Für sogenannte versicherungsfreie Personen wie geringfügig Beschäftigte, Beamte, Freiberufler, Selbständige, Soldaten, Pflegepersonen, Geistliche anerkannter Religionsgemeinschaften sowie im Ausland tätige Arbeitnehmer besteht die Möglichkeit einer freiwilligen Absicherung gegen Arbeitslosigkeit durch eine private Arbeitslosenversicherung.

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Was ist eine private Arbeitslosenversicherung?

Der Träger der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung ist die Bundesagentur für Arbeit. Sie ist erster Ansprechpartner für alle, die eine private Arbeitslosenversicherung abschließen möchten.

Darüber hinaus gibt es inzwischen zahlreiche Versicherungsunternehmen, über die man ebenfalls eine private Arbeitslosenversicherung abschließen und sich für den Fall eines Arbeitsplatzverlustes absichern kann.

Wer als nicht Selbstständiger eine private Arbeitslosenversicherung abschließen möchte, muss in der Regel folgende Bedingungen erfüllen:

  • Ungekündigtes, auch befristetes Arbeitsverhältnis
  • Alter des Antragstellers zwischen 18 und 67 Jahren
  • Kein Praktikums-, Ausbildungs- oder Probearbeitsverhältnis
  • Wochenarbeitszeit beträgt mindestens 15 Stunden
  • Monatlicher Lohn beträgt mindestens 1.000 Euro
  • Kein verwandtschaftliches Verhältnis zum Arbeitgeber
  • Hauptwohnsitz des Antragstellers in Deutschland

Private Arbeitslosenversicherung für Selbstständige

Die private Arbeitslosenversicherung lohnt sich nicht für jeden, der selbstständig ist. Zudem müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen, damit eine private Arbeitslosenversicherung überhaupt abgeschlossen werden kann.

Diese Voraussetzungen sind:

  • Beitragszahlungen zur gesetzlichen AV vor Beginn der Selbständigkeit
  • Beginn der Selbstständigkeit maximal drei Monate vor Beantragung
  • Antragstellung bei der zuständigen Bundesagentur für Arbeit am Wohnort
  • Nachweis der Selbstständigkeit (z. B. Gewerbeschein)
  • Existenzgründer benötigen für die Antragstellung keinerlei Nachweise

Vor allem für Personen vor der Existenzgründung, die aus einer Festanstellung kommen oder sich direkt im Anschluss an eine Arbeitslosigkeit selbstständig machen, ist die private Arbeitslosenversicherung sinnvoll.

Was kostet eine private Arbeitslosenversicherung?

Die private Arbeitslosenversicherung ermittelt über die Bundesagentur für Arbeit die monatlich zu leistenden Beiträge auf Basis der jeweils aktuellen Bezugsgrößen.

In den alten Bundesländern ist die Bezugsgröße 3.290 Euro, in den neuen Bundesländern werden 3.115 Euro als Basiswert verwendet (Stand 2021).

Daraus ergeben sich für die folgenden Personen bzw. Personengruppen folgende Monatsbeiträge (jeweils für West und Ost):

BerufsgruppeMonatsbeitrag
Selbstständige (West)78,96 Euro
Selbstständige (Ost)74,76 Euro
Existenzgründer (West)39,48 Euro
Existenzgründer (Ost)37,38 Euro
Auslandsbeschäftigte78,96 Euro

Private Anbieter

Es gibt nur sehr wenige private Anbieter im Bereich Private Arbeitslosenversicherung. So haben etwa Segura Direkt, R+V Versicherungen oder Optimal Absichern solche Versicherungen in ihrem Portfolio.

Meist wird die private Arbeitslosenversicherung allerdings über die Bundesagentur für Arbeit beantragt.

Bei den wenigen unabhängigen Anbietern gibt es günstige Tarife von unter fünf Euro pro Monat. Bei diesen niedrigen Beiträgen erhält der Versicherte im Falle der Arbeitslosigkeit etwa 100 Euro pro Monat.

Wer hingegen einen monatlichen Beitrag von 50 Euro zahlt, der erhält vom Versicherer circa 1.000 Euro im Monat, wenn er arbeitslos wird.

Lohnt sich eine private Arbeitslosenversicherung?

Ob man eine private Arbeitslosenversicherung abschließt, sollte vorher gut überlegt sein. Die Beiträge zu dieser Versicherung wurden zwischen 2011 und 2012 fast verdoppelt.

  • Die Auszahlung richtet sich nach Bildungsstand. So würde ein Akademiker mehr ausgezahlt bekommen als ein Facharbeiter, der wiederum mehr als ein Ungelernter erhält.

Aufgrund des halben Beitragssatzes ist eine private Arbeitslosenversicherung daher vor allem für Existenzgründer sinnvoll.

Wie kann man eine private Arbeitslosenversicherung kündigen?

Eine private Arbeitslosenversicherung kann man kündigen. Eine solche Kündigung kann man allerdings frühestens nach Ablauf von fünf Jahren vornehmen.

Die Kündigung muss schriftlich eingereicht werden. Als Kündigungsfrist wurden drei Monate zum Ende eines Kalendermonats festgelegt.

Worauf ist bei einem Vergleich von privaten Arbeitslosenversicherungen zu achten?

Wer Versicherungen zur Absicherung gegen Arbeitslosigkeit miteinander vergleichen möchte, der sollte auf wichtige Kriterien achten. Vor allem sind folgende Dinge interessant:

  • der gewünschte Betrag, den die Versicherung bei Kündigung zahlt
  • der sich aus dem Wunschbetrag ergebende monatliche Beitrag
  • der Vertragsabschluss unabhängig von Alter, Beruf und Wohnsitz

Wichtig ist es auch, darauf zu achten, dass der Versicherungsschutz die Aufhebung des Arbeitsvertrages mittels Aufhebungsvertrag, ausbleibende Lohn- und Gehaltszahlungen über mindestens drei Monate sowie die betriebsbedingte Kündigung umfasst.

Zudem ist von Bedeutung, ab wann im Versicherungsfall Zahlungen geleistet werden. Je nach Anbieter erhalten Versicherte nach drei bis sechs Monaten Warte- bzw. Karenzzeit Zahlungen aus der privaten Arbeitslosenversicherung.


Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) - § 28a »
  2. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Arbeitslosenversicherung für Selbständige »

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