Der Oberbegriff Kompositversicherer steht für all diejenigen Versicherungszweige, die von einem Unfall- bzw. Schaden-Versicherungsunternehmen betrieben werden dürfen. Darunter fallen alle Versicherungen, bei denen es sich nicht um eine Kranken- oder Lebensversicherung handelt.

Inhaltsverzeichnis:
  1. Versicherungsarten im Detail
  2. Vertragsbedingungen
  3. Bekannte Kompositversicherer

Die rechtliche Grundlage für die Trennung nach Versicherungssparten findet sich in § 8 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), in dem die Trennung vorgeschrieben und detailliert geregelt ist.

Welche Versicherungsarten dürfen Kompositversicherer anbieten?

Aufgrund der gesetzlichen Definition als Personen- und Schadenversicherungen dürfen Kompositversicherer ihren Kunden vor allem Leistungen in den folgenden Versicherungsarten anbieten und entsprechende Versicherungsverträge abschließen:

  • Sachversicherungen (also Sach-, Haftpflicht-, Unfallversicherung)
  • Feuer-Industrie- sowie Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherungen
  • Maschinenversicherungen
  • Unfallversicherungen (wenn sie eine Prämienrückgewähr beinhalten)
  • Wohngebäudeversicherungen
  • Kraftfahrtversicherungen
  • Transportversicherungen

Auch Kredit-, Exportkredit-, Kautions- sowie Vertrauensversicherungen zählen zu den Sparten, die von einem Kompositversicherer angeboten werden können. Als Grundprinzip innerhalb der Kompositversicherungen gilt, dass sich jede einzelne Sparte solcher Versicherungen möglichst selbst tragen sollte. Lebens- oder Krankenversicherungen dürfen solche Versicherungen nicht betreiben bzw. anbieten.

Gibt es gesetzliche Vorgaben zu den Vertragsbedingungen von Kompositversicherern?

In diesem Segment der Versicherungsbranche bilden die Kompositversicherer durch die Anzahl der Versicherungsunternehmen die größte Gruppe. Die Vertragsbedingungen solcher Versicherungen können zwischen den Vertragspartnern (also dem Versicherer und dem Versicherten) relativ frei verhandelt werden. Durch das Versicherungsaufsichtsgesetz sowie das Versicherungsvertragsgesetz werden bezüglich der Leistungen und Gegenleistungen gesetzliche Vorgaben gemacht, die es zu beachten gilt.

  • Die gesetzlichen Vorgaben dienen in erster Linie dem Ziel, die Versicherungsnehmer vor Nachteilen zu schützen, die sich aus einem Versicherungsvertrag für sie ergeben könnten.

Wichtige Unternehmen im Bereich Kompositversicherer

Es gibt in Deutschland einige Versicherungskonzerne, die in den Bereich der Kompositversicherer gehören. Um die gesetzlich vorgeschriebene Spartentrennung zu gewährleisten, wurden von diesen Unternehmen Tochtergesellschaften gegründet. Zu den wichtigsten Versicherern gehören beispielsweise:

  • Allianz
  • Axa
  • R+V Allgemeine
  • Ergo
  • LVM
  • HUK Coburg Allgemeine

Die meist kostenintensiven Versicherungszweige können von den Versicherungskonzernen meist durch das Gesamtergebnis kompensiert werden, sodass sich in der Regel ein positives Jahresergebnis in den Bilanzen der Marktführer zeigt.


Quellen

Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) § 8 »
Icha, Aline: Die Nettopolice »


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