Steuererklärung

Häufig gestellte Fragen zur Steuererklärung

Was ist eine Steuererklärung?

Um zu bemessen, wie viel Steuern jeder Mensch zu zahlen hat, gibt es die Steuererklärung. In dieser wird über die eigenen Einnahmen, notwendigen Ausgaben sowie besonderen Lebensumstände informiert, die in gesetzlicher Hinsicht relevant sind.Die Steuererklärung gilt für das jeweils zurückliegende Kalenderjahr. Bei einigen Branchen (z.B. Land- und Forstwirte) zählt das zurückliegende Geschäftsjahr.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Grundsätzlich ist jeder Mensch in Deutschland, der mehr als 8004 Euro bzw. bei Paaren 16008 Euro verdient, dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Liegen die eigenen Einkünfte unter dem Freibetrag, kann das Finanzamt jedoch trotzdem die Abgabe einer solchen Erklärung einfordern.Zur Abgabe verpflichtet sind auch Rentner, deren Altersbezüge die für Sie gültigen Freibeträge übersteigt. In jedem Fall müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben, wenn Sie Nebeneinkünfte erzielt haben, die einen Betrag von 410 Euro monatlich überstiegen.Lediglich Arbeitnehmer sind von der jährlichen Abgabe der Erklärung befreit. Doch auch hier gibt es einige Ausnahmen.
  • Dann müssen Arbeitnehmer eine Erklärung abgeben
  • Beide Eheleute haben gearbeitet und einer der Partner war zugleich in den Lohnsteuerklassen 4 und 6.
  • Das Finanzamt hat einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen.
  • Es wurden Entgeltersatzleistungen oder Nebeneinkünfte bezogen, die eine Höhe von 410 Euro monatlich überstiegen.
  • Der Arbeitnehmer war bei mehr als einem Arbeitgeber beschäftigt.
Arbeitslose, die in dem gesamten Jahr keinen Arbeitslohn bezogen haben, jedoch Überschusseinkünfte (Zinsen, Mieten, etc.) verbuchen konnten, müssen ebenfalls eine Steuererklärung abgeben. Gleiches gilt dann, wenn eine Person, ganz gleich in welcher beruflichen Position, außerordentliche Einkünfte (Abfindung, etc.) erzielt hat.Hat sich ein Ehepaar scheiden lassen und beide Partner haben im gleichen Jahr wieder geheiratet, muss die Erklärung ebenfalls beim Finanzamt eingereicht werden.

Was benötige ich für eine Steuererklärung?

Bevor man eine Steuererklärung abgeben kann, muss man einen Papierkrieg überstehen: Notwendig sind
  • die Lohnsteuerkarte
  • die Steuerformulare für die Erklärung
  • Belege
  • Kontoauszüge
  • Eigenbelege (z.B. von gekaufter CD die Hülle kopieren und Datum sowie Kaufpreis notieren, falls sich der Kaufbeleg nicht mehr auffinden lassen sollte)
  • private Versicherungen (z.B. KFZ-Haftpflicht, private Haftpflicht, etc.)
  • Nachweise über Krankheitskosten
  • Pendlerpauschale
  • Sparfreibetrag
  • Nachweise über Spenden und ehrenamtliche Tätigkeiten

Was kostet eine Steuererklärung?

Der Staat verlangt selbstverständlich keine Gelder für die Steuererklärung, denn er benötigt die Unterlagen, um die zu zahlende Steuer überhaupt erst ausrechnen zu können.Anders sieht es aus, wenn man sich Hilfe vom Experten holt und die Einkommensteuererklärung vom Steuerberater erstellen lässt. Diese sind an gesetzliche Tarife gebunden, die mit der Höhe der Bezüge ihrer Klienten zusammenhängen.Ein Arbeitnehmer, der zwischen 20.000 und 30.000 Euro jährlich verdient, muss etwa mit Kosten von 170 Euro rechnen, damit der Experte ihm die Steuern macht und im Idealfall dabei hilft, Geld zu sparen.

