Rentner mit Nebenjob

Wer sein Berufsleben hinter sich hat und glücklich ist, Rentner zu sein, muss sehen, dass er mit seiner Rente zurechtkommt.

Im Ergebnis vieler Erwerbsbiografien, und es werden immer mehr, ist die Rente jedoch so niedrig, dass ein Nebenjob angestrebt werden muss.

Prinzipiell steht dem nichts entgegen, wenn die Gesundheit mitmacht. Wobei ein Nebenjob nicht unbedingt nur finanzielle Gründe haben muss.

Auch die sozialen Kontakte, dass Gebrauchtwerden, die Erhaltung der geistigen und körperlichen Fitness spielen eine Rolle. Für Rentner gibt es jedoch auch einige gesetzliche Einschränkungen, die beachtet sein wollen.

„Rentner“ ist nicht gleich „Rentner“

Wer Altersrentner ist, also älter als 65 Jahre, kann unbegrenzt einer Nebentätigkeit nachgehen. Wobei sich diese Altersgrenze monatsweise in Richtung 67 Jahre verschiebt.

Alle anderen Rentner können nur begrenzt dazu verdienen. Das betrifft sowohl Rentner, die eine Erwerbsunfähigkeitsrente beziehen, eine Rente wegen Schwerbeschädigung als auch jene, die eine vorzeitige Rente beantragt haben.

Die vorzeitige Rente kann ab einem Alter von 60 (neu ab 63) Jahren beantragt werden und ist mit einem monatlichen Abschlag von 0,3 % versehen.

Wer muss bei der Aufnahme eines Nebenjobs vorsichtig sein?

Wer also kein Altersrentner ist, muss auf die Höhe seiner Nebeneinkünfte genauestens achten. Er darf im Monat maximal 400 € dazuverdienen.

Zweimal im Jahr dürfen es auch 800 € sein (Urlaubs- und Weihnachtsgeld). Alles, was er darüber hinaus verdient, führt automatisch zu einer Minderung der Rentenzahlung in gleicher Höhe.

Aus pekuniären Gründen lohnt sich also in so einem Fall keine höher bezahlte Nebentätigkeit.

Aufwendungen für den Nebenjob von der Steuer absetzen

Bei der Berechnung dieser maximal 400 € Nebentätigkeit pro Monat ist zu bedenken, dass für die Erzielung dieser Entgelte aus der Nebentätigkeit Aufwendungen entstehen.

Der Arbeitnehmer kennt diese als Werbungskosten aus der Steuererklärung. Diese Aufwendungen können selbstredend von den Einkünften abgezogen werden und nur die Differenz zählt als Einkommen.

Wenn also beispielsweise der Weg zur Nebentätigkeit entsprechend lang ist oder andere Ausgaben anfallen, kann das nominelle Einkommen durchaus höher sein: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“ (Zitat: Helmut Kohl).

Welche Rentner müssen jährlich eine Steuererklärung abgeben?

All jene Rentner, die eine Nebentätigkeit haben, ohne Altersrentner zu sein, müssen jährlich eine Steuererklärung abgeben. Den daraus erstellten Steuerbescheid müssen sie einmal jährlich der Rentenversicherung vorlegen, damit diese prüfen kann, ob die Einkommensgrenzen eingehalten worden sind. Ist das nicht der Fall, folgt die Rentenkürzung auf dem Fuße.

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