Jeder möchte so wenig von seinen Einkünften abgeben wie möglich. Das gilt sowohl für Unternehmer als auch für Privatmenschen. Umso höher das Einkommen, desto mehr Steuern müssen bezahlt werden.

Deutschland ist besonders für sehr reiche Menschen und profitable Firmen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr teuer. Deswegen nutzen einige Menschen und Firmen so genannte Steueroasen.


Was ist eine Steueroase?

Steueroasen

Der Begriff Steueroase – auch Steuerparadies genannt – ist im Prinzip schnell erklärt:

Es handelt sich hierbei um Länder, die sich durch einen besonders niedrigen Steuersatz auszeichnen.

Diese steuerliche Attraktivität ist für viele Menschen ein Anreiz, ihren Wohnsitz in die entsprechenden Länder zu verlegen oder eine Briefkastenfirma zu gründen.

  • Steueroasen bzw. Steuerparadiese haben zunächst einmal keine illegalen Eigenschaften: Es geht dabei lediglich um Länder, die eine sehr geringe Steuer verlangen. Das nehmen Reiche und Unternehmen gerne als Anlass offiziell dort hinzuziehen und so Steuern zu sparen.

Wodurch zeichnen sich ein Steuerparadies aus?

Typische Steueroasen bzw. Steuerparadiese zeichnen sich durch die folgenden Charakteristika aus:

  • niedrige Steuersätze
  • politische Stabilität à wichtig für die Sicherheit der Kapitalanlage
  • Bankgeheimnis
  • hohe Anzahl an Briefkastenfirmen
  • Mangel an dokumentierenden Formvorschriften

Das übergreifende Ziel der Steueroasen ist es, dass Einnahmen, die in einem Land (beispielsweise Deutschland) erzielt worden, nicht dort, sondern im Steuerparadies versteuert werden.

Wie nutzt man Steueroasen?

Privatpersonen können Ihren Hauptwohnsitz relativ leicht in ein anderes Land verlegen und ihr Vermögen dabei natürlich mitnehmen, sodass die Steuer dort und nicht mehr im Heimatlandbezahlt werden muss.

Unternehmer haben es da schon etwas schwerer, aber auch für sie gibt es mittlerweile einige legale Möglichkeiten. So können zum Beispiel Tochtergesellschaften gegründet werden, was unter anderem dazu führt, dass es im Ausland eine Menge sogenannter 'Briefkastenfirmen' gibt.

Steueroasen - Illegal oder nicht?

Auch wenn Steueroasen immer wieder mit negativen Schlagzeilen zum Thema Steuerhinterziehung in Verbindung gebracht werden, sind sie nicht grundlegend illegal.

Es ist nämlich keinesfalls verboten, seinen Wohnsitz ins Ausland zu verlegen, um von steuerlichen Vorteilen zu profitieren. Strafbar wird es erst, wenn mithilfe von einem Steuerparadies Einkünfte verschleiert und unerlaubt niedriger versteuert werden.

Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn der offizielle Wohnsitz der entsprechenden Person weiterhin in Deutschland, sein Unternehmen aber in einem Land, das als Steuerparadies gilt, gemeldet ist.

Probleme für große Staaten

Dass Steueroasen ein großes Konfliktpotential bieten, ist klar. Es wird umso deutlicher, wenn man sich vor Augen führt, welche Aufgaben Steuern erfüllen. Diese werden beispielsweise erhoben, um die Infrastruktur in einem Land aufrecht zu halten und auszubauen.

Wandern die Steuern in andere Länder, sind Aufrechterhaltung und Ausbau nur noch im geringen Maße möglich. Vor allem große Staaten mit hohen Steuersätzen werden immer mehr durch Steuerparadiese unter Druck gesetzt.

Typische Steuerparadiese

Schaut man sich die Liste der klassischen Steueroasen an, so kann festgestellt werden, dass es sich bei auffällig vielen um ehemalige britische Kolonien in Übersee handelt.

Beispiele hierfür sind

  • Britische Jungferninseln
  • Bahamas
  • Kaimaninseln

Man muss aber nicht in die Ferne reisen, um ein Steuerparadies zu finden. Diese liegen zum Teil auch mitten in Europa.

Beispiele für europäische Steueroasen sind:

  • Schweiz
  • Liechtenstein
  • Luxemburg
  • Niederlande

Einzelnachweise

Zucman, Gabriel: Steueroasen: Wo der Wohlstand der Nationen versteckt wird »


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