Wann muss ich eine Steuererklärung abgeben?

Der 31. Mai ist in jedem Jahr der letzte Termin für die Abgabe der Einkommensteuererklärung. Allerdings kann beim Finanzamt um eine Fristverlängerung gebeten werden. In diesem Fall bekommt man zumeist bis zum 30. September Zeit.Im Notfall kann man auch einfach den Mantelbogen sowie die Anlage N abgeben und ankündigen, den Rest der Belege für die Steuern so schnell wie möglich abzugeben. Dies wird in der Regel akzeptiert, muss dann allerdings tatsächlich zeitnah erfolgen.

Wo muss ich meine Steuererklärung einreichen?

Die Einkommensteuererklärung wird bei dem Finanzamt eingereicht, das für den aktuellen Wohnort zuständig ist. Die Übergabe kann entweder postalisch, persönlich oder elektronisch über das ELSTER-System erfolgen.Die Abgabe erfolgt auch dann bei dem Finanzamt des aktuellen Wohnorts, wenn man im Steuerjahr ganz oder teilweise in der Zuständigkeit von einem anderen Finanzamt beheimatet war. In diesem Fall ist es notwendig, das vorherige Finanzamt mit der auf der Einkommensteuererklärung zu vermerken.Der Bescheid über die Steuer wird trotzdem vom neuen Amt versandt. Sollte man Geld nachzahlen müssen oder zurückerhalten, kommt dieses ebenfalls vom neuen Finanzamt.

Wo bekomme ich Hilfe bei meiner Steuererklärung?

Der einfachste (und auch teuerste) Weg, um sich bei der Einkommensteuererklärung helfen zu lassen, ist der Gang zum Steuerberater. Das Finanzamt erteilt zudem eine kostenlose Beratung, darf aber nicht auf mögliche "Steuertricks" hinweisen.In einigen Städten bieten Hilfsorganisationen Bedürften Unterstützung bei der Steuer an. Diese müssen nichts zahlen. Von solchen Hilfsorganisationen kann man zwar auch Hilfe als Nicht-Bedürftiger in Anspruch nehmen, muss dann jedoch wieder bezahlen.Inzwischen gibt es im Internet zudem eine Vielzahl von Seiten, die mit hilfreichen Informationen unterstützen. Auch (kostenpflichtige) Computerprogramme können bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung unterstützen.

Wo bekomme ich die Formulare für meine Steuererklärung?

Die Formulare, um die Steuern zu machen, liegen beim Finanzamt aus und können hier abgeholt werden. Zudem ist es auch möglich, diese online auszudrücken.In der Regel führt die Homepage von jedem Finanzamt einen entsprechenden Verweis. Wer eine Software zur Erstellung der Einkommensteuererklärung verwendet, findet auch hier meist die entsprechenden Vordrucke. Allerdings sollten die Nutzer von solchen Programmen darauf achten, dass sie stets die aktuelle Software einzusetzen, damit die Dokumente auch zeitgemäß sind.

Wie kann ich eine Steuererklärung vereinfachen?

Es gibt zwei Wege, wie sich die Erklärung vereinfachen lässt. Die normale Erklärung wird durch eine systematische Organisation (Belege in einem bestimmten Ordner sammeln, etc.) vereinfacht. Hier können zudem die spezialisierten Computerprogramme helfen.Der Arbeitgeber hat zudem eine sogenannte "vereinfachte Erklärung" erfunden, die Arbeitnehmer abgeben können. Sie ersetzt den Mantelbogen sowie die Anlage N.Dann darf die vereinfachte Erklärung abgegeben werden:
  • Man bezieht lediglich Arbeitslohn bzw. Lohnersatzleistungen
  • Werbungskosten sind lediglich Fahrten von und zur Arbeit, Reisekosten, Fortbildungskosten, Arbeitsmittelkosten, Kontoführungsgebühren
  • Sonderausgaben sind nur Versorgungsaufwendungen, Altersvorsorge, Kirchensteuer und Spenden
  • Außergewöhnliche Belastungen bestehen ausschließlich Behinderten-Pauschbetrag, Behinderten-Fahrtkosten, Scheidungs-, Krankheits-, Kur- und Pflegekosten
  • Eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen wird beantragt.

