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Der Steuerklassenrechner ist ein kostenloses Tool, das allen verheirateten Steuerzahlern hilft, die beste Steuerklassenkombination zu finden. Durch die Eingabe des Jahresbruttolohns sowie des Bundeslandes wird Ehepaaren und Personen in eingetragenen Lebenspartnerschaften dargestellt, wie hoch die Differenz zwischen Einkommensteuer und monatlich gezahlter Lohnsteuer am Jahresende ist. Somit zeigt der Steuerklassenrechner, ob man durch einen Wechsel der Steuerklasse Steuern sparen kann.


Steuerklassenrechner

Steuerklassenrechner: Wer kann die Steuerklasse wechseln?

Ein Steuerklassenwechsel ist möglich für

  • Ehepaare
  • eingetragene Lebenspartnerschaften
  • künftig alleinerziehende Personen, die das alleinige Sorgerecht haben und das Kindergeld beziehen
  • Die Steuerklasse zu wechseln ist einmal jährlich erlaubt, Stichtag ist der 30.11.

Dazu ist es lediglich nötig, den Antrag auf Steuerklassenwechsel auszufüllen und zum Finanzamt zu schicken. Beide Partner müssen diesen unterschreiben.

Steuerklassenrechner - Vor- und Nachteile im Überblick

VorteileNachteile
schnelles Ergebnis, ob ein Wechsel der Steuerklasse lohntFaktorverfahren kann nicht berücksichtigt werden
einfache BedienungEhegattensplitting kann nicht mit einbezogen werden
kostenfreiindividuelle Lohnsteuerabzugsmerkmale können nicht berücksichtigt werden
aktuelle gesetzliche Vorgaben werden bei der Berechnung laufend berücksichtigt

Steuerklassenrechner - Funktionsweise, Faktorverfahren und Ehegattensplitting

Der Steuerklassenrechner erlaubt es, innerhalb von Minuten zu recherchieren, ob die Steuerklasse gewechselt werden sollte und wie sich ein Wechsel auswirken würde. Mit dem Tool können Nutzer herausfinden, wie sie auf veränderte Lebenssituationen reagieren sollten.

Künftige Ehegatten haben beispielsweise die Möglichkeit zu simulieren, ob es für sie finanziell vorteilhafter wäre, gemeinsam die Steuerklasse 4 zu wählen oder in die Klassen 3 und 5 zu gehen. Sollte Arbeitslosigkeit drohen, kann die aktuelle Steuerklassenkombination ebenfalls überprüft werden.

Ein weiterer Vorteil, den der Steuerklassenrechner mitbringt, ist seine einfache Bedienung.

  • Eingetragen werden müssen lediglich die beiden Gehälter der Ehegatten (bzw. der Lohn der Einzelperson) sowie bei welchem der Partner ein Kinderfreibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen ist. Anschließend ermittelt das Programm eine Steuerlast und empfiehlt aufgrund dieser Daten eine Steuerklassenwahl. Die anderen Möglichkeiten werden ebenfalls angezeigt, um zu verdeutlichen, weshalb der Rechner gerade diese Steuerklassenkombination empfiehlt.

Der Steuerklassenrechner wird laufend mit den aktuellen gesetzlichen Vorgaben ausgestattet. Die Verwendung ist kostenfrei und erfordert mit Ausnahme der Gehälter sowie des Kinderfreibetrags, die aus praktischen Gründen unverzichtbar sind, keine personenbezogenen Daten.

Einem Programm wie dem Steuerklassenrechner sind einige pragmatische Grenzen gesetzt. So kann es beispielsweise nicht das Faktorverfahren zuverlässig als Variante zur Ermittlung der richtigen Steuerklassenkombination einbinden.

  • Dies liegt zum einen daran, dass der Datensatz, der zur Ermittlung für das Faktorverfahren benötigt wird, sehr groß ist. Zum anderen gibt es bis heute keine abschließende Einigkeit darüber, wann das Faktorverfahren, das oft auch als das optionale Teilungsverfahren bezeichnet wird, wirklich zum Einsatz kommen sollte.

