Steuerklärung Schuldzinsen Kredit

Fremdfinanzierungen gehören für Unternehmer wie Privathaushalte längst zum Alltag. Die für den Kredit anfallenden Schuldzinsen sind unter Umständen eine Möglichkeit, die Steuerlast am Jahresende zu mindern. Wie funktioniert das? Wer kann die Schuldzinsen in seiner Steuererklärung geltend machen?

Grundsätzlich sind die Zinsen dann ein Fall für die Steuererklärung, wenn sie unmittelbar mit der Erzielung von Einkünften zusammenhängen. Welche Sonderfälle sind in diesem Zusammenhang zu beachten.

Schuldzinsen – Werbungskosten oder Betriebsausgabe

Am einfachsten fällt die Betrachtung der Schuldzinsen im Zusammenhang mit einer selbstständigen bzw. unternehmerischen Tätigkeit. Hier sind die Zinsen für jede Finanzierung als Betriebsausgabe anzusehen. Beispiel: Ein Unternehmer erwirbt einen 3D-Drucker – und finanziert das Gerät über einen Bankkredit.

Den dafür fälligen Zins kann der Unternehmer jedes Jahr als Betriebsausgabe geltend machen, was die Höhe der Einnahmen für die Steuererklärung reduziert. Gleiches gilt für Immobilienfinanzierungen.

  • Veräußert ein Betrieb Teile seiner Immobilien und schreibt mit dem Verkauf rote Zahlen, können anfallende Schuldzinsen als nachträgliche Betriebsausgaben steuermindernde Wirkung haben.

Werte im Privatvermögen

Generell gilt: Was der Erzielung und Sicherung von Einnahmen dient, gehört zu den Werbungskosten.

Allerdings grenzt das Finanzamt Privatpersonen und Betriebe ab. Ein Privat-Pkw bzw. die dafür anfallenden Kosten sind in der Kilometerpauschale gedeckt.

Wichtig ist die Frage der Schuldzinsen vor allem für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.


Steuererklärung – Schuldzinsen aus Vermietung und Verpachtung

Das Eigenheim wird nach dem Auszug der Kinder zu groß oder man hat bereits beim ersten Spatenstich ans Vermieten gedacht – viele Haushalte erzielen Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung.

Kreditfinanzierungen für:

  • die Erstellung der Immobilie
  • deren Instandhaltung oder
  • deren Modernisierung

sind einkommenssichernde Zahlungsverpflichtungen.

Anfallende Zinsen gelten in der Steuererklärung dementsprechend auch als Werbungskosten (auch als nachträgliche Werbungskosten). Aber: An dieser Stelle ist genau zu unterscheiden, welchen Rahmen die Einkünfte im Verhältnis zur Gesamtwohnfläche haben.

  • Vermietet wird eine Doppelhaushälfte, der Vermieter bewohnt die andere Hälfte. Somit können 50 Prozent des Darlehens bzw. die sich daraus ergebenden Schuldzinsen geltend gemacht werden.

Ein zweiter Ansatz folgt der Geltendmachung der direkt auf Vermietung und Verpachtung anfallenden Schuldzinsen, wenn das Darlehen zum Beispiel nur der Modernisierung einer Mietwohnung dient.

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