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Verträge, die zu teuer oder nicht mehr gebraucht werden, kündigt man einfach. Im Fall der Risikovorsorge sollte ein Anschlussvertrag sicher sein. Noch schwieriger wird die Situation im Fall der Kapitallebensversicherung.

Hier droht nicht einfach nur der Wegfall des Versicherungsschutzes. Vorschnell ausgesprochen kann das Kündigen der Police zu finanziellen Einbußen führen. Wie kommt man bei der Kündigung um diese Einbußen herum?

Warum eine Kapitallebensversicherung überhaupt kündigen?

In der Vergangenheit haben hohe Garantiezinsen und die Überschussbeteiligung kapitalbildende Lebensversicherungen zu attraktiven Sparprodukten gemacht. Aber: Wer damit Erfolg haben will, legt sich über Jahrzehnte fest. Schnell braucht man im Alltag Geld, etwa für:

  • einen Pkw
  • verschiedene Konsumartikel
  • den Eigenheimausbau oder

gerät aus anderen Gründen in finanziell unruhiges Fahrwasser. Fakt ist, dass nur ein Bruchteil der Verträge wirklich bis zum Ende bespart wird. Schätzungsweise jede dritte Kapitallebensversicherung nimmt ein vorzeitiges Ende.

Kündigen – das Problem mit dem Rückkaufswert

Im Fall der Kapitallebensversicherung wird die Kündigung als Rückkauf bezeichnet, da dem Versicherten im Fall der Kündigung nach § 169 VVG ein Rückkaufswert zusteht. Das Problem: Dieser Wert ist in der Regel deutlich geringer als die bis zum Zeitpunkt der Kündigung aufgelaufenen Beiträge.

Ein Grund ist die Verrechnung von Abschlusskosten mit den Prämien in den ersten Versicherungsjahren. Gleichzeitig kann durch einen Stornoabzug das verbleibende Kapital zusätzlich schrumpfen. Die Kapitallebensversicherung zu kündigen ist daher ein nicht ganz einfacher Schritt.

Kapitallebensversicherung: Verkaufen statt kündigen

Seit einigen Jahren existiert neben der Kündigung eine Alternative – der Verkauf.

Aus Großbritannien kommend, hat sich ein Zweitmarkt für gebrauchte Kapitallebensversicherungen entwickelt. Die hier aktiven Anbieter zahlen oft einen im Vergleich zum Rückkauf um einige Prozent höheren Ankaufspreis.

Dieser Weg steht aber nur unter bestimmten Voraussetzungen offen, etwa wenn es sich um Verträge mit vorgeschriebenen Mindestrückkaufswerten und keine fondsgebundenen Policen handelt. Von daher ist dieser Weg nicht für alle Versicherten eine Möglichkeit.

Die Kapitallebensversicherung auflösen – wann kündigen

Wer seinen kapitalbildende Lebensversicherung dennoch zu den Akten legen will, kann die Kündigung nach bei laufender Beitragszahlung zum Ende der Versicherungsperiode aussprechen. Damit ist nicht zwangsläufig das Versicherungsjahr gemeint. Versicherer erlauben die Kündigung oft auch zum Ende des laufenden Monats.

  • Eine kapitalbildende Lebensversicherung muss nicht gekündigt oder verkauft werden – es besteht die Möglichkeit der Beitragsfreistellung.

So wird die Kapitallebensversicherung richtig gekündigt

Wer sich zur Kündigung seiner Kapitallebensversicherung entscheidet, muss diese in schriftlicher Form beim zuständigen Versicherer einreichen. Ein Musterschreiben, das individuell angepasst werden kann, ist folgend zu finden.

Beispiel: Kündigungsschreiben Lebensversicherung

Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Musterhausen

Datum

Versicherungsunternehmen
Abteilung
Anschrift
PLZ und Ort

Versicherungsnummer: XXXXXXXX

Kündigung meiner Lebensversicherung

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich die unter oben genannter Versicherungsnummer bestehende Lebensversicherung zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
Den Rückkaufswert bitte ich Sie, auf folgendes Bankkonto zu erstatten:
Kontoinhaber
IBAN
BIC

Bitte schicken Sie mir eine schriftliche Kündigungsbestätigung an die oben genannte Adresse.

Mit freundlichen Grüßen
Unterschrift (handschriftlich)

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