Seine Aufgabe ist es, eine zusätzliche Steuerklassenwahl zwischen der 3 und 5 sowie der Variante 4 und 4 für Ehegatten anzubieten.

Der Steuerklassenrechner kann zudem nicht das Ehegattensplitting berücksichtigen. Auch hierfür sind umfassende Berechnungen erforderlich, die über die einfache Steuerklassenwahl hinausgehen. Das Splitting ist der Steuerklassenwahl ohnehin nachgelagert. Es macht am meisten Sinn, wenn die Ehegatten die Steuerklassenkombination 3 und 5 gewählt haben.


Häufige gestellte Fragen zum Steuerklassenrechner

Mit Ausnahme von kinderlosen Ledigen macht die Verwendung des Steuerklassenrechners für alle Personen Sinn, deren Lebens- und/ oder Einkommenssituation eine Veränderung erfährt.

  • Alleinerziehende können beispielsweise simulieren, wie sich ihr Gehalt durch einen Wechsel in die Steuerklasse 2 ändert.
  • Verwitwete Ehegatten, die nicht länger in der Klasse 3 bleiben dürfen, können sich frühzeitig darauf einstellen, wie viel Geld sie im Monat weniger haben werden, wenn sie künftig wieder in der Steuerklasse 1 sind.
  • Ehegatten können jedes Jahr überprüfen, ob die Steuerklassenkombination 3/5 oder 4/4 besser für sie ist.

Der Steuerklassenrechner benötigt nur wenige Angaben. Es müssen die

  • Geburtsjahre beider Ehepartner
  • ihre Kinderfreibeträge und
  • ihre Kranken- und Rentenversicherungsentgelte eingegeben werden.
  • Die wichtigste Angabe ist jedoch der jährliche beziehungsweise monatliche Bruttoverdienst.

Darüber hinaus sollte auch berücksichtigt werden, dass es in einigen deutschen Bundesländern bestimmte steuerliche Besonderheiten gibt.

Damit der Steuerklassenrechner ein passgenaues Ergebnis liefern kann, sollte unbedingt der Wohnort beziehungsweise das Bundesland der steuerpflichtigen Personen in den Steuerklassenrechner eingegeben werden.

Grundsätzlich sind die individuellen Rahmenbedingungen ausschlaggebend. Ledige Steuerpflichtige haben wenig Chancen auf einen Wechsel, für sie gilt Steuerklasse 1. Bei Eheschließung oder dem Eingehen einer Lebenspartnerschaft wird automatisch Steuerklasse 4 für beide Partner vergeben. Der Wechsel in die Kombination 3/5 oder 4 mit Faktor ist auf Grundlage des gemeinsamen Einkommens zu treffen. Lohnsteuerklasse 6 greift automatisch für Nebenbeschäftigungen.

Ob die Steuerklassenkombination 4/4 oder die Steuerklassenkombination 3/5 für ein Ehepaar günstiger ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Dies hängt einzig und allein von der persönlichen Situation der Eheleute und dabei insbesondere von der Höhe der jeweiligen Bruttoverdienste ab.

Sollten die Bruttoverdienste annähernd gleich sein, wäre die Steuerklassenkombination 4/4 besser, bei deutlich unterschiedlichen Bruttoverdiensten die Steuerklassenkombination 3/5. Das Einkommensverhältnis sollte hier 60:40 Prozent betragen. Der gut verdienende Ehepartner sollte dabei die Steuerklasse 3 und der schlechter verdienende Ehepartner die Steuerklasse 5 wählen.

Dieses Verfahren, welches auch Ehegattensplitting genannt wird, führt nicht selten dazu, dass die Familie mehrere hundert Euro pro Monat an Steuern spart. Allerdings kommt es bei dieser Steuerklassenkombination nach der Steuererklärung häufig zu Nachzahlungen.

Auch dann, wenn sich die persönliche Situation eines oder beider Ehepartner zum Beispiel durch Schwangerschaft oder Arbeitslosigkeit ändert, sollte ein Steuerklassenrechner zu Rate gezogen werden. So kann eindeutig geklärt werden, ob die bisherige Steuerklassenkombination noch passend ist oder ob nicht doch eine Änderung angezeigt wäre.

