Steuererklärung Studium

Die meisten Studenten verdrehen die Augen, wenn das Gespräch auf das Thema Steuererklärung kommt.

Sie seien ja noch im Studium, deshalb gehe sie das gar nichts an.

Weit gefehlt: Das Finanzamt ist auch schon während der Hochschulausbildung ein wichtiger Bestandteil des Lebens - in einigen Fällen ist es sogar überaus lukrativ, seine Erklärung bei der Behörde einzureichen.

Warum sollten Studenten eine Steuererklärung einreichen?

Die Kosten für die Hochschulausbildung werden vom Gesetzgeber anerkannt. Allerdings sind hier zwei Szenarien zu unterscheiden: Zum einen die Studierenden, die ihr reguläres Erststudium absolvieren und zum anderen die Mitglieder einer Hochschule, auf die einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Erststudium nach einer Berufsausbildung
  • Berufsbegleitendes Studium
  • Zweitstudium
  • Masterstudium
  • Doktoranden

Im ersten Fall dürfen die Studenten pro Jahr bis zu 6000 Euro als

  • Sonderausgaben

geltend machen. Relevant wird dies aber nur, wenn sie mehr Geld als den Grundfreibetrag in Höhe von 8.820 Euro (2017) verdient haben. Ansonsten können die eigenen Aufwendungen für die universitäre Ausbildung nicht geltend gemacht werden.

Anders ist es, wenn einer der ansonsten genannten Punkte auf einen zutrifft: In diesem Fall können als entsprechenden Ausgaben als Werbungskosten abgesetzt werden - und zwar in unbegrenzter Höhe.

Dies sollte man auch unbedingt tun, denn die Steuervorteile, die sich dadurch ergeben, bleiben gespeichert.

Sie werden abgezogen, wenn man erstmals ein zu versteuerndes Einkommen erwirtschaftet. Das Ganze wird als Form eines Verlustvortrags bezeichnet.

Ausgaben für's Studium über die Steuererklärung absetzen

Diesbezüglich gibt es so gut wie keine Einschränkung. Absetzbar ist im Prinzip alles. Bedingung ist lediglich, dass eine klare Verwendung für die Hochschulausbildung erkennbar ist.

Zudem muss natürlich alles, was manb in der Steuererklärung absetzen möchte, auch belegt werden. Hierfür kommen Quittungen, Rechnungen, Bons oder auch Preislisten infrage. Abgesetzt werden dürfen zum Beispiel:

  • Büromaterialien
  • Literatur
  • Nachhilfe/
  • Kostenpflichtige Kurse
  • Ein Computer

Sollten Anschaffungen sowohl privat als auch beruflich genutzt werden, muss anteilig abgesetzt werden. Als Beispiel: Benötigt man den eigenen Rechner zu 50 Prozent für die Uni und zu 50 Prozent privat, so darf man nur die halben Anschaffungskosten absetzen.

Studium voll in der Steuererklärung geltend machen

Ein reguläres Studium darf nicht mehr voll in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Aber warum?

Über die Entscheidung, dass ein Erststudium dem Sonderausgaben-Abzug zugeordnet wird, wurde lange diskutiert. Das entsprechende Gesetz stammt aus dem Jahr 2011 und diente im Prinzip nur als Sparmaßnahme.

Die Diskussionen darüber sind auch noch nicht beendet. Diese Praxis wird derzeit in mehreren Prozessen angefochten. Schlecht sind die Chancen nicht, hier eine Änderung zu erreichen. Es lohnt sich, diesbezüglich auf dem Laufenden zu bleiben und keine Belege zu voreilig zu entsorgen, denn man kann die entsprechenden Einkommensteuererklärungen bei einem positiven Gerichtsentscheid auch noch nachreichen.

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