuerklasse 5 oder der Steuerklasse 6 aus. Die Steuerklasse 5 kann nur gewählt werden, wenn der Ehepartner sich in der Steuerklasse 3 befindet, welche mit sehr geringen Abgaben und zahlreichen steuerlichen Vergünstigungen verbunden ist.

Fällige Lohnsteuer beim Midijob – eine Übersicht

Steuerklasse 1Steuerklasse 2Steuerklasse 3Steuerklasse 4Steuerklasse 5Steuerklasse 6
keine Lohnsteuerkeine Lohnsteuerkeine Lohnsteuerkeine LohnsteuerLohnsteuer, da nur in Kombination mit Steuerklasse 3 für Ehepaare möglichLohnsteuer, da Midijob als Tätigkeit neben dem Hauptberuf versteuert wird

Midijob: Häufig gestellte Fragen

Beim Minijob wird das Einkommen brutto = netto angenommen und muss nicht versteuert werden. Beim Midijob hingegen sind die Einkünfte mit sämtlichen anderen Einkünften zusammenzurechnen und müssen komplett versteuert werden.

Ja. Tatsächlich ist ein Midijob die einfachste und günstigste Art und Weise, in die gesetzliche Krankenversicherung zu gelangen. Midijobber zahlen nicht nur einen ausgesprochen niedrigen Beitrag, sie erhalten auch volle Leistungen.

Wenn ich als Arbeitgeber beispielsweise plane, eine Haushaltshilfe einzustellen und das Beschäftigungsverhältnis nicht in Voll- oder Teilzeit erfolgen soll, stehen nur die Varianten

  • Minijob
  • oder Midijob

zur Verfügung.

Von der Höhe der Sozialabgaben her hat der Arbeitgeber weniger zu tragen, wenn die Variante Midijob gewählt wird. Beim Midijob liegen die Sozialabgaben bei einer Höhe von rund 20 Prozent, während sie beim Minijob 30 Prozent betragen. Allerdings ist der Verwaltungsaufwand für den Arbeitgeber bei einem Midijob deutlich größer.

Midijobber sind in der Arbeitslosenversicherung erfasst. Allerdings sind die Ansprüche bei Arbeitslosigkeit abhängig vom Einkommen. Wie auch bei regulärem Arbeitslosengeld, muss hier der Midijob für wenigstens ein Jahr ausgeführt worden sein.

Die Höhe des Arbeitslosengeldes für Midijobber beläuft sich auf 60 Prozent des Nettoeinkommens, das im Durchschnitt in den letzten zwölf Monaten verdient wurde. Hat man Kinder, erhält man 67 Prozent. Die Zahlung wird für zwölf Monate geleistet.

Tatsächlich gibt es einige Punkte, die den Midijob deutlich vom Minijob abgrenzen. So bewegt sich der Midijob in puncto Entlohnung in der Gleitzone zwischen 450,01 Euro und 850,00 Euro.

Wer in diesem Bereich eine Tätigkeit aufnehmen möchte, genießt die Vorteile der verringerten Sozialabgaben und ist dennoch in sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht abgesichert.

Beschäftigte in einem Midijob sind kranken- sowie pflegeversichert. Zudem zahlen sie in die Arbeitslosenversicherung und die Rentenkasse ein. Im Falle einer längeren Erkrankung besteht folglich bei einem Midijob der Anspruch auf Krankengeld, bei Arbeitslosigkeit auf Arbeitslosengeld. Und auch zur Altersvorsorge wird beigetragen – wenn auch nur in geringem Maße.

Häufig fragen sich Midijobber, ob es möglich ist, neben dem Midijob noch einen Minijob anzunehmen. Das ist definitiv möglich. Der Midijob ist sozialversicherungspflichtig und der Minijob gilt als zulässige Nebenbeschäftigung – eine Kombination, die immer beliebter wird.

Ja, denn es besteht eine Meldepflicht. Dem Arbeitgeber muss in jedem Fall in Kenntnis gesetzt werden, sobald weitere Arbeitsverhältnisse eingegangen werden.

Grund dafür: Der Midijobber muss steuerlich und auch in Bezug auf die Sozialversicherung richtig eingeordnet werden können. Sollte ein Arbeitnehmer es versäumen, seinen Arbeitgeber umfassend zu informieren, muss er mit einem Bußgeld rechnen.

Nein. Geht man als Student einem Midijob nach, müssen nur die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abgeführt werden und gegebenenfalls Steuern. Studenten sind in den sonstigen Sozialversicherungszweigen versicherungsfrei.

Nein, ein Ausbildungsverhältnis darf nicht als Midijob deklariert werden, selbst wenn das Einkommen unter 850 Euro liegt. Das gleiche gilt für Tätigkeiten, die in den Bereich der Altersteilzeit fallen.

Midijob in besonderen Situationen

Alle Personen, die eine hauptberufliche sozialversicherungspflichtige Tätigkeit und einen Midijob ausüben, müssten in ihrem Nebenjob mit sehr hohen Abgaben rechnen. Hier wäre immer die Steuerklasse 6 maßgebend. Alle anderen Steuerklassen können nur im Hauptjob genutzt werden.

Ganz anders stellt sich die Lage dar, wenn eine selbstständige oder freiberuflich tätige Person nebenher einen Midijob ausübt. Hier wären die Steuerklassen 1 bis 5 problemlos möglich.

Außerdem bietet ein Midijob dem Unternehmer die Chance, in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit zu gelangen und für den Notfall abgesichert zu sein.

Ob trotz des Midijobs eine Arbeitslosigkeit vorliegt, hängt nicht von der Höhe des Verdienstes, sondern von der wöchentlich zu leistenden Arbeitszeit ab. Sollte der Verdienst aus dem Midijob nicht zum Leben reichen, bestünde allerdings die Möglichkeit, zusätzliche Hartz-IV-Leistungen in Anspruch zu nehmen. Hierbei handelt es sich um die sogenannten Aufstocker, die einen großen Teil der Hartz-IV-Empfänger ausmachen.

  • Im Gegensatz zu dem Arbeitslosengeld I ist es bei dem Arbeitslosengeld II (Hartz IV) nicht erforderlich, dass eine tatsächliche Arbeitslosigkeit vorliegt. Selbst ein Vollzeitbeschäftigter könnte bei Bedarf Hartz IV Leistungen beziehen.

Midijob: Vor- und Nachteile abwägen

Als Arbeitnehmer muss man sich genau überlegen, welche Variante für die eigene persönliche Situation die richtige und günstigste ist. Möchte man sich als Selbstständiger ein zweites Einkommen verschaffen und auf diese Weise den Weg in die gesetzliche Krankenversicherung suchen, ist ein Midijob eine gute Wahl.

  • Das ist sicher: Mit einem Midijob ist man sozialversicherungsrechtlich abgedeckt.

Einzelnachweise


  1. Deutsche Rentenversicherung: Minijob - Midijob
  2. Bundesagentur für Arbeit: Aktuelle Zahlen Minijobber

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