Pflegeversicherung Pflegestufen Leistungen

Seit 1995 existiert in Deutschland die Pflicht zur Absicherung gegen das Kostenrisiko bei Pflegebedürftigkeit. Kern der gesetzlichen Pflegeversicherung ist die Einordnung der Pflegebedürftigkeit in Pflegestufen.

Wie hoch sind die Leistungen in den einzelnen Pflegestufen? Wer entscheidet über die Pflegestufe? Und wie verhalten sich Betroffene bzw. Angehörige, wenn sie mit dem Ergebnis der Einstufung nicht zufrieden sind?

Pflegebedürftigkeit – das System der Pflegestufen

In der Pflegeversicherung ist für die Höhe der zustehenden Leistungen die Pflegestufe ausschlaggebend. Nach dem Antrag bei einer Pflegekasse prüft der Medizinische Dienst den Grad der Pflegebedürftigkeit.

Sofern ein gewisser Umfang an Grundpflege und allgemeiner Hilfebedürftigkeit besteht, erfolgt die Einstufung in eine der Pflegestufen I – III.

Übersicht der verschiedenen Pflegestufen:

  • Pflegestufe I: Grundpflege mindestens 45 Minuten, Hilfebedürftigkeit: wenigstens 90 Minuten
  • Pflegestufe II: Grundpflege mindestens 120 Minuten, Hilfebedürftigkeit: wenigstens 180 Minuten
  • Pflegestufe III: Grundpflege mindestens 240 Minuten, Hilfebedürftigkeit: wenigstens 300 Minuten
  • Pflegestufe 0 führte lange zu keinem Anspruch auf Leistungen. Inzwischen stehen bei eingeschränkter Alltagskompetenz (Demenz o. Ä.) Betroffenen einige Pflegeleistungen zu.

Welche Leistungen gibt es in welcher Pflegestufe?

Bei Pflegebedürftigkeit stehen Betroffenen und Angehörigen verschiedene Leistungen zur Verfügung. Dabei wird in ambulante und stationäre Pflege unterschieden, wobei der ambulante Bereich bevorzugt wird.

Leistungen der Pflegeversicherung bestehen unter anderem aus:
  • Pflegegeld
  • Pflegediensten
  • Kombinationsleistungen
  • Tages- und Nachtpflege
  • Absicherungen der Pflegeperson
  • Pflegehilfsmittel
  • Wohnumfeldverbesserungen usw.

Während der Anspruch für einige Leistungen ohne Rücksicht auf die Pflegestufen besteht, sind Pflegegeld und Pflegesachleistungen von der Einstufung abhängig. Hier gilt die Faustregel: Je höher die Pflegestufe, umso umfassender der Leistungsanspruch.

Was passiert bei erhöhtem Pflegebedarf?

Sofern im Einzelfall einer erheblicher höherer Pflegebedarf besteht, kann im Rahmen der ambulanten Pflegesachleistungen und der stationären Pflege eine Härtefallregelung in Anspruch genommen werden.

Darüber hinaus stehen aus der Pflegeversicherung einige Sonderleistungen zur Verfügung, wie zum Beispiel Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege.

Für die Bewertung des Pflegebedarfs bzw. die Pflegestufe kommt es auf Minuten an. Das Führen eines Pflegetagebuchs kann – in Zusammenarbeit mit professionellem Pflegepersonal – eine wertvolle Unterstützung sein.

Übersicht des Pflegegelds und der Pflegesachleistung nach Pflegestufen:

Pflegegeld (ohne eingeschränkte Alltagskometenz)
Pflegestufe I244 Euro
Pflegestufe II458 Euro
Pflegestufe III728 Euro
Pflegesachleistung
Pflegestufe I468 Euro
Pflegestufe II1.144 Euro
Pflegestufe III1.612 Euro

Das könnte Sie auch interessieren