Haftpflichtversicherungen kündigen

Schnell ist im Alltag ein Missgeschick passiert: Man unterhält sich mit dem Nachbarn – und das Kind kickt einen Ball in dessen Fensterscheibe.

Gut, dass man eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Leider übersehen Versicherte, wie viele Stolperfallen in die Verträge eingebaut sind. Ist das Kind deliktunfähig, zahlt der Versicherer nicht.

Die Lösung: Man kündigt den Vertrag und orientiert sich neu. Wie kann die Privathaftpflicht gekündigt werden? Was muss man als Versicherungsnehmer beachten?

Wann die Haftpflichtversicherung kündigen?

Grundsätzlich ist eine Kündigung der Privathaftpflicht auf Basis des:

  • außerordentlichen und
  • ordentlichen Kündigungsrechts

möglich. Letzteres zielt auf das Kündigen zum Ablauf der Versicherungsperiode ab.

Diese beläuft sich allgemein auf ein Jahr. Zwar kann per Vertrag über mehrere Jahre auf die Ausübung dieses Rechts verzichtet werden. Nach § 11 Abs. 4 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) ist aber ab dem Ende des dritten Versicherungsjahres jederzeit eine Kündigung – unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist – möglich.

  • Die Kündigungsfrist aus dem Vertrag ist unbedingt einzuhalten, da die Versicherung sonst weiter besteht.

Außerordentlich Kündigen – die Alternative

Das außerordentliche Kündigungsrecht greift in der Regel dann, wenn der Versicherer:

  • den Beitrag anpasst (ohne Leistungserhöhung)
  • einen Schaden reguliert
  • die Freistellung des Versicherten im Schadensfall ablehnt
  • das versicherte Risiko wegfällt.

Letztgenannter Fall trifft beispielsweise in der Tierhalterhaftpflicht zu, wenn das versicherte Tier verstirbt. Die Kündigung der Haftpflichtversicherung im Schadensfall oder im Zusammenhang mit einer Beitragsanpassung wird oft als Sonderkündigungsrecht bezeichnet und ist an eine Kündigungsfrist von einem Monat gebunden.

Haftpflichtversicherung kündigen – so geht´s

Um eine Privathaftpflichtversicherung zu kündigen, muss der Versicherte nicht nur die Kündigungsfristen einhalten. Allgemein ist für das Kündigungsschreiben die Textform vorgeschrieben. Verbraucher können hier zu Vordrucken greifen, wo nur noch die Angaben zum Versicherungsvertrag ausgefüllt werden müssen.

Empfehlenswert ist für den Versand das Einschreiben mit Rückschein und die Aufforderung an den Versicherer, eine Eingangsbestätigung auszustellen.

Parallel können Verbraucher noch einen anderen Weg einschlagen – die Übergabe der Kündigung an die Haftpflichtversicherung in der nächsten Filiale. In diesem Fall sollte man sich den Vorgang immer schriftlich bestätigen lassen bzw. das Kündigungsschreiben im Beisein eines Zeugen überreichen.

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