Erbschaftssteuer


Die wichtigsten Fakten

  • Die Erbschaftssteuer ist weitgehend identisch mit der Schenkungssteuer.
  • Die Erbschaftssteuer wird erhoben, wenn man aufgrund eines Todesfalls etwas erbt.
  • Die Höhe der Erbschaftssteuer bestimmt das Verwandschaftsverhältnis zwischen Erblasser und Erben.
  • Bei der Erbschaftssteuer gelten drei verschiedene Steuerklassen.
  • Diese haben nichts mit den normalen Steuerklassen zu tun.

Erbschaftssteuer freibeträge

Erbschaftssteuer: Steuerklassen und Freibeträge

VERWANDTSCHAFTSGRADSTEUERKLASSEFREIBETRAG
Ehegatten, LebenspartnerI500.000 €
Kinder, Enkelkinder (wenn deren Eltern verstorben sind), Stiefkinder, AdoptivkinderI400.000 €
EnkelkinderI200.000 €
Eltern, GroßelternI100.000 €
Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder, etc.II20.000 €
Nicht verwandte ErbenIII20.000 €

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Die wichtigsten Fragen zur Erbschaftssteuer

Die Rechtsgrundlage für die Erbschaftssteuer ist in Deutschland das Erbschafts- und Schenkungssteuer-Gesetz (ErbStG). Demnach handelt es sich bei der Erbschaftssteuer um eine Erbanfallsteuer.

Dies bedeutet, dass die Steuer beim Erben erhoben wird. Sein Erbe wird um den entsprechenden Steuersatz reduziert. Das Gegenstück zur deutschen Erbschaftssteuer ist die Nachlasssteuer, die beispielsweise in den USA gilt. Hierbei wird das anfallende Erbe pauschal besteuert, bevor es an die Erben verteilt wird.

Die Erbschaftssteuer in Deutschland fällt ab dem Moment an, ab dem der Erbe seinen Teil des Nachlasses erhält.

Seit 2015 gilt die Kapitalverkehrsfreiheit des EU-Parlaments auch für Nachlässe. Konkret bedeutet dies, dass jeder Erbe das Erbrecht seines Heimatlandes als gültiges Recht bestimmen kann, auch wenn er im Ausland lebt und der Besitz im Ausland liegt. Dies muss allerdings vorher im Testament festgehalten werden.

  • Ausgenommen davon sind Grundstücke sowie Betriebsvermögen. Diese müssen weiterhin immer nach dem Recht des Landes versteuert werden, in dem Unternehmen oder Grundstück liegen.

In Deutschland gibt es drei Steuerklassen für die Erbschaftssteuer. In der ersten Steuerklasse befinden sich nahe Verwandte und die ehelichen Lebenspartner, in der Steuerklasse II entfernte Verwandte sowie ehemalige Ehepartner und in der Steuerklasse III alle sonstigen Empfänger.

  • Abhängig von Steuerklasse gelten andere Steuersätze und Freibeträge.  Je näher das Verwandtschaftsverhältnis ist, desto höher fallen die Freibeträge auf die Erbschaftssteuer aus und desto niedriger sind die Steuersätze.

Die Steuersätze hängen zudem von der Höhe des tatsächlichen Erbes ab. Ist das Erbe der Bedachten jeweils höher als der Freibetrag, wird der Übertrag nach dem gültigen Steuersatz der Steuerklasse besteuert.

Erbschaftssteuerrechner

Jede Person, die der deutschen Einkommensteuerpflicht unterliegt, ist dazu verpflichtet, Erbschaftssteuer zu bezahlen. Eine generelle Befreiung ist nicht vorgesehen.

Faktisch gibt es diese in der Regel allerdings trotzdem: Ist der Erbschaftssteuer-Freibetrag höher als das Erbe, muss keine Abgabe gezahlt werden. Der Freibetrag richtet sich nach der Enge des Verwandtschaftsverhältnisses und reicht von 20.000 bis zu 500.000 Euro.

  • Einzige Ausnahme von der generellen Erbschaftssteuerpflicht: Seit 2009 ist eine selbst genutzte Wohnimmobilie, die dem Ehegatten hinterlassen wird, steuerfrei. Geht sie an Kinder, ist sie bis zu 200 Quadratmeter steuerfrei. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass die Immobilie zehn Jahre genutzt wird, bevor man sie veräußert. Das weitere Erbe muss zudem trotzdem versteuert werden.

Bestimmte Erbgegenstände müssen überhaupt nicht versteuert werden und belasten entsprechend auch nicht den persönlichen Freibetrag.

