Bei der Pflegeversicherung unterscheidet der Gesetzgeber zwischen der gesetzlichen bzw. sozialen Pflegeversicherung (etwa für Arbeiter, Angestellte oder Arbeitslose) und der privaten Pflegeversicherung, in der sich unter anderem Selbstständige, Freiberufler oder Beamte gegen Pflegebedürftigkeit absichern können.

Beide sind Teil der jeweiligen Krankenversicherung und stellen damit eine Pflichtversicherung dar. Rechtsgrundlage ist § 110 Elftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI).

Private Pflegeversicherung - für wen sinnvoll?

Eine Absicherung über die Private Pflegeversicherung ist vor allem für all diejenigen sinnvoll, die aufgrund ihres Berufes oder der Höhe ihres Einkommens nicht automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind. Zu diesem Personenkreis zählen vor allem:

  • Freiberufler
  • Selbstständige
  • Studenten
  • Angestellte, deren Jahresbruttoeinkommen mehr als 59.400 Euro beträgt
  • Beamte

Vor allem für Beamte und zukünftige Beamte ist die private Kranken- und Pflegeversicherung sinnvoll, da sie in vielen Fällen ein Anrecht auf Beihilfe haben. Das bedeutet, dass Beamte die Gesundheit betreffende Rechnungen zuerst privat begleichen und dann vom Dienstherren zwischen 50 und 80 Prozent der Kosten erstattet bekommt.

Zu unterscheiden sind übrigens der sogenannte Pflege-Bahr, die private Pflegetagegeld-Versicherung, die Pflegerentenversicherung und die Pflegekostenversicherung.

Beitrag für die Private Pflegeversicherung

In welcher Höhe Kosten für eine privaten Krankenversicherung anfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Daher variieren sie von Anbieter zu Anbieter. Normalerweise spielen folgende Faktoren eine Rolle:

  • Alter
  • Gesundheitszustand
  • Berufsgruppe des Antragstellers (z. B. Beamte, Freiberufler)
  • Umfang der gewünschten Leistungen

Die Höhe der Beiträge für eine Private Pflegeversicherung wird beispielsweise davon beeinflusst, ob und in welcher Höhe eine Selbstbeteiligung vereinbart wird, wie hoch das Krankentagegeld ausfallen soll und welche sonstigen Zuschüsse gewährt werden sollen.

Manch Private Pflegeversicherung legt ihren Fokus auf spezielle Berufsgruppen, bei anderen Anbietern finden sich eher allgemeine Tarife.

Bei Privatversicherten werden die Beiträge nicht nicht auf Basis des Einkommens berechnet, sondern aufgrund des individuellen Risikos. Normalerweise liegt der Maximalbetrag bei etwa 97 Euro pro Monat, allerdings müssen Privatversicherte meistens deutlich weniger bezahlen.

Eine Ausnahme bilden die ersten fünf Jahre der Mitgliedschaft. Während dieses Zeitraumes kann die Mitgliedschaft in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung höhere Kosten verursachen. Da beispielsweise Beamte ohnehin fast immer beihilfeberichtigt sind, erhalten sie mindestens 50 Prozent der Beiträge zurückerstattet.

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Die Leistungen der Privaten Pflegeversicherung

Grundsätzlich ist zu beachten, dass auch die Private Pflegeversicherung für Beamte und andere nicht darauf ausgelegt ist, sämtliche Kosten im Falle einer Pflegebedürftigkeit abzudecken. Durch ihre Leistungen kann nur ein Teil gedeckt werden, den großen Teil muss der Versicherte selbst tragen.