  • Falls der Steuerklassenrechner ein Ergebnis liefert, das einen Wechsel nahelegt und Sie noch weitere Fragen haben, können Sie sich beim zuständigen Finanzamt genauer informieren. Viele Finanzämter bieten eine Beratungsstelle an, bei der man schnell und unkompliziert Hilfe und Rat bekommt.

 

Ziel ist es, eine gerechte monatliche Besteuerung beider Ehepartner zu gewährleisten. Durch den Faktor auf der Lohnsteuerkarte zahlen die Ehegatten prozentual jeweils nur etwa so viel Steuern wie sie auch zum gesamten Haushaltseinkommen beitragen. Verdient ein Partner nur 15 Prozent der gemeinsamen Einkünfte, so zahlt er auch nur 15 Prozent Steuern.

Das Faktorverfahren kann beim Finanzamt mit dem Steuerklassenwechsel beantragt werden. Es verhindert, dass Partner mit großen Gehaltsunterschieden unter Umständen eine Steuernachzahlung leisten müssen, sorgt aber dafür, dass der Besserverdiener monatlich mehr in der Kasse hat. Tatsächlich ist der Faktor sehr schwer zu berechnen und lohnt sich nur für wenige Ehepaare oder eingetragenen Lebenspartnerschaften.

Partner mit großen Gehaltsdifferenzen (mindestens 60 zu 40 Prozent) sollten das Szenario allerdings wenigstens einmal durchspielen und den Faktor berechnen, um ganz sicherzugehen. Den Faktor kann man dadurch berechnen, dass man die gemeinsame Steuerlast beider Partner nach dem Splitting durch die Steuerlast der Gatten ohne Splitting teilt. Das Ergebnis (z.B. 0,8) wird auf dem Lohnsteuerauszug beider Partner vermerkt. Anschließend wird die zu zahlende Lohnsteuer mit dem Faktor multipliziert.

Wer den Faktor nur grob überschlagen und nicht sofort konkret berechnen möchte, kann folgende Faustformel verwenden: Er sollte wenigstens 0,8 betragen. Ist dies der Fall, sollte man konkret berechnen. Ein geringerer Faktor bringt keine steuerliche Vergünstigung.

 

Es gibt verschiedene Lohnsteuerabzugsmerkmale, welche die monatlich zu zahlende Lohnsteuer verringern. Sie werden elektronisch gespeichert. Der Steuerklassenrechner berücksichtigt hierfür den Grundfreibetrag für jede Steuerklassenkombination sowie den Kinderfreibetrag.

  • Es gibt weitere, individuelle Abzugsmerkmale, die von einem Steuerklassenrechner nicht berücksichtigt werden können.

 

Im Trennungsjahr muss die Steuerklassenwahl nicht überdacht werden. Die Ehegatten dürfen in den bisherigen Klassen verbleiben. Wünscht einer der Partner eine Veränderung, muss diese stattfinden. Entstehen dem anderen Partner aber durch den Wechsel der Steuerklassenkombination finanzielle Nachteile, müssen diese ersetzt werden.

Bei Ehegatten mit der Steuerklassenkombination 4/4, bei denen klar ist, dass künftig Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen- oder Elterngeld bezogen werden, kann ein Wechsel Sinn machen. Die Person, die künftig die Lohnersatzleistungen erhält, sollte in die Steuerklasse 3 wechseln.

Die Höhe der Lohnersatzleistungen berechnet sich nach dem letzten Netto-Gehalt. Dieses wird durch die Klasse 3 deutlich erhöht, wodurch mehr Transferzahlungen fließen. Die höheren Lohnersatzleistungen fangen in der Regel den Verlust auf, der sich dadurch ergibt, dass andere Partner durch die Steuerklasse 5 kurzzeitig mehr Steuern zahlen muss.

Für die Phase der Lohnersatzleistungen wird die Steuerklassenkombination noch einmal gedreht. Nun geht der andere Partner in die Klasse 3. Beide Partner müssen somit fast überhaupt keine Abgaben mehr zahlen und bekommen den höchstmöglichen Betrag bei den Lohnersatzleistungen.

Einzelnachweise


  1. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  2. Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend: Freibeträge für Kinder
  3. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl