Wer ein Unternehmen führt, das nicht in der Land- oder Forstwirtschaft beheimatet ist und das Ziel verfolgt, Renditen zu erwirtschaften, betreibt ein Gewerbe. Für die Ertragskraft des Betriebs ist die Gewerbesteuer zu entrichten.
Deren Höhe sowie die Zahlungsmodalitäten beschreibt das Gewerbesteuergesetz.

Hier erfahren Sie alles Wichtige über das Gesetz zur Gewerbesteuer.


Allgemeines zum Gewerbesteuergesetz

Gewerbesteuergesetz

Das Gewerbesteuergesetz (kurz: GewStG) ist ein Bundesgesetz, das zur Kategorie des Steuerrechts gehört. Es trat bereits im Jahr 1936 in Kraft und gehört somit zu den ältesten Steuergesetzen der deutschen Geschichte.

In der früheren Version wurde eine zusätzliche Gewerbekapitalsteuer erhoben. Diese wurde im Jahr 1998 abgeschafft, sodass sch die Höhe der Gewerbesteuer seitdem ausschließlich am Ertrag des Gewerbes orientiert.

  • Seit 1998 ist die Gewerbesteuer ausschließlich ertragsabhängig.

Das GewStG ist zwar die Rechtsgrundlage der Gewerbesteuer, aber nicht die einzige Rechtsvorschrift, die für ihre Erhebung maßgeblich ist. Ebenfalls zu beachten sind die Gewerbesteuer-Richtlinien sowie die Gewerbesteuer-Durchführungsverordnung.

Inhalte des Gewerbesteuergesetzes

Das GewStG gliedert sich in zehn Abschnitte, die mit römischen Ziffern unterschieden werden und besitzt insgesamt 36 Paragrafen.
Die folgenden Punkte beschreiben zusammenfassend, welche Bereiche das Gesetz regelt:

Das Gewerbesteuergesetz (GewStG) gibt vor:
  • wer steuerpflichtig ist
  • dass die Abgabe an die Kommunen fließen
  • dass die Kommunen die Höhe der Gewerbesteuer über den Hebesatz selbst bestimmen
  • dass der minimale Hebesatz bei 200 Prozent liegt
  • dass sich die Höhe der Gewerbesteuer aus der Multiplikation von Steuermessbetrag und Hebesatz ergibt
  • dass der Steuermessbetrag 3,5 Prozent des Gewinnertrags des Gewerbes sind
  • welche Hinzurechnungen und Kürzungen für die Ermittlung des Gewinnertrags zu berücksichtigen sind
  • dass Personengesellschaften einen Steuerfreibetrag von 24.500 Euro haben, alle anderen Unternehmensarten einen Steuerfreibetrag von 5.000 Euro
  • dass Kapitalgesellschaften keinen Steuerfreibetrag besitzen
  • wie die Gewerbesteuerzerlegung funktioniert, die anzuwenden ist, wenn ein Betrieb in mehreren Gemeinden vertreten sind - maßgebliche Bezugsgrößen sind demnach der Lohn und das Gehalt, die in der jeweiligen Kommune gezahlt werden
  • dass Gewerbebetriebe in der Zeit von Verlusten (mit Ausnahme der Umsatzsteuer) keine Abgaben zahlen müssen und die Verluste in Form eines Verlustvortrags auf spätere Gewinne anrechnen können.

Die wichtigsten Fakten zum Gewerbesteuergesetz

  • Das Gewerbesteuergesetz gehört zum Steuerrecht.
  • Es gibt das Gesetz bereits seit 1937.
  • Das Gewerbesteuergesetz ist die Rechtsgrundlage für die Gewerbesteuer.
  • Die Gewerbesteuer zählt zu der größten Einnahmequelle der Gemeinden und Kommunen.
  • Sie ist in der Bundesrepublik Deutschland einmalig, keine anderen Staaten erheben Steuern auf ein Gewerbe.
  • Die Gewerbesteuer definiert sich als Gewerbeertragssteuer, die in Höhe von mindestens 7% des Gesamtertrags ausmacht.

Häufigste Fragen zum Gewerbesteuergesetz

Jeder Gewerbetreibende muss in der Regel eine Gewerbesteuer abführen. Die Rahmenbedingungen für diese Steuer werden im Gewerbesteuergesetz festgelegt. Im Gewerbesteuergesetz finden sich alle rechtlichen Bestimmungen, die für Personen relevant sind, die ein Gewerbe betreiben.

Das Gewerbesteuergesetz legt fest, wer an wen Gewerbesteuern zahlen muss. Das Gesetz beschreibt zudem, wie sich die Steuer errechnet und welche Freibeträge für wen gelten.

Das Gewerbesteuergesetz ist eines der ältesten deutschen Gesetze des Steuerrechts. Es existiert bereits seit dem Jahr 1937.


Einzelnachweise und Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Gewerbesteuergesetz »
  2. Ministerium der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen: Alles was Sie zur Gewerbesteuer wissen sollten »

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