Ein Steuerklassenwechsel ist immer dann möglich oder gar verpflichtend, wenn sich der Familienstand eines Steuerzahlers ändert.

Die freie Wahl der Steuerklasse haben grundsätzlich nur Ehepaare und eingetragene Lebenspartner. Ihnen stehen drei mögliche Steuerklassenkombinationen zur Verfügung. Für alle anderen gibt es festgelegte Steuerklassen, die im Regelfall nicht gewechselt werden können.

Diese Förderungen bekommt Jeder

Jeder Bundesbürger hat einen Anspruch auf bis zu 1.273,00 € staatliche Förderungen.
Jedes Jahr!

Jetzt online prüfen!

Die Steuerklasse beim Finanzamt ändern: aus welchen Gründen?

Die freie Wahl der Steuerklasse haben nur Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften. Doch wann ist ein Steuerklassewechsel für diese Personen sinnvoll und in welchen Situationen ist es auch für Ledige, Alleinerziehende und Verwitwete ratsam oder sogar erforderlich, die Steuerklasse beim Finanzamt zu ändern?

Wer heiratet, wird automatisch von Steuerklasse 1 oder 2 in Steuerklasse 4 verlegt. Ist die Steuerklassenkombination 4/4 für das frischgebackene Ehepaar ungünstig, kann es die Steuerklasse wechseln. Weitere Kombinationsmöglichkeiten sind 3/5 und 4/4 mit Faktor.

Entscheidet sich ein Ehepaar dazu, fortan getrennte Wege zu gehen, hat dies auch Einfluss auf die Steuerklassen. Im Jahr der Trennung haben die Partner die Möglichkeit, weiterhin in ihren Steuerklassen zu bleiben. Sobald das Paar allerdings als geschieden gilt, werden die ehemaligen Partner nach Steuerklasse 1 veranlagt.

Einzige Ausnahme: Ist aus der Ehe ein Kind hervorgegangen, für das einer der Partner das alleinige Sorgerecht hat, kann er Steuerklasse 2 zugeordnet werden.

Bekommt ein Ehepaar Nachwuchs, so hat dies zunächst keinen Einfluss auf die Steuerklasse. Bekommt eine ledige Person hingegen ein Kind, hat sie die Möglichkeit, von Steuerklasse 1 in Steuerklasse 2 zu wechseln.

Voraussetzung für die Änderung der Steuerklasse: Die Person muss das alleinige Sorgerecht haben und darf mit keinem weiteren Volljährigen zusammenleben, der als Erziehungsberechtigter fungieren könnte. Dazu gehören auch bereits volljährige Kinder, wenn diese nicht mehr kindergeldberechtigt sind.

Stirbt ein Ehepartner, kann die verwitwete Person im Jahr des Todes und im darauffolgenden Jahr nach Steuerklasse 3 veranlagt werden. Nach dieser Zeit wird die Witwe bzw. der Witwer als ledig angesehen und der Klasse 1 zugeordnet.

Ist ein minderjähriges Kind vorhanden, kann es in bestimmten Fällen für Witwen günstiger sein, die Steuerklasse 2 zu wählen. Entsprechend die Steuerklasse beim Finanzamt zu ändern, kann in diesem Fall auch vor Ablauf der Zeit in Lohnsteuerklasse 3 möglich sein.

Erhält ein Ehepartner eine Gehaltserhöhung oder verringert sich das Einkommen eines Partners zum Beispiel aufgrund eines Jobwechsels, kann es für Ehepaare ratsam sein, die Steuerklasse beim Finanzamt zu ändern. Ehepaare und eingetragene Lebenspartner können zwischen den Steuerklassenkombinationen 4/4, 3/5 und 4/4 mit Faktor wählen.

  • Mia und Max sind verheiratet und seit ihrer Eheschließung der Steuerklasse 4 zugeordnet. Da beide ein ähnlich hohes Einkommen haben, war diese Steuerklassenkombination bislang am sinnvollsten für das Paar. Nun hat Mia eine Gehaltserhöhung erhalten und erzielt damit ein wesentlich höheres Einkommen als ihr Ehemann. Aus diesem Grund entscheidet sich das Paar dazu, die Steuerklasse beim Finanzamt zu ändern. Sie beantragen einen Wechsel hin zu der Steuerklassenkombination 3/5.

Angaben für das Formular zur Änderung der Steuerklasse

In das Formular zur Änderung der Steuerklasse müssen unter anderem:

  • der Name und der Geburtsname
  • das Geburtsdatum
  • der Wohnort und
  • der Familienstand

eingetragen werden. Darüber hinaus müssen die Steuer-Nummer und die Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer angegeben und selbstverständlich der gewünschte Wechsel aufgeführt werden. Ehepartner, die beim Finanzamt die Steuerklasse ändern möchten, können dies gemeinsam oder alleine tun.

Wenn sich für den Steuerzahler ein Steuerklassenwechsel anbietet, dann kann er diesen mehrfach jährlich beim Finanzamt beantragen. Bis 2019 durfte nur einmal im Jahr die Steuerklasse gewechselt werden.