Wie lange dauert eine Erstattung?

Ziel der Steuerpflichtigen ist es stets, durch die Erklärung so viel Geld wie möglich zu sparen und zurückzuerhalten. Deshalb sollte eigentlich immer eine entsprechende Erklärung abgegeben werden, denn insbesondere Arbeitnehmer können praktisch in jeden Jahr Geld sparen.Die dann für die Menschen, die ihre Steuer gemacht haben, entscheidende Frage lautet: Wie lange dauert eine Erstattung? Wann bekommt man das Geld, das man sparen konnte zurück? In der Regel geschieht dies innerhalb von zehn Werktagen nach dem Erhalt des Bescheids.

Was ist der Lohnsteuerjahresausgleich?

Der Lohnsteuerjahresausgleich liegt in der Verantwortung der Arbeitgeber und wird von diesen mit der Lohnabrechnung für Dezember durchgeführt. Der Lohnsteuerjahresausgleich soll einzelne Abgabespitzen durch die Änderung des Betrachtungszeitraums (Kalenderjahr - daher Lohnsteuerjahresausgleich) abmildern.Der Lohnsteuerjahresausgleich hat nichts direkt mit der Einkommensteuererklärung zu tun. Durch den Lohnsteuerjahresausgleich wird nur die Notwendigkeit, diese abzugeben, reduziert, da der Ausgleich bei einfachen Arbeitnehmern meist schon die relevanten Daten liefert.

Erbschaftssteuererklärung

ErbschaftssteuererklärungDie Erbschaftssteuer muss grundsätzlich jede Person zahlen, die in Deutschland der uneingeschränkten Steuerpflicht unterliegt. Da es sich um eineAnfallsabgabe handelt, die also vom Erben eingezogen wird, zählt dessen Nationalität und nicht die des Erblassers. In jedem Fall muss dabei eine Erbschaftssteuererklärung ausgefüllt und eingereicht werden. Dies gilt auch denn, wenn aufgrund der Freibeträge keine Abgabe an den Staat abgeführt werden muss.

Schenkungssteuererklärung

SchenkungsteuererklärungEin altes Sprichwort sagt, dass kein Geschenk wirklich umsonst ist. Der Staat nimmt diesen Satz offenbar wörtlich, verlangt er doch bei allen unentgeltlichen Vermögensübertragungen eine Schenkungsteuer. Zwar gibt es hohe Freibeträge, die weitgehend identisch mit denen der Erbschaftssteuer sind – doch um nachzuweisen, dass man diese in Anspruch nehmen darf, muss man eine Schenkungsteuererklärung abgeben. Über diese wird auch die tatsächliche Höhe der Abgabe ermittelt.

Gewerbesteuererklärung

Gewerbesteuererklärung macroWann immer eine Freiberufler oder ein Unternehmen als gewerbetreibend klassifiziert wird, ist die Abgabe einer Gewerbesteuererklärung verpflichtend. Diese Steuererklärung dient dazu, die exakte Höhe der Steuerschuld zu ermitteln. Anders als beispielsweise bei der Körperschaftsteuer lassen sich zur Gewerbesteuer kaum einheitliche Aussagen treffen, unterscheidet sich diese doch von Gemeinde zu Gemeinde. Denn diesen dürfen den sogenanntenHebesatz individuell bestimmen.

