Alles Wichtige über die Grundsteuer


Die wichtigsten Fakten

  • Jeder Hausbesitzer muss in Deutschland Grundsteuer bezahlen.
  • Die Grundsteuer wird auf das Eigentum sowie die Bebauung von Grundstücken erhoben.
  • Die Grundsteuer gilt als Substanzsteuer.
  • Die Höhe der Grundsteuer ist nicht einheitlich, sondern wird von der jeweiligen Gemeinde festgelegt.
  • Für Eigentum in der Land- und Forstwirtschaft gilt ein spezieller Grundsteuer-Hebesatz.

Grundsteuer

Was ist die Grundsteuer?

Die Abgabe wird in der Bundesrepublik sowohl auf das Eigentum an Grundstücken als auch auf deren Bebauung erhoben.

Man spricht deshalb auch davon, dass es sich bei der Abgabe um eine Substanzsteuer handelt, weil eben nicht nur das bloße Eigentum für die Besteuerung herangezogen wird, sondern auch dessen Nutzung (Substanz).

Grundsteuer  – welche gibt es und wie hoch ist sie?

Dies lässt sich nicht vereinheitlicht sagen. Dies hat zwei Gründe:

  • Es gibt zwei Grundsteuerarten – A und B.
  • Die Gemeinden legen die Grundsteuer mittels eines Hebesatzes individuell fest.

Interessant ist für die meisten Menschen Variante B, denn diese bezieht sich auf bebaute und bebaubare Grundstücke. Die Variante A ist für das Grundstückeigentum an Land- und Forstwirtschaft vorgesehen.

Pro Kopf zahlt jeder Deutsche durchschnittlich 134,02 Euro jährlich für die Variante B. Der durchschnittliche Hebesatz der Gemeinden liegt bei 410 Prozent.

Insbesondere in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg ist er besonders hoch – in der Bundeshauptstadt liegt er sogar jenseits der Marke von 800 Prozent.

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Wie wird die Grundsteuer berechnet?

SchritteVorgang
Schritt 1Das zuständige Finanzamt legt einen Einheitswert für die Grundstücke fest.
Schritt 2Aus dem Einheitswert wird anteilig die Grundsteuermesszahl gewonnen (Werte für die alten Bundesländer, neue Bundesländer durchschnittlich doppelt so hoch):

Einfamilienhäuser bis 38.346,89 €2,6 Promille
Einfamilienhäuser ab 38.346, 89 €3,5 Promille
Zweifamilienhäuser3,1 Promille
Sonstige Grundstücke3,5 Promille
Land- und Forstwirtschaftliche Betriebe6 Promille
Schritt 3Die Jahresgrundsteuer wird aus dem Produkt von Hebesatz und Grundsteuermesszahl gewonnen.
  • Im niedersächsischen Oldenburg, das einen Hebesatz von 430 Prozent hat, besitzt eine Person ein unbebautes Grundstück, für welches das Finanzamt den Einheitswert von 10.000 Euro festgelegt hat. 3,5 Promille von 10.000 Euro= 35 Euro. 430 Prozent von 35 Euro = 150,5 Euro. Die jährliche Grundsteuer beträgt also 150,50 Euro. Da die Abgabe vierteljährlich zu entrichten ist, müssen alle drei Monate 37,62 Euro gezahlt werden.

Häufig gestellte Fragen zur Grundsteuer?

Tatsächlich werden am Aufkommen der Abgabe alle staatlichen Ebenen beteiligt. Als Folge konnten sich diese nur auf die aktuelle Form der Erhebung als Minimalkonsens einigen.

Sowohl der Bundesgerichtshof als auch das Bundesverfassungsgericht haben sich allerdings schon an der Festlegung des Einheitswerts gestoßen und Zweifel betont, ob dieser Vorgang tatsächlich mit dem Grundgesetz vereinbar sei.

Noch gab es aber keine konkreten Schritte deshalb durch die Gerichte. Dies scheint allerdings nur eine Frage der Zeit zu sein.

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