Hierzu zählen:

  • Hausrat bis zu einem Wert von 41.000 €, wenn der Erbe in Steuerklasse I ist
  • Grundbesitz ganz oder in Teilen, Kunst (Gegenstände, Sammlungen), wissenschaftliche Arbeiten
  • Werke kulturellen Schaffens (Bücher, Archive) zu 60/100 ihres Wertes und nur dann, wenn ihre Erhaltung für Kunst, Geschichte oder Wissenschaft Teil des öffentlichen Interesses ist, die jährlichen Kosten für die Erhaltung die Einnahmen übersteigen und wenn das Erbe der Forschung und der Volksbildung zugänglich gemacht wird
  • Grundbesitz, wenn dieser dem Allgemeinwohl dient, entsprechend zugänglich ist und wenn die jährlichen Kosten die entsprechenden Einkünfte übersteigen
  • Erbe, das ausschließlich kirchlichen, mildtätigen oder gemeinnützigen Zwecken dient
  • Erbe, das an politische Parteien fließt
  • selbstgenutzter Wohnraum, der von einem Erblasser aus der Steuerklasse I stammt. Zudem muss der Erbe die Nutzung mindestens zehn Jahre aufrechterhalten. Bei Kindern, die den Wohnraum erben, darf dieser zudem eine Fläche von 200 Quadratmetern nicht übersteigen.

Es gibt keinen festen Termin, an dem der Staat in jedem Jahr die Erbschaftssteuer einzieht. Laut Gesetz entsteht die Steuerschuld durch den Todesfall.

Banken und Versicherungen unterliegen einer Meldepflicht. Dies bedeutet, sie müssen darüber informieren, dass der Konto- bzw. Versicherungsinhaber verstorben ist und die rechtsgültigen Erben benennen. In der Regel dauert es deshalb auch nicht lange, bis diese eine leere Steuererklärung in der Post haben, die sie ausgefüllt zurücksenden müssen.

Gibt es keine Anzeige durch Banken oder Versicherungen, so sind die Erben selbst in der Pflicht, sofern es sich nicht um ein notariell oder gerichtlich eröffnetes Testament handelt. Immer vom Erben angezeigt werden muss ein Todesfall dann, wenn Betriebsvermögen Teil der Erbmasse ist.

Hierfür gibt das Amt eine Frist. Veranschlagt sind in aller Regel drei Monate. Allerdings gibt es außergewöhnliche Gründe, die eine Verlängerung möglich machen.

  • Der Erblasser verstarb aufgrund eines Autounfalls. Der Erbe saß neben ihm, überlebte zwar, aber liegt im Koma. Die Behörden können individuell darüber entscheiden, ob eine ausreichende Rechtfertigung für eine Verlängerung der Frist vorliegt oder nicht.

Das Amt prüft die Erklärung in der Regel innerhalb von drei Monaten und sendet einen Bescheid zurück, der mit einer Zahlungsaufforderung versehen ist. Auch in diesem Fall wird eine Frist gesetzt, die zumeist sechs Wochen beträgt.

  • Haben die gesetzlichen Vertreter des Koma-Patienten die Anzeige des Erbes erledigt und die Erklärung ausgefüllt, können sie dennoch darauf pochen, dass die Zahlungsfrist ausgesetzt wird, da der Steuerpflichtige nachweislich nicht in der Lage ist, dieser nachzukommen.

Erbschaftssteuer: Steuersätze

HÖHE DES ERBES (NACH ABZUG FREIBETRAG) IN EUROSTEUERSATZ STEUERKLASSE ISTEUERSATZ STEUERKLASSE IISTEUERSATZ STEUERKLASSE III
Bis zu 75.0007 %15 %30 %
Bis zu 300.00011 %20 %30 %
Bis zu 600.00015 %25 %30 %
Bis zu sechs Millionen19 %30 %30 %
Bis zu 13 Millionen23 %35 %50 %
Bis zu 26 Millionen27 %40 %50 %
Mehr als 26 Millionen30 %43 %50 %

Die Steuersätze der ErbschaftssteuerHäufig gestellte Fragen

Grundsätzlich unterliegt das gesamte Vermächtnis des Erblassers der Steuerpflicht. Die Werte der einzelnen Elemente werden addiert. Ausgenommen von der Erbschaftssteuerpflicht ist lediglich der persönliche Nachlass: Tagebücher, Schmuck, Kleidung oder Möbel müssen nicht versteuert werden.

