Das Rentensystem in Deutschland ist komplex und aufgrund von verschiedenen Gegebenheiten erhalten immer mehr Menschen beim Eintritt ins Rentenalter Rentenzahlungen, die zu niedrig sind, um alle Bedürfnisse zu decken. Aus diesem Grund rät auch der Gesetzgeber dazu, die private Altersvorsorge zu nutzen, um die Situation zu entschärfen und die Finanzierungslücke zu verringern bzw. ganz zu schließen.

Private Altersvorsorge - welche Möglichkeiten gibt es?

Es gibt prinzipiell zwei verschiedene Methoden, mit deren Hilfe man privat fürs Alter vorsorgen kann. Hauptkriterium ist hier die Beteiligung des Staates. Es bestehen folgende Möglichkeiten:

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  • eine staatlich geförderte private Altersvorsorge
  • die private Altersvorsorge ohne staatliche Unterstützung

Wer sich mithilfe der staatlichen Förderung ein zusätzliches Finanzpolster für das Alter zulegen möchte, der kann beispielsweise die betriebliche Altersvorsorge (bAV) oder einen Riester-Vertrag in Anspruch nehmen. Wer als Selbstständiger privat vorsorgen möchte, der hat die Möglichkeit, sich durch die sogenannte Rürup-Rente ein Finanzpolster anzusparen. Bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es die arbeitnehmer- oder arbeitgeberfinanzierte Variante.

Im Bereich der Riester-Rente hat man die Auswahl aus sechs verschiedenen Formen:

  1. klassische Riester-Rentenversicherung (hier spart der "riesternde" Sparer eine garantierte Zusatzrente an)
  2. Riester Banksparplan (eignet sich für flexible Sparer)
  3. Riester-Fondssparplan (hier können zusätzlich Renditen erwirtschaftet werden)
  4. Fondsgebundene Riester-Rentenversicherung (riskante Variante, bei der Überschüsse in Fonds investiert werden)
  5. Riester-Bausparvertrag (diese Variante lohnt sich erst in Verbindung mit dem Baudarlehen)
  6. Wohn-Riester (staatliche Förderung wird auf die Tilgung eines Baudarlehens angerechnet)

Die private Altersvorsorge ohne staatliche Unterstützung funktioniert vor allem durch eine Kapitallebensversicherung, eine Kapitalrentenversicherung oder einen ETF-Sparplan.

Ist private Altersvorsorge sinnvoll?

Die Frage, ob eine private Altersvorsorge sinnvoll ist, muss mit einem eindeutigen Ja beantwortet werden. Eine solche Vorsorge hilft dabei, die sogenannte Versorgungslücke zu schließen, die sich aufgrund des demographischen Wandels, einer sich verändernden Arbeitswelt sowie der vermutlich sinkenden Renten für viele ergibt.

Ein praktisches Beispiel kann verdeutlichen, wie diese Lücke entsteht.

  • Auf dem Rentenbescheid eines Durchschnittsverdieners ist zu lesen, dass er beim Renteneintritt im Jahre 2054 Anspruch auf eine monatliche Rente in Höhe von 1.350 Euro (brutto) hat. Davon muss man noch gut 11 Prozent Sozialabgaben sowie etwa 8 Prozent Steuern abziehen. Danach bleiben etwa 1.110 Euro netto übrig. Allerdings hat er errechnet, dass er im Alter nach Abzug von Steuern und sonstigen Abgaben ca. 1.500 Euro benötigt, um seine Bedürfnisse zu decken und seinen bisherigen Lebensstandard einigermaßen beizubehalten. Damit entsteht eine Versorgungslücke von 390 Euro monatlich. Um diese Lücke zu schließen, kann er auf die private Altersvorsorge zurückgreifen und versuchen, diesen fehlenden Betrag anzusparen.

Welche private Altersvorsorge eignet sich für mich?

Hier kommt es stark darauf an, in welchem Arbeitsverhältnis man steht. Für Angestellte kann eine betriebliche Altersvorsorge sinnvoll sein, die sie entweder selbst finanzieren oder sich auf den Arbeitgeber verlassen, sollte dieser sich mit einer arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersvorsorge einverstanden erklären.

Wer diese Möglichkeit nicht hat, der sollte eine der Riester-Varianten für die private Altersvorsorge nutzen. Vor allem gut verdienende Selbstständige können auf die Rürup-Rente zurückgreifen oder ihre Rente sogar noch nach dem Eintritt in den Ruhestand mittels einer Einmalzahlung aufstocken. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass Selbstständige freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten und damit ihre Rentenansprüche erhöhen.

Wie hoch sollte die private Altersvorsorge sein?

Der Maßstab für die Höhe der privaten Altersvorsorge sollte immer die Höhe der Versorgungslücke sein. Letztlich geht es ja darum, durch die private Altersvorsorge sicherzustellen, dass die Rente möglichst alle Kosten deckt, die anfallen. Zudem spielen natürlich die eigenen Ansprüche eine wichtige Rolle, denn die meisten Sparer möchten, dass die private Altersvorsorge gewährleistet, dass man seinen gewohnten Lebensstandard auch im Rentenalter nicht aufgeben muss.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Inflation, denn sie zehrt die Kaufkraft des angesparten Kapitals auf. Momentan versucht man in der Europäischen Union die jährliche Inflationsrate bei 2 Prozent zu halten. Dieser Prozentsatz scheint nicht hoch zu sein, bedeutet aber, dass ein heute angespartes Vermögen in 30 Jahren um 50 Prozent reduziert ist.


Quellen

Roth, Michael: Private Altersvorsorge: Beurteilung ausgewählter Anlageformen »
Schmitz, Volker: Private Altersvorsorge: Langfristige Finanzplanung für die eigene Zukunft »


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