Alles über den Minijob


Die wichtigsten Fakten

  • Als Minijob gilt ein Job mit einer Verdienstobergrenze von 450 Euro.
  • Ein Minijob wird auch „geringfügiges Beschäftigungsverhältnis“ genannt.
  • Beim Minijob zahlt der Arbeitnehmer keine Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
  • Wenn der Arbeitnehmer möchte, kann er aber Rentenversicherung zahlen.
  • Als Minijobber hat man Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlten Urlaub.

Nebenjob

Was ist ein Minijob? – eine Definition

Minijobs sind geringfügige Beschäftigungen, für die bestimmte Sonderregeln bei den Sozialversicherungen gelten. Kennzeichen derartiger Arbeitsverhältnisse sind ein klar gedeckeltes Arbeitsentgelt sowie eine ebensolche Arbeitszeit.

Häufig gestellte Fragen zum Minijob

Minijobber dürfen bis maximal 450 Euro pro Monat verdienen. Man spricht deshalb auch von 450 Euro Jobs, wenn man die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse meint.

Das Arbeitsentgelt wurde von ursprünglich von 400 Euro angehoben, weil die Jobs inzwischen auch unter die Sozialversicherungspflicht fallen und besteuert werden. Folgende Abgaben sind an die Minijob-Zentrale zu entrichten:

  • Lohnsteuer in einer pauschalen Höhe von zwei Prozent
  • Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung
  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung
  • diverse Umlagen
Art der AbgabeHöhe der Abgabe in Prozent
Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung13 Prozent (Ist Privathaushalt der Arbeitgeber: fünf Prozent) – Ist der Minijobber privat versichert, entfällt dieser Posten
Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung15 Prozent (Ist Privathaushalt Arbeitgeber: Fünf Prozent – der Minijobber muss zudem zusätzlich 3,7 Prozent zuschießen)
Umlage U1 (Aufwendungsersatz für den Krankheitsfall)0,7 Prozent
Umlage U2 (Aufwendungsersatz für Mutterschaft oder etwaige Beschäftigungsverbote)0,14 Prozent
Umlage U3 (Insolvenzgeld)0,15 Prozent (entfällt für Privathaushalte)
UnfallversicherungIndividuell (1,6 Prozent für Privathaushalte)

Insgesamt entstehen den Arbeitgebern also 30,99 Prozent und der Beitrag zur Unfallversicherung als weitere Kosten für den Minijob. Faktisch bewegen sich die Arbeitskosten damit knapp über 600 Euro pro Monat.

Die jüngsten belastbaren Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (März 2016) besagen, dass es derzeit knapp 7,3 Millionen Euro Minijobber gibt. Interessant dabei: Rund fünf Millionen Menschen üben ihre Minijobs ausschließlich aus.

Seit aus den 400 Euro Jobs jedoch die 450 Euro Jobs wurden und die Sozialversicherungspflicht eingeführt wurde, ist die Zahl ganz offenbar rückläufig: Wie „Der Freitag“ berichtet, hatten Mitte 2013 noch 6,7 Millionen Menschen einen Minijob.

Allerdings muss der Rückgang nicht nur die neuen 450 Euro Jobs zurückzuführen seien, welche die Minijobs für Arbeitgeber uninteressanter machten: Die Entwicklung am Arbeitsmarkt verlief in diesem Jahr insgesamt sehr positiv. Viele Minijobber konnten in ein vollwertiges Beschäftigungsverhältnis wechseln.

Wer fürchtet, als 450 Euro Jobber keine gute Stelle mehr zu bekommen, kann sich auch mit einem Arbeitsentgelt bis 400 Euro zufriedengeben. In diesem Fall entfällt die Sozialversicherungspflicht.

Sollte man nur die geringfügige Beschäftigung ausüben, sind auch keine Steuern zu bezahlen. Ab 400,01 Euro beginnt die Sozialversicherungspflicht.

Minijobber können sich zudem auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. In diesem Fall entfallen ihre 3,9 Prozent, der Arbeitgeber muss die 15 Prozent aber weiter bezahlen.

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Einzelnachweise


  1. Bundesagentur für Arbeit: Aktuelle Zahlen Minijobber
  2. Deutsche Rentenversicherung: Minijob – Midijob

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