Lohnsteuerjahresausgleich: Pflichten, Fristen und Befreiung


Lohnsteuerjahresausgleich: Die Fakten

Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen dem Lohnsteuerjahresausgleich und einer Steuererklärung.
Der Lohnsteuerjahresausgleich ist nur nötig, wenn das Einkommen den Grundfreibetrag überschreitet.
Die Frist für den Lohnsteuerjahresausgleich endet jährlich am 31. Mai.
Wendet man sich für die Bearbeitung an einen Steuerberater, gelten andere Fristen.


Mithilfe des Lohnsteuerjahresausgleiches kann ein Arbeitnehmer Geld vom Finanzamt wieder bekommen, wenn im vergangenen Jahr monatlich zu viel Lohnsteuer gezahlt wurde.

Lohnsteuerjahresausgleich

Lohnsteuerjahresausgleich – Wer muss ihn leisten?

Grundsätzlich haben alle Singles, die mindestens 8.652 Euro pro Jahr verdienen, die Pflicht, einen Lohnsteuerjahresausgleich durchzuführen. Dies gilt unabhängig davon, ob sie ledig, geschieden, getrennt lebend oder verwitwet sind.

Für Ehepaare erhöht sich die Jahresbruttoverdienstgrenze auf 17.304 Euro. Dabei ist es völlig unerheblich, ob beide Ehepartner in etwa gleich verdienen oder ob die Verdienste sehr unterschiedlich sind.

  • Darüber hinaus haben auch Altersrentner oder Bezieher von Lohnersatzleistungen die Pflicht, einen Lohnsteuerjahresausgleich durchzuführen. Bei Rentnern gilt jedoch der Grundsatz, dass der steuerfreie Anteil am Gesamteinkommen in der Regel deutlich höher als bei den meisten Arbeitnehmern ist.

Alle Personen, die nur eine geringfügig entlohnte Tätigkeit ausüben und auch sonst keine weiteren Einkünfte haben, können sich an das für sie zuständige Finanzamt wenden und dort einen Antrag auf die Befreiung von der Pflicht zum Lohnsteuerjahresausgleich stellen.

Diese Steuerbefreiung, welche auch Nichtveranlagungsbescheinigung genannt wird, ist grundsätzlich drei Jahre gültig. Sie kann aber auch dann widerrufen werden, wenn die Gründe für eine Steuerbefreiung nicht mehr vorliegen.

Unter bestimmten Umständen können auch Alters- oder Erwerbsunfähigkeitsrentner eine Steuerbefreiung beantragen. Dazu darf allerdings ihre Rente eine bestimmte Obergrenze nicht überschreiten.

  • Der Bezug von Arbeitslosengeld I oder II entbindet grundsätzlich nicht von der Steuerpflicht. Gibt es jedoch keine weiteren Einkünfte oder wird lediglich ein Minijob ausgeübt, ist es nahezu ausgeschlossen, dass hierfür Steuern gezahlt werden müssen.

Lohnsteuerjahresausgleich – bis wann muss er eingereicht werden?

MöglichkeitenFristen
Lohnsteuerjahresausgleich selbstständig einreichenbis zum 31. Mai des darauf folgenden Jahres
Lohnsteuerjahresausgleich über Steuerberater einreichenbis zum 31. Dezember des darauf folgenden Jahres

Grundsätzlich endet die Frist für den Lohnsteuerjahresausgleich am 31. Mai des Jahres, welches auf das zu veranlagende Jahr folgt. Hält die steuerpflichtige Person diesen Termin nicht ein, würde sie vom zuständigen Finanzamt eine Mahnung mit der Aufforderung bekommen, die Abgabe der Steuererklärung unverzüglich nachzuholen. Dabei wird in der Regel auch ein konkreter Termin festgelegt.

Alle Personen, die aus irgendeinem Grund die Frist zur Abgabe der Steuererklärung nicht einhalten können, sollten rechtzeitig das zuständige Finanzamt informieren und dort eine Fristverlängerung beantragen.

Lohnsteuerjahresausgleich – Fristen einhalten!

Die Abgabe der Steuererklärung und die Einreichung des Antrages auf Lohnsteuerjahresausgleich sind in der Regel stets mit einiger Arbeit verbunden. Es müssen die entsprechenden Belege herausgesucht und sortiert werden – und so etwas schiebt man gerne ein wenig vor sich her.

Doch die vom Finanzamt gesetzten Fristen für die Steuererklärung sind unbedingt einzuhalten und zu beachten, denn ansonsten könnte dies tatsächlich zu Problemen führen, z.B. zu

  • Zahlung eines Zwangsgeldes,
  • zu Verspätungszuschlägen oder
  • zu einer Schätzung des Einkommes.

Häufig gestellte Fragen

Ja. Sollte man aus einem wichtigen Grund die Abgabefrist der Steuererklärung bis zum 31. Mai des jeweiligen Kalenderjahres nicht einhalten können, so kann eine diesbezügliche Verlängerung der Frist beantragt werden. Für einen derartigen Verlängerungsantrag kann es vielfältige Gründe geben. In der Regel wird das Finanzamt dann eine Fristverlängerung bis zum 30. September gewähren.

In besonderen Ausnahmefällen kann diese Frist auch bis zum 31. Dezember des Jahres verlängert werden. Spätestens dann aber muss der Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich dem Finanzamt vorliegen – ansonsten drohen tatsächlich unangenehme Konsequenzen.

Das Finanzamt geht bei der Einhaltung der Fristen für die Steuererklärung sehr konsequent vor und hier kann es schnell zur einer Strafgebühr von 50 Euro kommen.

  • Rechnet man mit einer Rückerstattung, sollte die Lohnsteuererklärung pünktlich eingereicht werden, um Zinsverluste zu vermeiden.

Besonders in dem Fall, in dem man damit rechnet, eine Nachzahlung leisten zu müssen, ist es wirtschaftlich, die Fristverlängerung auszunutzen, denn in diesem Zeitraum könnte man das Geld noch für sich arbeiten lassen. Rechnet man hingegen eher mit einer Rückerstattung, sollte man den Antrag unbedingt so früh wie möglich einreichen, da man ansonsten Zinsverluste hinnehmen muss.

Wenn man die Steuererklärung über einen Steuerberater einreicht, gilt die Frist bis zum 31. Mai nicht. Hier liegen die Fristen der Steuererklärung anders. Der Steuerberater hat bis zum Ende des kompletten Kalenderjahres die Möglichkeit, die Steuererklärung des Mandanten einzureichen.

Dies gilt auch für Lohnsteuerhilfevereine. Diese haben ebenfalls grundsätzlich während des ganzen Kalenderjahres die Möglichkeit, die jeweilige Steuererklärung beim Finanzamt vorzulegen.


  • Wer also zur Einreichung des Antrages auf Lohnsteuerjahresausgleich verpflichtet ist, sollte sich unbedingt an die hierfür vorgesehenen Steuererklärung Fristen halten oder rechtzeitig daran denken, einen Verlängerungsantrag, möglichst in schriftlicher Form, zu stellen.

Einzelnachweise


  1. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  2. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Freibeträge für Kinder
  3. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl
  4. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Alleinerziehend: Steuerliche Berücksichtigung des Entlastungsbetrags

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