Versicherungsexperten verstehen unter einer Überversicherung, dass die Versicherungssumme höher ist, als der eigentliche Wert des abgesicherten Interessen, also der Versicherungswert.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Beispiel
  2. Konsequenzen

Der Begriff der Überversicherung steht stets im Zusammenhang mit einer sogenannten Vollwertversicherung, bei der die Werte der zu versichernden Werte jeweils unterschiedlich sind. Eine solche Versicherung führt zu finanziellen Nachteilen und kann zudem rechtliche Probleme nach sich ziehen.

Beispiel für eine Überversicherung

Was bei einer zu hoch angesetzten Versicherung geschieht, lässt sich am besten mit einem ganz praktischen Beispiel erklären. Nimmt man an, ein Versicherter hat eine Hausratversicherung über 50.000 Euro abgeschlossen, obwohl die versicherten Gegenstände lediglich einen Versicherungswert von 40.000 Euro besitzen.

Kommt es zum Schadensfall, zahlt die Versicherung lediglich die tatsächlich entstandene Schadenshöhe, nicht den zu hoch angegebenen Versicherungswert.

  • Wird z. B. für eine Digitalkamera ein Wert von 2.000 Euro angegeben, die aber nur einen Wert von 1.000 Euro hat, dann ersetzt die Versicherung den realen Wert und nicht den angegebenen beziehungsweise zugrundegelegten Wert.

Die Überversicherung und mögliche Folgen

Im Falle einer Überversicherung können sich zwei verschiedene Szenarien als Folgen ergeben. Zu unterscheiden ist hier, ob eine Überversicherung unbeabsichtigt oder in voller Absicht zustande kommt:

  1. Wenn die Versicherungssumme deutlich über dem Versicherungswert liegt, sind beide Vertragsparteien dazu berechtigt, zu beantragen, dass die Versicherungssumme gesenkt wird, um den Zustand der Überversicherung ohne Verzögerung zu beenden. Dies kann beispielsweise mithilfe einer Prämiensenkung geschehen.
  2. Wenn ein Versicherungsnehmer mit der Absicht, durch die Überversicherung einen unerlaubten Vermögensvorteil zu erlangen, einen Versicherungsvertrag abschließt, dann ist ein solcher Vertrag laut § 74 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) schon zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses ungültig.

Eine Folge der Überversicherung ist vor allem, dass der jeweilige Versicherungsnehmer zu hohe Versicherungsprämien zahlen muss, die eigentlich gar nicht notwendig wären. Denn bei einem korrekt angegebenen Versicherungswert und einer darauf abgestimmten Versicherungssumme würden deutlich niedrigere Prämien anfallen. Deshalb bedeutet eine solche Versicherung für den Versicherten immer einen finanziellen Nachteil.


Quellen

Versicherungsvertragsgesetz (VVG) § 74 »
Möller, Hans: Versicherungsvertragsrecht »


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