lebensversicherung-auszahlung

Sicherheit geht vor – viele Familien folgen spätestens mit dem ersten Kind dieser Devise. Eine Lebensversicherung gehört damit fast immer zum Portfolio.

Deren Pluspunkt: Sie ist günstiger als Sparverträge und greift Hinterbliebenen im Ernstfall unter die Arme.

Eine bange Frage bleibt: Was erwartet meine Familie bei der Auszahlung? Und welche Punkte werden für mich wichtig, wenn ich seit Jahren in eine kapitalbildende Lebensversicherung spare?

Risikoschutz: Lebensversicherung hier steuerfrei

Mit einer Risikolebensversicherung sind finanzielle Sorgen der Hinterbliebenen Schnee von gestern. Leider trifft diese Aussage nicht immer zu.

Der Grund: Eine Auszahlung aus dem Vertrag ist zwar auf den ersten Blick steuerfrei, allerdings gilt dies nur für die Einkommenssteuer. Werden durch die Auszahlung etwa geltende Grenzen für Freibeträge in der Erbschaftssteuer erreicht, greift der Fiskus dennoch zu.

Kapitallebensversicherung – die Auszahlungen im Steuerdschungel

Besonders kompliziert wird die Situation, wenn es um die Auszahlung einer Lebensversicherung geht, die dem Kapitalaufbau dient. In den letzten Jahren haben sich hier einige Dinge geändert – was dank Übergangsvorschriften nicht immer einfach zu durchschauen ist.

Beispiel: Ein Vertrag aus der Zeit vor 2005 ist steuerlich begünstigt, wenn:

  • die Leistung auf einen Schlag ausgezahlt wird
  • der Erstbeitrag bis zum 31.März 2005 geflossen ist
  • der Vertrag wenigstens zwölf Jahre zurückgelegt hat
  • über fünf Jahre Beiträge gezahlt wurden.

Unter diesen Bedingungen wäre die Auszahlung steuerfrei. Schon ein Abruf als Rente würde dem Versicherten einen Strich durch die Rechnung machen.

Noch schwieriger wird die Situation für eine Lebensversicherung, die ab 2005 zustande gekommen ist. Hier muss neben der Auszahlung als Einmalzahlung und Laufzeit von zwölf Jahren der Abruf nach Ende des 60.Lebensjahrs (62.Lebensjahr für Verträge ab 2012) erfolgen, um Steuervergünstigungen (hälftige Ertragsbesteuerung) in Anspruch nehmen zu können.

Darüber hinaus muss der Vertrag einen Todesfallschutz von 50 Prozent der Beitragssumme als Minimum umfassen.

Lebensversicherung: Das Problem der vorzeitigen Auszahlung

Die Verträge rund um Lebensversicherungen laufen meist über viele Jahre. Gerade die Kapitallebensversicherung wird daher des Öfteren vorher gekündigt.

Das Problem: Wer sich den Rückkaufswert vor Ablauf der genannten Fristen auszahlen lässt, riskiert Steuervorteile – und wird damit noch mehr belastet.

Deshalb sollte man sich eine vorzeitige Kündigung der Lebensversicherung sehr gut überlegen und sich die Zeit nehmen, einige Beispielrechnungen vorzunehmen.

Auf diese Weise lässt sich herausfinden, ob die Kündigung wirklich Vorteile birgt oder ob man Ende noch mehr bezahlen muss.

Das könnte Sie auch interessieren