Die Leistungskataloge der gesetzlichen und der Privaten Pflegeversicherung sind weitgehend deckungsgleich. Auch die Private Pflegeversicherung gewährt Leistungen in den Bereichen:

  • Pflegegeldleistungen
  • Kostenerstattung für pflegebezogene Sachleistungen
  • Hilfsmittel für die Pflege
  • Verhinderungspflege
  • Kurzzeitpflege
  • Erstattung der Kosten bei vollstationärer Pflege im Heim (nur Pflegeleistungen, keine Unterbringungs- oder Verpflegungskosten)
  • Leistungen für teilstationäre Pflege
  • Zusatzleistungen für Wohngruppen
  • Leistungen zur Verbesserung des Wohnumfeldes
  • Leistungen zur Pflege behinderter Personen in vollstationären Einrichtungen
  • Entlastungsbetrag
  • Leistungen für die Übergangspflege (bei Personen ohne Zuordnung zu einem Pflegegrad)

Der größte Unterschied besteht in der Form der Gewährung von Leistungen. Während diese in der gesetzlichen Pflegeversicherung als Geld- oder Sachleistungen direkt gewährt werden und der Versicherte nur den auf ihn entfallenden Teil zahlen muss, geht der privatversicherte Beamte oder Freiberufler zunächst in Vorleistung und zahlt anfallende Behandlung- oder Pflegekosten selbst.

Mit dem Beleg zur Leistung kann er dann bei seiner Pflegeversicherung einen Antrag auf Erstattung einreichen. Die Private Pflegeversicherung zahlt dann die Kosten anteilig an den Versicherten zurück.

Private Pflegeversicherung in der Steuererklärung eintragen

Die Eintragung für Beiträge, die für die Private Pflegeversicherung gezahlt wurden, muss in einer der Anlagen zur Einkommenssteuererklärung vorgenommen werden. Bevor man einen Betrag angibt, sollten vorher erhaltene, steuerfreie Zuschüsse oder erstattete Beitragszahlungen abgezogen werden.

Dann muss man den entsprechenden Betrag nur noch in der in der Anlage Vorsorgeaufwand in Zeile 29 eintragen.

  • Für privatversicherte Beamte oder Selbstständige gelten hinsichtlich der Geltendmachung besondere Vorschriften. Mitglieder in einer privaten Kranken- und Pflegeversicherung dürfen die Beiträge nur dann zu 100 Prozent geltend machen, wenn sie im Basistarif der privaten Krankenversicherung sind. Haben Beamte oder andere einen anderen Tarif gewählt, sind die Beiträge nur bis zur Höhe der sogenannten "Basisabsicherung" absetzbar. Die Beiträge wirken sich allerdings nur solange steuermindernd aus, bis der abzugsfähige Maximalbetrag durch "andere Versicherungen" erreicht ist. Für Beamte, Angestellte, Pensionäre bzw. Rentner und die dazugehörigen Ehe- oder Lebenspartner gilt ein Höchstbetrag von 1.900 Euro. Bei Selbstständigen liegt der abzugsfähige Höchstbetrag bei 2.800 Euro.

Pro und Contra der Privaten Pflegeversicherung

Bezüglich der Vor- und Nachteile, die die Private Pflegeversicherung mit sich bringt, muss eher über das Pro und Contra der privaten Pflegezusatzversicherung gesprochen werden.

Die Private Pflegeversicherung selbst ist ja eine Pflichtversicherung, die vor allem für einkommensstarke Personen sowie für Beamte, Selbstständige, Freiberufler oder Studenten die Möglichkeit bietet, sich gegen Pflegebedürftigkeit abzusichern.

Bei einer zusätzlichen, privaten Pflegezusatzversicherung hingegen ergeben sich folgende Vor- und Nachteile:

Vorteile der Privaten PflegeversicherungNachteile der Privaten Pflegeversicherung
Vorsorgelücke wird geschlossenVersicherung zahlt nur im Leistungsfall
Familienangehörige müssen nichts zahlenVerlust sämtlicher Beiträge bei nicht eintretender Pflegebedürftigkeit
Vermögen wird geschont (kein Verbrauch für die Pflege notwendig)Pflege kann aus vorhandenem Vermögen gezahlt werden
Finanzielle Sorgen im Alter werden reduziertKeine Notwendigkeit, wenn die Kinder zur Pflege bereit sind
Kein sozialer Abstieg (kein Verlust des Lebensstandards)Sehr hohe Beiträge in höherem Alter

Quellen

Elftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) § 110 »
Schmid, Angelika: Private Pflegeversicherung: Vergleich der Leistungen - kluge Eigenvorsorge mit der Pflegezusatzversicherung »


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