Steuererklärung nachträglich korrigieren

Oft merkt man erst zu spät, dass die Katastrophe passiert ist.

Nach Abgabe der Einkommensteuererklärung stellt man fest, dass sich Fehler eingeschlichen haben.

Grund zur Panik besteht jedoch nicht, denn man kann die eigene Steuererklärung auch nachträglich korrigieren.

Steuererklärung korrigieren bei noch nicht erhaltenem Bescheid

Dies ist der einfachste Fall, denn er verlangt wenig Aufwand: Man teilt dem Finanzamt formlos mit, dass eine oder mehrere Angaben falsch sind und erklärt, wie diese eigentlich lauten müssten.

Oft geht dies sogar telefonisch. Verweigert sich der Sachbearbeiter dieser Möglichkeit, ist der schriftliche Weg immer zulässig.

Steuererklärung korrigieren, wenn man den Bescheid bereits erhalten hat

Der Steuerbescheid gilt ab dem dritten Tag nach der Postaufgabe als zugestellt. Man hat von da an exakt einen Monat Zeit, begründeten Einspruch beim zuständigen Finanzamt gegen diesen einzulegen.

Als Beispiel: Der Bescheid gilt ab dem 15.Juni - dann läuft die Frist bis zum 15.Juli. Es sei denn, es handelt sich sich bei diesem Tag um einen Samstag, einen Sonntag oder einen Feiertag.

Der Einspruch muss schriftlich bei der Behörde ergehen und enthält als Begründung die gemachten Fehler in der Einkommensteuererklärung, die einer Korrektur unterzogen werden sollen.

Eine bestimmte Form ist nicht einzuhalten. Wer dies dennoch möchte, findet im Netz leicht geeignete Musterbriefe.

Wissenswert hierbei: Führt eine Korrektur zu einem finanziellen Nachteil für den Steuerpflichtigen, so darf dieser den Einspruch wieder zurückziehen.

Steuererklärung korrigieren, wenn der Bescheid rechtskräftig ist

Hat man die Einspruchsfrist verpasst, kann man gerichtlich gegen den Bescheid vorgehen und so eine Korrektur der Steuererklärung erreichen. Hierfür hat man vier Jahre nach Abgabe der Erklärung Zeit.

Als Beispiel: Gibt man die Erklärung für 2012 im Jahr 2013 ab, tickt die Uhr ab dem 31.12.2013.Man hat also bis zum 31.12.2017 Zeit, um juristische Schritte einzuleiten.

Dies kann man unter zwei Umständen vermeiden: Oft stellt das Finanzamt den Bescheid selbst nur vorläufig aus, weil beispielsweise eine neue Rechtsprechung zu erwarten ist oder es sich die Möglichkeit vorbehalten möchte, eine Korrektur vorzunehmen.

Der Teil des Bescheids, der unter Vorbehalt ist, muss ausgezeichnet werden. Diesen kann auch der Steuerpflichtige monieren und hier eine Änderung verlangen.

Häufig die letzte Zuflucht ist zudem der offenbare Fehler. Wenn dem Sachbearbeiter ganz offensichtlich falsche Angaben hätten auffallen müssen, können diese auch nach Ablauf der Einspruchsfrist noch beseitigt werden.

Die Gerichte sind diesbezüglich sehr großzügig gegenüber den Steuerpflichtigen und sehr streng gegenüber den Ämtern.

Es ist deshalb immer einen Versuch wert, sich zuerst mit einem Schreiben an das Amt zu wenden und unter Hinweis auf einen solchen offenbaren Fehler um eine Korrektur der Einkommensteuererklärung und damit auch des Steuerbescheids zu bitten.

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