Die Steuerklasse wechseln


Die wichtigsten Fakten

  • Die Steuerklasse wechseln können z.B. Ehepaare, um Steuern zu sparen.
  • Um die Steuerklasse zu wechseln, muss man nur ein ausgefülltes Formular zum Finanzamt schicken.
  • Die Steuerklasse wechseln sollte man auch, wenn sich der Familienstand verändert hat.

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Steuerklasse wechseln – in der Praxis einfach

Der eigentliche Wechsel der Steuerklasse ist sehr einfach. Dazu müssen beide Partner lediglich ein Formular ausfüllen und es unterschrieben zurückschicken. Wer ein persönliches Gespräch bevorzugt, sollte einen Termin mit einem Ansprechpartner im zuständigen Finanzamt vereinbaren.

Für wen ein Steuerklassenwechsel möglich ist, darf dieses theoretisch einmal jährlich tun.

  • Ein Ehepartner benötigt immer die Zustimmung des anderen Ehepartners, um die Steuerklasse zu wechseln. Beide Ehepartner müssen den Antrag auf Wechsel der Steuerklasse unterschreiben, ansonsten wird die Änderung nicht durchgeführt.

Die Steuerklasse wechseln: Wer kann/muss warum wechseln?

Grund des SteuerklassenwechselsAlte und neue Steuerklassen
Trennung mit folgender Scheidung und sofortiger räumlicher TrennungVon Steuerklasse 4 in Steuerklasse 1
EheschließungVon Steuerklasse 1 (oder 2) in Steuerklasse 4 (Dieser Steuerklassenwechsel erfolgt für beide Ehepartner automatisch.)
Geburt eines Kindes von einer künftig alleinerziehenden PersonVon Steuerklasse 1 in Steuerklasse 2
Gehaltssprung bei einem der EhepartnerVon Steuerklasse 4 in 3 und 5, wenn die Gehälter auseinandergehen. Umgekehrt, wenn sie zusammenfließen.

Steuerklasse wechseln in besonderen Lebenssituationen

Nach der Hochzeit werden alle Ehepaare automatisch in der Steuerklasse 4 eingeordnet. Ehepartner, die beide in etwa gleich verdienen, sollten bei dieser Steuerklassenkombination bleiben.

Verdient ein Ehepartner deutlich mehr, macht es in der Regel Sinn, dass sich der Mehrverdiener in Lohnsteuerklasse 3 veranlagen lässt. Der schlechter verdienende Partner wechselt in Steuerklasse 5.

Der Wechsel der Steuerklasse resultiert in einem deutlich höheren Nettoeinkommen.

Plant man eine Schwangerschaft,  lohnt sich der Wechsel in die Steuerklassen 3/5. Dabei sollte derjenige Partner, der später das Elterngeld bezieht, in die Steuerklasse 3 wechseln. Denn das Elterngeld wird auf Basis des letzten Nettoeinkommens berechnet. Da die Steuerklasse 3 die Steuerklasse mit den geringsten Abzügen ist, fällt am Ende auch das Elterngeld höher aus.

Paare, die sich zu einer Scheidung entschlossen haben, diese jedoch noch nicht vollzogen ist, können sich gemeinsam veranlagen lassen. Zwar gelten im Trennungsjahr Ausnahmen, doch wenn man belegen kann, dass man während des Trennungsjahrs immer noch zumindest teilweise zusammengelebt hat, wird auch hier eine gemeinschaftliche Veranlagung vom Finanzamt meistens akzeptiert.

  • Lebt man „nur“ in einer Lebenspartnerschaft, ist es nicht möglich, sich gemeinsam veranlagen zu lassen. Somit ist es auch nicht möglich, die Steuerklasse zu wechseln. Diese Lebenspartnerschaft ist nicht mit einer eingetragenen Lebensparterschaft zu verwechseln. Für diese gelten dieselben Möglichkeiten wie für Ehepaare.

Droht in näherer Zukunft eine Arbeitslosigkeit  macht es Sinn, in eine günstigere Steuerklasse zu wechseln.

Denn das Arbeitslosengeld wird basierend auf dem letzten Nettoeinkommen berechnet. Wechselt man rechtzeitig in eine Steuerklasse mit weniger Abzügen, kann man somit das Nettoeinkommen und folglich auch das Arbeitslosengeld etwas erhöhen.

Häufig gestellte Fragen zum Steuerklassenwechsel

Es gibt Situationen, in denen es sinnvoll ist, einen Wechsel der Lohnsteuerklasse zumindest in Erwägung zu ziehen.

Zum Beispiel ist es ratsam, die Steuerklasse zu wechseln, wenn man verheiratet ist und einer der Partner einen deutlichen Gehaltssprung (in die eine oder andere Richtung) macht. Gewechselt wird in diesem Fall von der gemeinsamen Steuerklasse 4 in die Klassen 3 und 5.

  • Wer sich trennt, aber vor der Scheidung zumindest zeitweise noch zusammenlebt, muss nicht wechseln.

Nein. Der Wechsel in eine andere Steuerklasse kann zwar zu einem höheren monatlichen Nettoeinkommen verhelfen, im Rahmen einer Einkommensteuererklärung am Jahresende wird dies jedoch wieder nivelliert. Vor allem in der Steuerklassenkombination 3/5 sind Steuernachzahlungen sehr häufig.

Die automatische Einstufung eines Ehepaares ist für beide Partner die Steuerklasse 4. Der Gesetzgeber hat jedoch erlaubt, dass Ehepaare auch die Steuerklassenkombination 4/4 mit Faktor wählen können. Hiermit soll erreicht werden, dass die zu zahlende Steuer in einem besseren Verhältnis zum tatsächlichen Einkommen steht: Wer mehr verdient, zahlt mehr, wer weniger verdient, zahlt weniger.

oder die Steuerklassenkombination 3/5 auswählen können, wobei in Steuerklasse 5 ein höherer Steuerprozentsatz zu zahlen ist.

Ehepaare oder eingetragene Lebensgemeinschaften sollten, wenn sie sich zu einem Steuerklassenwechsel entscheiden, die Steuerklasse 3 für den Partner wählen, der das höhere Einkommen hat. Auf das höhere Einkommen wird dann ein geringerer Steuersatz angewendet, was für den Partner mit der Steuerklasse 3 zu einem höheren Nettoeinkommen führt.

Die Wahl der Steuerklasse 3/5 hat jedoch den entscheidenden Nachteil, dass diese Paare in jedem Fall eine Steuererklärung am Jahresende abgeben müssen. Bei der Klassenkombination 4/4 ist das nicht erforderlich.

Durch die Abgabe der Steuererklärung wird es dem Finanzamt ermöglicht, durch die Addition der beiden Einkommen und Anwendung des Ehegattensplittings eventuell zu wenig gezahlte Steuern nachzufordern.

  • Die Erfahrung hat gezeigt, dass bei der Steuerklasse 3/5 fast immer eine Steuernachzahlung erfolgt. Der Wechsel lohnt sich nur dann, wenn der Einkommensunterschied zwischen den beiden Einkommen mindestens 40/60 % beträgt.

Der Steuerklassenwechsel kann jedoch auch aus einem anderen Grund wichtig sein. Dadurch, dass sich bei einem Arbeitnehmer das Nettoeinkommen erhöht, hat er den Vorteil, dass bei allen staatlichen Zahlungen, die auf dem Nettoeinkommen beruhen, eine höhere Zahlung erzielt wird.

Man kann einen gewissen steuerlichen Vorteil erzielen, wenn man rechtzeitig aus der Steuerklassenkombination 4/4 in die Steuerklassenkombination 3/5 wechselt. Derjenige, der das Elterngeld bezieht, erhält die Steuerklasse 3. Dabei gelten allerdings enge Fristen, die insbesondere von den werdenden Mütter nur schwer eingehalten werden können.

Wer die Fristen einhalten kann, für den lohnt sich dieser Wechsel, da das Elterngeld aufgrund des Nettoeinkommens der zurückliegenden 12 Monate berechnet wird.

Die Fristen für den Wechsel:
  • Mütter sollten mindestens 7 Monate vor dem Mutterschutz die Steuerklasse wechseln,
  • Väter 7 Monate vor der Geburt.

In der Tat ist das Arbeitslosengeld von der Lohnsteuerklasse abhängig. So ist bei Steuerklasse 4 das Arbeitslosengeld höher als bei Steuerklasse 5.

Wechselt zum Beispiel der Ehepartner, der einer Erwerbstätigkeit nachgeht, die Steuerklasse von 4 auf 3, kann es zu Problemen mit dem Arbeitsamt kommen, da der Wechsel erst bei bereits bestehender Arbeitslosigkeit erfolgt ist.

  • Es wird daher vor dem Antrag auf einen Wechsel der Steuerklasse dringend empfohlen, sich direkt an das Arbeitsamt zu wenden, und um Klärung zu bitten. Auf diese Weise können Probleme, die durch einen Wechsel der Steuerklasse während einer bestehenden Arbeitslosigkeit entstehen können, vermieden werden.

Ehepaare und eingetragene Lebensgemeinschaften können die Steuerklassen wechseln sowie Personen, die zukünftig alleinerziehend sind, das alleinige Sorgerecht haben und das Kindergeld beziehen.

Steuerklasse wechseln: drei Beispiele

Nachfolgend finden Sie drei Szenarien für den Steuerklassenwechsel.

Für beschäftigte Singles gilt in Deutschland Lohnsteuerklasse 1 – sofern keine Kinder vorhanden sind. Im Zuge der Eheschließung wird automatisch eine Mitteilung an die Finanzbehörden erstellt.

Diese ordnen beiden Ehepartnern im Anschluss die Merkmale aus Lohnsteuerklasse 4 zu. Ein Antrag auf Steuerklassenwechsel ist nicht erforderlich. Inzwischen gilt diese Regelung auch für Lebenspartnerschaften.

Hier sind zwei Aspekte von Bedeutung: Einmal die Tatsache der Trennung und auf der anderen Seite der Aspekt Kind. Letzteres führt schlussendlich nicht dazu, dass der Steuerpflichtige in Steuerklasse 1 eingeordnet wird – sondern sich auf Antrag in Steuerklasse 2 einreiht und hier vom Entlastungsbetrag profitiert.

In diesem Zusammenhang gilt vorab, dass beide Ehe- bzw. Lebenspartner (sofern es bisher keinen Anlass zum Wechsel der Steuerklasse gegeben hat) in Lohnsteuerklasse 4 eingeordnet sind.

Da in Deutschland der Bezug von Elterngeld bzw. dessen Höhe ans Nettoeinkommen gekoppelt ist, bietet sich der Wechsel in Steuerklasse 3/5 an. Durch die günstigeren Freibeträge profitiert einer der beiden Partner später in Form eines höheren Leistungsbezugs.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl
  2. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  3. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Steuern: Folgen bei Trennung und Scheidung

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