450 € Nebenjob: Vor- und Nachteile

Nebenjob (junger Mann serviert einem Pärchen im Restaurant etwas zu essen)Wer in Deutschland einen Vollzeitjob sein Eigen nennen kann, kann sich prinzipiell glücklich schätzen.

Auch wenn oftmals das Einkommen aus diesem Vollzeitjob nicht ausreicht, um sich und seine Familie zu ernähren.

Leider sind viele Menschen dann noch gezwungen, einen 450 € Nebenjob anzunehmen.


  • Bei einem Nebenjob handelt es sich um eine bezahlte Nebentätigkeit, die neben einer hauptberuflichen Beschäftigung ausgeübt wird.

Nebenjob – Vier Fakten im Überblick

Bei einem 450 € Job muss keine Steuerklärung gemacht werden.
In einem Minijob-Verhältnis ist der Arbeitnehmer nicht sozialversichert.
Der Arbeitgeber des Vollzeitjobs muss über einen zusätzlichen Nebenjob informiert werden.
Verdient man mehr als 450 Euro, ist der Nebenjob lohnsteuerkartenpflichtig (Steuerklasse 6).


Nebenjob – die gängigste Variante ist der 450 € Job

Ein 450 € Job (bis Ende 2012 400 € Job) wird als Minijob bezeichnet. Er stellt eine eigene Kategorie bei den unselbstständigen Beschäftigungen dar.

Wenn ein Arbeitnehmer eine Nebentätigkeit, also zusätzlich zu einer Haupttätigkeit aufnehmen möchte, muss er mit dem künftigen Arbeitgeber genau abklären, welche Art von Tätigkeit das ist.

Denn neben dem Minijob gibt es noch

  • den Midijob
  • sowie in einigen Fällen die freiberufliche Beschäftigung auf Honorarbasis.

Da alle diese Arten von Nebentätigkeiten steuerlich unterschiedlich behandelt werden, muss dies vorher vereinbart sein.

Nebenjob

Vor dem Nebenjob immer Arbeitgeber des Vollzeitjobs informieren

Grundsätzlich gilt für alle Nebentätigkeiten: Der Arbeitgeber des Vollzeitjobs muss der Aufnahme der Nebentätigkeit zustimmen. Das gilt auch bei der Aufnahme einer 450 € Tätigkeit. Steuerlich wird ein solcher Minijob anders behandelt als alle anderen Nebenjobs.

Der Arbeitgeber, bei dem der Minijob angetreten werden soll, muss dies bei der Minijob Zentrale der Knappschaft auf entsprechenden Formularen anmelden.

Diese wird dem Arbeitgeber dann mitteilen, welche zusätzlichen Abgaben er für den Minijob zu zahlen hat. Derzeit muss der Arbeitgeber 22 % des Lohnes für den Minijobber an Steuern und Sozialabgaben an die Knappschaft zahlen.

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Das ist alles. Es fallen keine weiteren Abgaben ab, der Arbeitnehmer mit dem Minijob muss sich um nichts kümmern. Entscheidend ist, dass aus diesem Grunde dieser Minijob auch nicht in der Steuererklärung auftaucht.

Keine Angabepflicht in Einkommensteuererklärung

Da für einen 450 € Job sämtliche Steuern bereits im Laufe des Jahres gezahlt werden, muss dieser auch nicht bei der Erstellung einer Einkommensteuererklärung durch den Arbeitnehmer angegeben werden.

Er erhöht also nicht, wie es beispielsweise bei einem Midijob der Fall wäre, die Summe des zu versteuernden Einkommens. Für die Steuererklärung ist nur der Vollzeitjob interessant.

Bei einem 450 € Nebenjob ist man nicht sozialversichert

Obwohl für den Minijob Sozialabgaben bezahlt werden müssen vom Arbeitgeber, ist der Arbeitnehmer dadurch nicht sozialversichert.

Es ist keine Versicherung bei der Rentenversicherung oder Arbeitslosenversicherung vorhanden.

Möchte der Arbeitnehmer, dass die Erlöse aus dem Minijob in der Rentenversicherung berücksichtigt werden, muss er selbst einen Betrag dafür an die Minijobzentrale entrichten.

Bevor dies möglich ist, ist ein extra Formular auszufüllen, dass die Rentenversicherung auf ausdrücklichen Wunsch des Arbeitnehmers abzuziehen ist.

Mögliche Vor- und Nachteile von einem 450 € Nebenjob auf einen Blick:

VorteileNachteile
zusätzliches Einkommenzusätzlicher Zeitfaktor (=weniger Freizeit) und zusätzliche Belastung
mehr Praxiserfahrungen (evtl. auch in einem anderen Bereich als bei der Hauptbeschäftigung)man ist nicht sozialversichert (wenn die Erlöse aus dem Minijob in der Rentenversicherung berücksichtigt werden sollen, muss man selbst Betrag dafür entrichten)
keine Angabepflicht in der Steuererklärung (die Summe des zu versteuernden Einkommens wird dadurch nicht erhöht)man muss immer vorher den Arbeitgeber des Vollzeitjobs informieren und seine Zustimmung einholen

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