  • Gerade in diesem Fall gibt es zahlreiche Grauzonen. Insbesondere bei Schmuck kann es passieren, dass die Gutachter diesen nicht als Teil des persönlichen Nachlasses betrachten.

Grundsätzlich gilt das Kriterium, dass der persönliche Gebrauch früher der ausschlaggebende Grund des Erwerbs gewesen sein muss. Bilder, Schmuck oder Autos sind zugleich eine Vermögenssicherung. Sobald dies auf einen Teil des Nachlasses zutrifft, greift die Erbschaftssteuerpflicht.

Die Höhe der Erbschaftssteuer ist zwar bundeseinheitlich geregelt, dennoch fließt sie den Ländern zu. Konkret wird sie hierfür von dem Finanzamt erhoben, das zuletzt für den Erblasser zuständig gewesen ist.

Komplizierter ist es, wenn der Erblasser im Ausland gelebt hat. Existiert kein Doppelsteuerabkommen mit dem anderen Land und ist dieses nicht Mitglied der EU, so muss die Erbschaftssteuer doppelt gezahlt werden. Die deutsche Erbschaftssteuer wird in diesem Fall vom Finanzamt Berlin-Schöneberg erhoben.

Ähnlich wie die Einkommenssteuer verjährt auch die Erbschaftssteuer. Die Frist läuft fünf Jahre und beginnt im Folgejahr, nachdem man den Bescheid erhalten hat.

  • Der Bescheid flatterte am 4. Januar 2013 ins Haus. Die Verjährung begann am 1. Januar 2014. Verjährt ist die Schuld damit am 1. Januar 2020.

Ein wichtiger Hinweis: Die Verjährungsfrist kann unterbrochen werden. Dies passiert beispielsweise dadurch, dass man um eine Stundung bittet oder amtliche Vollstreckungsmaßnahmen angewendet werden, die nicht direkt die Erbschaftssteuer betreffen. Anschließend beginnt die Uhr wieder bei Null zu ticken.

Um zu verhindern, dass ältere Menschen guten Freunden einfach ihr Vermögen im Alter durch eine Schenkung übertragen, um die Erbschaftssteuer zu umgehen, hat der Gesetzgeber die Regelungen analog gestaltet.

Es gelten die gleichen Freibeträge wie bei der Erbschaftssteuer. Allerdings gibt es bei der Schenkungssteuer einen entscheidenden Vorteil: Der Freibetrag kann nicht nur einmalig, sondern alle zehn Jahre in Anspruch genommen werden.

  • Bei einer Schenkung gibt es beispielsweise keinen Versorgungsfreibetrag, falls die Kinder die Erben bzw. Beschenkten sein sollten. Eine Schenkung belastet zudem die eigenen Finanzen und ist steuerlich nicht abzugsfähig.

Kinder erhalten zusätzlich zum eigentlichen Freibetrag noch einen Versorgungsfreibetrag bei der Erbschaftssteuer, wenn der Erblasser ein biologisches Elternteil oder ein Teil der Adoptiveltern war. Die Höhe des Versorgungsfreibetrags bemisst sich am Alter des Kindes, das erben soll:

  • Bis fünf Jahre = 52.000€
  • Sechs bis zehn Jahre = 41.000€
  • Elf bis 15 Jahre = 30.700€
  • 16 bis 20 Jahre = 20.500€
  • 21 bis 27 = 10.300€

In der Regel erben die Bedachten nicht nur Geld, sondern auch Immobilien und sonstige Sachgüter wie beispielsweise Schmuck, Bücher, Möbel, Autos oder Elektronik. Der Wert der Sachgüter muss ermittelt werden – und zwar zum Todestag.

  • Erben die Bedachten beispielsweise Immobilien im Wert von 200.000 €, so werden diese für die Erbschaftssteuer anschließend so behandelt, als würde es sich um ein Geldvermögen in dieser Höhe handeln. Spätestens an dieser Stelle ist ein Rechner für die Erbschaftssteuer ein unverzichtbares Hilfsmittel.
    Erbschaftssteuerrechner

Der Wert der Sachgüter entspricht also dem Verkehrswert der Sachgüter am Todestag. In aller Regel ermittelt der Nachlassverwalter die entsprechenden Summen für die Erben.

Bei einer Schenkung wird übrigens fast identisch verfahren: Der Wert der Sachgüter ist dann allerdings für den Tag der Überlassung zu bestimmen.

Das Prinzip bei monetären Werten, die nicht auf einem Konto als Kapitalvermögen vorliegen, sondern in Aktien, Obligationen, Zertifikaten oder sonstigen Wertpapieren angelegt wurden, ist identisch mit dem Verfahren bei den Sachgütern.