  • Hier finden Sie das PDF-Formular für den Steuerklassenwechsel zum Download.
btn-pfeil

Jetzt PDF herunterladen

Die Situation beim Steuerklassenwechsel damals und heute

Seit 2013 gibt es keine Lohnsteuerkarte mehr. Bis dahin musste sich jeder, der die Steuerklasse beim Finanzamt ändern wollte, vorher die Lohnsteuerkarte vom Arbeitgeber aushändigen lassen.

Erst dann konnte man sich zusammen mit dem Formular zur Änderung der Steuerklasse zum Finanzamt begeben. War die neue Steuerklasse eingetragen, konnte die Lohnsteuerkarte sofort wieder beim Arbeitgeber hinterlegt werden.

Seit dem 1.1.2013 ist das ELStAM-Verfahren (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale) aktiv. Die Meldebehörde übermittelt nach einer Eheschließung oder Scheidung die Daten automatisch an das Finanzamt.

Nach einer Heirat werden beide Partner automatisch in die Steuerklassen 4/4 eingeordnet. Möchte man die Steuerklassen 3/5, muss diese Änderung weiterhin per Formular beantragt werden.

  • Ändert ein Ehepartner seine Steuerklasse, hat dies zwangsläufig auch Konsequenzen für den anderen Partner. So ist zum Beispiel die Steuerklasse 3 nur in Kombination mit der Steuerklasse 5 und niemals mit der Steuerklasse 4 möglich.

Häufig gestellte Fragen zur Änderung der Steuerklasse beim Finanzamt

Ein Wechsel der Lohnsteuerklasse erfolgt zwingend immer dann, wenn die Grundlage für die bisherige Einstufung entfallen ist.

So ist ein Wechsel in folgenden Fällen erforderlich:

  • Heirat
  • Scheidung
  • Geburt eines Kindes bei Alleinerziehenden
  • Tod des Ehepartners bzw. eingetragenen Lebenspartners

In folgenden Situationen kann es für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner zudem sinnvoll sein, die Steuerklasse beim Finanzamt zu ändern:

  • Gehaltsprung bzw. Verringerung der Einkünfte
  • Bevorstehende Arbeitslosigkeit
  • Bevorstehender Bezug von Elterngeld

Es gibt Situationen, in denen es sinnvoll ist, einen Wechsel der Lohnsteuerklasse zumindest in Erwägung zu ziehen.

Zum Beispiel ist es ratsam, die Steuerklasse zu wechseln, wenn man verheiratet ist und einer der Partner einen deutlichen Gehaltssprung (in die eine oder andere Richtung) macht. Gewechselt wird in diesem Fall von der gemeinsamen Steuerklasse 4 in die Klassen 3 und 5.

  • Wer sich trennt, aber vor der Scheidung zumindest zeitweise noch zusammenlebt, muss nicht wechseln.

Ändert sich die Lebenssituation, ist es problemlos möglich, die Lohnsteuerklasse zu wechseln. Zunächst muss die Frage geklärt werden, wann bzw. warum es sich lohnt, die Steuerklasse zu wechseln.

Die meisten Menschen versprechen sich sehr viel von einem Wechsel der Steuerklasse. Das liegt daran, dass viel Unklarheit über den Sinn und Zweck der Steuerklasse herrscht. Viele denken, dass der Wechsel in eine günstigere Steuerklasse auch zu einem höheren Einkommen führt. Das ist so jedoch nicht richtig.

Der Wechsel in eine andere Steuerklasse kann zwar zu einem höheren monatlichen Nettoeinkommen verhelfen, im Rahmen einer Einkommensteuererklärung am Jahresende wird dies jedoch durch Nachzahlungen wieder ausgeglichen.

Vor dem Wechsel der Steuerklasse ist zunächst einmal zu klären, wer überhaupt wechseln darf. Für die meisten Arbeitnehmer gelten gesetzlich festgelegte Steuerklassen, die sie eben nicht selbst wechseln können. So werden

  • Singles stets in Steuerklasse 1 eingeteilt
  • Alleinerziehende unter bestimmten Voraussetzungen in Steuerklasse 2
  • Menschen, die zusätzlich zu einem Vollzeitjob eine Nebentätigkeit ausführen, in Steuerklasse 6.

Wählbar sind folglich nur die Steuerklassen 3, 4 und 5. Daraus ergibt sich, dass überhaupt nur Ehepaare und eingetragene Lebensgemeinschaften Steuerklassen wählen können.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl
  2. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  3. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Steuern: Folgen bei Trennung und Scheidung
  4. Gesetze im Internet: Einkommensteuergesetz (EStG) § 39 Lohnsteuerabzugsmerkmale
  5. Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen: Todesfall - Witwen / Witwer und Waisen

Haftungsausschluss: Wir übernehmen, trotz sorgfältiger Prüfung, keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der hier dargestellten Informationen. Es werden keine Leistungen übernommen, die gemäß StBerG und RBerG Berufsträgern vorbehalten sind.