Ein Forderungsausfall besteht, wenn die erbrachten Leistungen nicht bezahlt werden. Forderungsverluste sind sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen häufig mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden.

Tatsächlich sind Zahlungsausfälle oft ein Grund für Insolvenzen.


Was versteht man genau unter einem Forderungsausfall?

Forderungsausfall

Der Forderungsausfall ist die Situation, in der ein Gläubiger aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr mit der Begleichung seiner Forderungen durch den Schuldner rechnen kann.

Meistens ist es in diesem Moment für weitere Nachforderungen bzw. Mahnungen bereits zu spät und die Forderung bleibt offen, d.h. die offene Rechung wird auch in der (nahen) Zukunft nicht beglichen.

Warum kommt es zu einem Forderungsausfall?

Die Gründe für Forderungsverluste sind vielschichtig. Unter anderem kann das Problem durch folgende Umstände bedingt sein:

  • Der Schuldner hat nicht die Absicht, die Forderungen zu begleichen.
  • Der Schuldner hat zwar den Wunsch, aber keine finanziellen Möglichkeiten.
  • Es gibt keine Sicherheiten wie Sachwerte oder Bürgschaften seitens des Schuldners, die als Zahlungsmittel herangezogen werden könnten.
  • Es kommt zu einem Verkehrsunfall, Verursacher ist die Gegenseite. Der gegnerische Fahrer verfügt aber über keine Haftpflichtversicherungen bzw. KFZ Haftpflichtversicherung. Demnach müsste er den Schaden selbst tragen. SO ein Schadensfall kann schnell die finanziellen Möglichkeiten des Unfallverursachers übersteigen. Auf diese Weise können schnell Forderungsverluste für die unschuldig beteiligte Seite die Folge sein. D.h.: sie bleibt auf ihren unverschuldet entstandenen Kosten sitzen.

Bei einem Forderungsausfall steht grundsätzlich immer der Gerichtsweg offen. Aus unternehmerischer Sicht muss allerdings das Kosten-Nutzen-Verhältnis abgewogen werden. Im Blick haben muss man auch immer die gesetzlich geregelte Verjährungsfrist, weshalb man insbesondere als Unternehmer rechtzeitig einen Mahnbescheid beantragen muss.

Schutz vor einem Forderungsausfall

  • Es gibt Versicherungen, die im Fall von Zahlungsunfähigkeit des Schuldners einspringen. Die Haftpflichtversicherung bietet solche Tarife an.
  • Eine präventive Maßnahme stellt die Bonitätsprüfung dar.
  • Rating-Agenturen wie die Schufa liefern beispielsweise Informationen über die Zahlungsfähigkeiten eines möglichen Geschäftspartners.
Schutz vor Forderungsausfällen in der HaftpflichtversicherungSchutz vor Forderungsausfällen in der Kfz-Versicherung
Schutz nicht in jeder Versicherung standardmäßig enthaltenForderungsausfälle im Standardtarif sind grundsätzlich nicht abgedeckt
Einige Tarife enthalten Absicherungen gegen Forderungsausfälle, andere nichtVersicherungsumfang kann erweitert werden
Vergleich der Versicherungsbedingungen der einzelnen Anbieter notwendigAbschluss eines Schutzbriefes bietet bei den meisten Versicherern Schutz vor Forderungsausfällen

Statistische Häufigkeit vom Forderungsausfall

Forderungsausfälle kommen durchaus häufig vor. Beispielsweise wurden 2011 Unternehmer befragt, ob sie im vergangenen Jahr erhebliche Zahlungsausfälle zu verzeichnen hatten. Beachtenswert ist hierbei, dass es sich nicht um geringfügige Ausfälle, sondern um finanzielle signifikante Posten ging.

Bei der Erhebung gaben in Deutschland 14% der Befragten an, dass sie solche Ausfälle vernahmen. In anderen Staaten der europäischen Union waren die Zahlungsausfälle noch wesentlich höher: So kam es in Griechenland (51%), Italien (45%), Ungarn (44%) oder Spanien (43%) bei grob jedem zweiten Unternehmen zu Forderungsverlusten. Der Durchschnitt aller Staaten in der europäischen Union lag bei 15%. Im weltweiten Vergleich (18%) lag die Eurozone damit etwas besser.


Einzelnachweise und Quellen

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, § 195 Regelmäßige Verjährungsfrist, Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) »
Dannenberg, Henry: Quantitative Bewertung des Ausfallrisikos von Forderungsportfolios gewerblicher Unternehmen: Eine Analyse unter besonderer Berücksichtigung von Schätzunsicherheit und einer fehlenden eigenen Datenbasis im Unternehmen »
Müller, Rudolf: Erfolgreiches Forderungsmanagement »
Friege, Christian / Stauss, Bernd: Forderungsmanagement »


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