Der Verkehrswert der entsprechenden Wertpapiere zum Todestag wird ermittelt und als Summe auf das Erbe aufgeschlagen.

  • Erbt man Aktien und Staatsanleihen in Höhe von 510.000 € von seinem verstorbenen Ehepartner, so sind 10.000 € hiervon nach Abzug des Freibetrags zu versteuern.

Auch betriebliches Vermögen kann von der Erbschaftssteuer befreit sein. Generell unterliegen 15 Prozent des betrieblichen Vermögens der Erbschaftssteuer. Ist dieser Wert, der Abzugsbetrag genannt wird, jedoch nicht höher als 150.000€, so ist auch er steuerfrei.

Wenn die Summe höher ist und der Betrieb mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigt, muss dieser zudem mindestens fünf Jahre gehalten werden. Dabei muss die summierte Lohnsumme das Vierfache der Ausgangslohnsumme (durchschnittliche Lohnsumme der letzten fünf Jahre vor dem Erbfall) betragen.

Alternativ kann der Betrieb auch zehn Jahre gehalten werden. Wird dabei summiert die siebenfache Lohnsumme erreicht, ist das Erbe ebenfalls vollkommen steuerfrei. Das begünstigte Vermögen (für den Wertabzugsbetrag) darf nicht von außerhalb der EU stammen und darf bei der fünfjährigen Haltefrist maximal 50 Prozent (zehn Prozent bei der zehnjährigen Haltefrist) aus Verwaltungsvermögen bestehen.

Der Wertabzugsbetrag vermindert jeden Euro, der die Grenze von 150.000€ übersteigt um 50 Prozent. Die Erben müssen entsprechend weniger Steuern zahlen.

Erbschaftssteuer: Szenarien/Berechnungsbeispiele

Um die Verwendung unseres Rechners und die Ermittlung der Erbschaftssteuer zu vereinfachen, sollen verschiedene gängige Szenarien vorgestellt werden, die häufig auftretende Probleme aufnehmen und über Berechnungsbeispiele zeigen, wie diese gelöst werden.

Dies ist der für die Erbschaftssteuer einfachste Fall. Da das Gesamterbe keinesfalls den geringsten Freibetrag übersteigen kann, muss keine Steuer bezahlt werden.

Der Todesfall des Vaters bzw. Ehegatten ist der häufigste Grund für den Erbfall in Familien. Im vorliegenden Szenario würden Frau und die beiden Kinder je 500.000 Euro (1,5 Millionen : 3) erhalten.

Die Frau müsste überhaupt nichts versteuern, da ihr Erbe exakt dem Freibetrag entspricht. Die beiden Kinder müssten je 100.000 € versteuern (500.000 – 400.000 Euro Freibetrag). Die Erbschaftssteuer liegt jeweils bei 11.000€ (elf Prozent von 100.000).

Die Kinder im Szenario müssten älter als 27 sein, denn es wurde kein Versorgungsfreibetrag eingerechnet. Sind sie dies nicht, erhöht sich der Freibetrag entsprechend.

Gleichgeschlechtliche Lebenspartner sind inzwischen Teil von Steuerklasse I.

Im vorliegenden Fall müsste der Partner also keine Erbschaftssteuer bezahlen, denn er erhält weniger als den Freibetrag. Anders die Schwiegereltern – sie gelten in diesem Fall inzwischen auch als solche und sind deshalb Teil von Steuerklasse II und nicht III.

Ihr Freibetrag liegt bei 20.000 €. Zu versteuern sind also 130.000 Euro mit einem Steuersatz von 20 Prozent. Die zu zahlende Erbschaftssteuer liegt folglich bei 26.000 €.

In diesem Szenario soll es um einen häufigen Fall gehen, mit dem erwachsene Kinder zu kämpfen haben: Ein Sohn erhält ein gemischtes Erbe. Dieses soll gesamt drei Millionen Euro betragen.

Das Betriebsvermögen beträgt dabei 450.000€ , das 180 Quadratmeter große Haus ist 1,55 Millionen Euro wert, hinzu kommen sonstige Vermögensgüter und ein Kapitalvermögen in einer Gesamthöhe von einer Million.

Erst einmal sind in diesem Fall das betriebliche Erbe und die sonstige Hinterlassenschaft zu trennen. Es wird zwei Mal getrennt eine Erbschaftssteuer gezahlt.

