Auf Geschäftsreisen im Ausland haben Arbeitnehmer zwangsläufig höhere Ausgaben für die Verpflegung. Das Essen wird häufig ins Hotelzimmer bestellt oder es erfolgt ein Besuch im Restaurant mit anderen Geschäftspartnern.

Durch die berufliche Geschäftsreise ins Ausland kann der Arbeitnehmer den Mehraufwand in der Steuererklärung absetzen, falls der Arbeitgeber die Kosten für die Verpflegung nicht beglichen hat. Die Mehraufwendungen für die Verpflegung vermindern das zu versteuernde Einkommen, wodurch die Arbeitnehmer weniger Steuern bezahlen müssen oder sogar eine Steuerrückerstattung erwarten können.


Verpflegungsmehraufwand im Ausland – die Reisedauer entscheidet

Es müssen nicht alle Belege für die auswärtige Verpflegung gesammelt werden, denn das Finanzamt vergibt Verpflegungspauschalen je nach Dauer der Auswärtstätigkeit. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Verpflegungspauschale für die Abwesenheit länger als 8 Stunden Dauer (im Ausland fallen auch An- und Abreisetag darunter)
  • Verpflegungspauschale für die Abwesenheit länger als 24 Stunden Dauer.
Verpflegungspauschale Ausland

Verpflegungspauschale für Verpflegungsmehraufwand im Ausland

Für Dienstreisen im Ausland gibt es ganz unterschiedliche Pauschalen, die die Finanzverwaltung in einer Länderliste festgelegt haben. Jedes Jahr werden die Pauschalen für die Auslandsspesen neu angepasst. Beispiele daraus sind:

LandPauschbeträge 8 h AbwesenheitPauschbeträge 24 h AbwesenheitÜbernachtungskosten-Pauschale
Belgien42 Euro28 Euro135 Euro
Dänemark58 Euro39 Euro143 Euro
Finnland50 Euro33 Euro136 Euro
Ghana46 Euro31 Euro174 Euro
Irland44 Euro29 Euro92 Euro
Kenia42 Euro28 Euro223 Euro
Luxemburg47 Euro32 Euro130 Euro
Niederlande46 Euro31 Euro119 Euro
Schweden50 Euro33 Euro168 Euro
Ungarn22 Euro15 Euro63 Euro

Verpflegungsmehraufwand im Ausland in der Steuererklärung

In der Steuererklärung wird der Verpflegungsmehraufwand im Ausland vom Arbeitnehmer in die Anlage N eingetragen. Für eine ausländische Geschäftsreise müssen die verschiedenen Tage und Pauschalbeträge der entsprechenden Ländertabelle eingetragen werden. Die vollständig ausgefüllte Steuererklärung wird dann an das Finanzamt geschickt.

  • Die Rechnungen und Belege sollten von den Arbeitnehmern gut aufgehoben werden. Bei eventuellen Rückfragen der Finanzbeamten müssen die Belege für den Verpflegungsmehraufwand dann nachgereicht werden.

Einzelnachweise

Bundesfinanzministerium.de: Steuerliche Behandlung von Reisekosten und Reisekostenvergütungen bei betrieblich und beruflich veranlassten Auslandsreisen ab 1. Januar 2018 »)
Jasper, Lothar Th.: Steuerrecht in der Unternehmenspraxis: Was Unternehmer und Manager wissen müssen »
Schönfeld, Wolfgang / Plenker, Jürgen: Lexikon Lohnbüro 2017 »
Foerster, Axel-Friedrich: Das neue Reisekostenrecht »
Popp, Michael: Reisekostenrecht 2017 »
Berger, Martin: Die Steuererklärung 2017 für das Jahr 2016: Der Praxisratgeber für Arbeitnehmer, Beamte, Rentner und Familien »


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