Die wichtigsten Fakten

  • Die Steuerklasse 4 ist nur Ehepaaren vorbehalten.
  • Wer heiratet, kommt automatisch in die Steuerklasse 4.
  • Man kann die Steuerklasse 4 wechseln und die Kombination aus Steuerklasse 3/5 wählen.
  • Für eingetragene Lebenspartnerschaften ist die Steuerklasse 1 meist günstiger als Steuerklasse 4.
  • Eine Kombination der Steuerklasse 4 ist nur mit der Steuerklasse 6 möglich.

Steuerklasse4

Steuerklasse 4: Wichtige Fragen

Das deutsche Steuerrecht sieht die Lohnsteuerklasse 4 für alle Ehepaare und Lebenspartner vor. Prinzipiell ist es bei einer Eheschließung nicht notwendig, die Finanzbehörden zu informieren bzw. den Wechsel zu beantragen. Das Finanzamt wird automatisch in Kenntnis gesetzt und nimmt die Eintragung vor.

 

Prinzipiell unterscheiden sich die Abzüge in Steuerklasse 4 nicht wesentlich von jenen in anderen Lohnsteuerklassen. Vom Arbeitslohn direkt einbehalten werden Lohnsteuer sowie Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer (im Fall der Mitgliedschaft).

Darüber hinaus fallen bei den Abzügen die Sozialabgaben ins Gewicht – also:

Die Höhe der Abzüge variiert mit der Einkommenshöhe und kann mit unserem Brutto Netto Rechner bemessen werden.

Die Steuerklasse 4 entscheidet darüber, wie viel ein Steuerpflichtiger innerhalb eines Steuerjahres vom Arbeitslohn als Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag zu leisten hat. Die Steuererklärung ist hiervon getrennt zu betrachten. Letztere kann – im Fall einer hohen Steuerlast – durch steuermindernde Faktoren zu einer Erstattung führen.

Abgesetzt werden können unter anderem:

Werden mehrere Arbeitnehmertätigkeiten parallel ausgeübt, sollte die Steuerklasse 4 immer für den Job genutzt werden, wo der höchste Verdienst erzielt wird.

Sind die Einkommen von steuerpflichtigen Lebenspartnern und Eheleuten in etwa identisch, ist die Lohnsteuer ähnlich und die Klasse 4 zu bevorzugen. Bei der Kombination 3/5 profitiert letztlich nur einer der beiden vom Wechsel.

Mit dem Faktor erfolgt eine Verteilung der Lohnsteuer entsprechend des Anteils am gemeinsamen Einkommen. Dem Finanzamt werden beim Antrag die erwartenden Einkommen mitgeteilt – und das Finanzamt bestimmt den Faktor. Damit wirkt das Verfahren wie ein Lastenausgleich zwischen den Lebenspartnern bzw. Eheleuten.

Für wen eignet sich die Steuerklasse 4?

Grundsätzlich lohnt sich die Steuerklasse 4 vor allem für Partner, die in etwa gleich viel verdienen. Als Faustregel gilt hier, dass die beiden Einkommen maximal 10 Prozent auseinander liegen sollten.

Hat hingegen einer der beiden Partner einen deutlich höheren Lohn oder ist er gar der Alleinverdiener der Familie, kommt eher die Steuerklassenkombination 3/5 infrage.

Ein wesentlicher Vorteil verheirateter Personen ist es, dass sie ein grundsätzliches Wahlrecht zwischen den einzelnen Steuerklassenkombinationen haben und dass sie ihre Steuerklassen bei Bedarf jederzeit (einmal jährlich bis zum 30.November) ändern können.

  • Eine Änderung setzt jedoch voraus, dass beide Ehepartner damit einverstanden und deshalb auch bereit sind, die persönlichen Konsequenzen der Änderung der Steuerklasse zu tragen.

Die Freibeträge der Steuerklasse 4

Ähnlich wie bei jeder anderen Steuerklasse, erhalten auch die Personen, die in die Steuerklasse 4 eingeordnet sind, bestimmte Freibeträge bei der steuerlichen Veranlagung ihres jährlichen Bruttoverdienstes:

FreibeträgeHöhe des Freibetrags
Grundfreibetrag8.820 Euro
Arbeitnehmerpauschbetrag1.000 Euro
Sozialausgabenpauschbetrag36 Euro
Vorsorgepauschaleabhängig vom Bruttoverdienst
Kinderfreibetrag3.678 Euro
  • In der Steuerklasse 4 gibt es nur die Hälfte des Kinderfreibetrages, der den Angehörigen anderer Steuerklassen zusteht. Der Grund für diese Regelung ist, dass beide Ehepartner den Kinderfreibetrag bekommen, was dann in der Summe aber auch einen Kinderfreibetrag in Höhe von 7.356 Euro im Jahr 2017 ergibt.

Rechenbeispiele für Steuerklassenkombinationen

Hier finden Sie Rechenbeispiele für die zwei möglichen Steuerklassenkombinationen für Ehepaare (3/5 und 4/4), die zeigen,  dass sich bei stark abweichenden Einkommen die Kombination 3/5 mehr lohnt und bei annähernd gleichen Einkommen die Kombination 4/4.

Steuerklassenkombination

Szenarien/Berechnungsbeispiele:

Im Folgenden sollen hier kurz einige gängige Szenarien vorgestellt werden, die die Berechnung der Abzüge in der Steuerklasse 4 noch einmal besser veranschaulichen.

Bislang galt für die beiden Personen jeweils Steuerklasse 1 (sofern beide kinderlos sind). Mit der Heirat ergeht seit 2012 automatisch eine Mitteilung an das Finanzamt zur Eheschließung. Daher werden die Eheleute automatisch in die Steuerklasse 4/4 eingeordnet.

Dies gilt auch dann, wenn einer der Eheleute deutlich weniger verdient. Nach der Eheschließung gilt es zu prüfen, inwiefern die Kombination 3/5 von Vorteil wäre.

Bis Ende Oktober 2015 galt die Regel, dass nur bei Eheschließungen eine automatische Mitteilung an die Finanzämter zur Einordnung in die neue Steuerklasse erging. Seit November 2015 hat sich dies auch für die Begründung einer Lebenspartnerschaft geändert. Sobald diese eingetragen wird, erfolgt automatisch auch die Einstufung in Lohnsteuerklasse 4.

Wechselnde Beschäftigungen – Stichwort Leiharbeit – sind heute keine Seltenheit mehr. Wo Partner/Eheleute ein unsicheres Einkommen erzielen, ist nicht unbedingt automatisch die Steuerklasse 3/5 die beste Wahl. Man kann sich an dieser Stelle auch für das Faktorverfahren entscheiden.

Einzelnachweise


  1. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  2. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend:  Freibeträge für Kinder
  3. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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