Unter dem Genesungsgeld versteht man eine Leistung im Rahmen der privaten Unfallversicherung. Dieses Geld ist in der Regel nicht automatisch Teil der Versicherung, sondern muss separat vereinbart werden. Es wird normalerweise für eine begrenzte Zeitspanne gezahlt, viele Versicherungen arbeiten bei der Höhe allerdings mit prozentualen Abstufungen.

Diese Leistung soll dazu dienen, die finanzielle Lücke zu füllen, die sich meist zwischen der Genesung und der Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit auftut.

Wann zahlt die Unfallversicherung Genesungsgeld?

Im Gegensatz zum klassischen Krankenhaustagegeld, das bei einem Unfall während eines dadurch notwendig gewordenen stationären Krankenhausaufenthalts gezahlt wird, ist das Genesungsgeld sozusagen eine Abschlusszahlung. Das bedeutet, dass die private Unfallversicherung das Genesungsgeld für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt zahlt, wobei es in Anlehnung an die Anzahl der Tage gewährt wird, die der Versicherte in stationärer Obhut war.

Folgende Voraussetzungen müssen also für die Gewährung gegeben sein:

  • der zugrundeliegende Klinikaufenthalt muss durch einen Unfall verursacht sein
  • das Unfallopfer ist privat kranken- und unfallversichert
  • die Behandlung nach einem Unfall fand vollstationär statt
  • während des stationären Aufenthaltes wurde Krankenhaustagegeld gezahlt

Nur wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, zahlt die Versicherung das Genesungsgeld. Seine Gewährung hängt also sehr eng mit dem Krankenhaustagegeld zusammen. Wer privat versichert ist, sollte unbedingt darauf achten, ob in seinem Versicherungsvertrag mit der privaten Kranken-und Unfallversicherung beide Leistungen vereinbart sind.

Genesungsgeld bei mehreren Klinikaufenthalten

Eine besondere Situation kann sich versicherungstechnisch ergeben, wenn man aufgrund derselben Erkrankung mehrere Aufenthalte in der Klinik hinter sich bringen muss. Manche Unfallversicherung neigt in solchen Fällen dazu, die einzelnen Aufenthalte zu einem großen zusammenzufassen.

Das hat zwar für den Versicherten aufgrund des gewährten Krankenhaustageldes keine negativen Auswirkungen, dennoch sollte man sich den Versicherungsvertrag vor der Unterzeichnung genau durchlesen und schauen, wie die Versicherung in solch einem Fall agiert.

Wie lange wird Genesungsgeld gezahlt?

Der Zeitraum, in dem das Genesungsgeld gezahlt wird, ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich. Allerdings gewähren die meisten privaten Unfallversicherungen diese Leistung für maximal 100 Tage, wobei die Höhe abgestuft ist. Das bedeutet, dass der Versicherte in der ersten Woche nach einem Unfall 100 Prozent erhält und anschließend stufenweise weniger.

  • Bei den meisten Unfallversicherungen wird das Genesungsgeld bis zum zehnten Tag einer attestierten Arbeitsunfähigkeit in einer Höhe von 100 Prozent (bezogen auf die Höhe des Krankenhaustagesgeldes) gezahlt. Zwischen den Tagen 11 und 20 erhält man noch 50 Prozent und anschließend bis zum Ende des Gewährungszeitraumes von 100 Tagen 25 Prozent. Diese Regelung spiegelt ungefähr den Genesungsweg des Versicherten vom Ende des Klinikaufenthaltes bis zu seiner vollen Belastbarkeit wider.

Wer als Versicherter einen längeren Zeitraum oder einen höheren Betrag für das Genesungsgeld vereinbaren möchte, der muss natürlich höhere Versicherungsprämien bei seiner privaten Unfallversicherung in Kauf nehmen.

Ist Genesungsgeld steuerfrei?

Die Leistungen aus der privaten Unfallversicherung sind, bis auf die Unfallrente, immer steuerfrei. Insofern kann das Genesungsgeld eine Kompensation für anfallende Kosten sein, die nach einem unfallbedingten Klinikaufenthalt entstehen.


Quellen

Riebesell, Horst: Unfallversicherung und AUB 88 »


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