Für das Betriebsvermögen gilt dabei, dass keine Erbschaftssteuer zu bezahlen ist. Das Betriebsvermögen übersteigt die Grenze von 150.000€ um 300.000€. Der Abzugsbetrag liegt folglich bei 150.000€ und fällt gerade noch unter den Steuerfreibetrag.

Beim Wohnraum ist es entscheidend, ob der Sohn diesen selbst benutzen möchte oder nicht. Benutzt er ihn selbst, so hat er unverzüglich einzuziehen. In diesem Fall ist dieser auch komplett von der Steuer befreit, da die Wohnfläche der Immobilie nicht die 200 Quadratmeter übersteigt. Wäre dies der Fall, würde sie nicht von der Steuer befreit werden. Gleiches gilt, wenn der Sohn nicht einziehen würde. Die Steuern müssten also gezahlt werden.

Aber zurück zu Variante A: Er zieht sofort ein. Es bleibt somit nur noch das Restvermögen in Höhe von einer Million Euro, dass sich um seinen Freibetrag von 400.000€ reduziert. Zu versteuern sind folglich 600.000€. Die Erbschaftssteuer beträgt 90.000€ (15 Prozent). In Variante B wäre sie ungleich höher: Der Wert der Immobilie würde auf das sonstige Erbe aufgeschlagen.

Zu versteuern wären also 2,05 Millionen Euro. Die Erbschaftssteuer betrüge in diesem Fall 19 Prozent von 1,65 Millionen Euro (2,05 Millionen – Freibetrag: 400.000 = 1,65 Millionen) und würde bei 313.500€ liegen – vorausgesetzt, der Sohn ist älter als 27 und hätte in diesem Fall keinen Anspruch mehr auf einen Versorgungsfreibetrag. Ansonsten müsste dieser auf den Freibetrag aufgeschlagen werden. Die Belastung durch die Steuern würde entsprechend sinken.

Häufig passiert es, dass der Erblasser im Ausland lebt, der Erbe in Deutschland. Zumeist gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen, das verhindert, dass eine doppelte Besteuerung vorgenommen wird. Deutschland hat ein solches Abkommen beispielsweise mit den USA.

Die bereits in den USA gezahlte Steuer wird auf die deutsche Steuerlast angerechnet. Im vorliegenden Szenario wäre eine relativ komplizierte Rechnung nötig, denn die USA haben die Nachlasssteuer: Nach dem Anteil des Erbes würde die gezahlte Nachlasssteuer anteilig berechnet.

Aus Gründen der Einfachheit sollen die bereits gezahlten Steuern bei 10.000 € liegen. Die Enkelin müsste nun 800.000 € versteuern (eine Million – Freibetrag 200.000). Es wären 19 Prozent Erbschaftssteuer zu entrichten. Dies wären 152.000 €. Dank des Doppelsteuerabkommens muss die Enkeltochter aber nur 142.000 € (152.000 – 10.000) bezahlen.

Auch in diesem Fall gelten zumeist Doppelsteuerabkommen. Generell wird in dem Land zuerst besteuert, welches die Quelle des Erbes ist. Vereinfacht gesagt: Das Land, wo der Erblasser zuletzt gewohnt hat oder wo der Betrieb stand.

Die Enkeltochter müsste ihr Erbe also erst in Deutschland versteuern. Die deutsche Steuer wird in den USA von der Nachlasssteuer abgezogen. Dabei wird so getan, als sei das Erbe der Gesamtnachlass. Je nach US-Bundesstaat gibt es unterschiedliche Freibeträge und Steuersätze.

Die Spanne ist dabei gewaltig: In drei Staaten gibt es einen solchen Freibetrag überhaupt nicht, in Delaware erreicht er dagegen 5,25 Millionen €. Die Steuersätze schwanken zwischen zwölf und 16 Prozent. Mit Glück und je nach Höhe des Erbes hätte die Enkeltochter also durch die deutsche Erbschaftssteuer ihre Steuerschuld abgegolten und müsste keine zusätzlichen Steuern zahlen.

Bei diesem Szenario wäre möglicherweise eine Schenkung ratsamer: Reine Geldbeträge, die verschenkt werden, unterliegen in den USA keiner Steuerlast. Anders ist es, wenn auch Sachgüter dazu kommen: Ist auch der Bauernhof des Deutschen Teil der Schenkung, so sind hierauf auch in den USA Steuern zu entrichten.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Finanzen: Erbschafts- und Schenkungssteuer
  2. Bundesministerium für Finanzen: Broschüren der Landesfinanzbehörden

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