Körperschaftsteuererklärung

Körperschaftsteuererklärung Nur juristische Personen stehen in der Pflicht, jährlich eine Körperschaftsteuererklärung bei dem für sie zuständigen Finanzamt einreichen zu müssen. Rechtsgrundlage für die Abgabe mit dem gleichen Namen ist das Körperschaftsteuergesetz (KStG). Derzeit beträgt die Höhe der Steuer 15 Prozent. Dies gilt für das gesamte Bundesgebiet. Von der Körperschaftsteuer werden ausdrücklich nicht nur Unternehmen, sondern auch Körperschaften des öffentlichen Rechts erfasst.

Lohnsteueranmeldung

Steuerklasse 1 AbzügeArbeitgeber haben die gesetzliche Pflicht, die Lohnsteuer für ihre Arbeitnehmer direkt ans Finanzamt abzuführen, da diese Abgabe an der Quelle anfällt. Der Arbeitgeber muss deshalb auch die Höhe der Steuer berechnen und die entsprechenden Daten bei der Behörde einreichen. Diesen Vorgang nennt man Lohnsteueranmeldung. Diese Form der Steuererklärung ist in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Die entsprechende Frequenz hängt von der Höhe der zu zahlenden Lohnsteuer ab.

Umsatzsteuererklärung

UmsatzsteuererklärungAlle Freiberufler, Gewerbetreibende und sonstige juristische Personen, die der Umsatzsteuerpflicht unterliegen, müssen eine Umsatzsteuererklärung bei dem für sie zuständigen Finanzamt abgeben. Man bezeichnet diesen Prozess als Umsatzsteuervoranmeldung. Die Mehrzahl der betroffenen Unternehmen muss die Steuererklärung alle drei Monate abgeben. Wie oft sie faktisch bei der Behörde eingereicht werden muss, hängt jedoch von der Höhe der zu zahlenden Umsatzsteuer ab.

ESt1A: Schritt für Schritt zur Einkommensteuer

Schritt für Schritt zur EinkommensteuerDie Buchstaben-Zahlenkombination ESt 1A steht für den Mantelbogen der Einkommensteuererklärung. Alternativ wird dieser auch als Hauptvordruck bezeichnet.

Auf insgesamt vier Seiten vermerkt der Steuerpflichtige hier seine Personalien sowie seine Basisdaten. Zudem kreuzt er an, welche Anhänge der Steuererklärung dem Mantelbogen beigegeben sind.

Mit der abschließenden Unterschrift bezeugt der Steuerpflichtige, dass alle in der gesamten Steuererklärung gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen.

ESt 1C: Einkommensteuererklärung für beschränkt Steuerpflichtige

ESt1CDie ESt 1C Steuererklärung ist von allen Personen auszufüllen, die in Deutschland der beschränkten Steuerpflicht unterliegen.

Bei dieser “beschränkten” Steuerpflicht sind jedoch einige Besonderheiten zu beachten, wie z.B.:

  • Fällt man überhaupt unter diese Kategorie?
  • Welche steuerlichen Abzugsmöglichkeiten existieren?
  • Wie sehen diese genau aus?
  • Macht es Sinn und und hat man die Chance, in die unbeschränkte Steuerpflicht zu wechseln?

ESt 1V: Die vereinfachte Einkommensteuererklärung

vereinfachte SteuererklaerungDie Buchstaben-Zahlenkombination ESt 1V steht für die vereinfachte Steuererklärung für Arbeitnehmer. Diese stark verkürzte Variante kann von Arbeitnehmern abgegeben werden, wenn nur Arbeitslohn, Versorgungsbezüge und eventuell Lohnersatzleistungen als Einkünfte bezogen worden sind.

Zugleich dürfen nur die “gewöhnlichen Ausgaben” für eine Steuerminderung geltend gemacht werden. Dies sind die Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen. Die ESt 1V Variante kann von Ehegatten nur bei gemeinsamer Veranlagung gewählt werden.

Schritte einer Steuererklärung

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Steuererklärung Infografik

Wann besteht die Pflicht zu einer Steuererklärung?

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