Nebenjob

Aktualisiert am 05.09.2022 15:13 von Melanie Vahland

Bis zu 450 Euro im Monat steuerfrei dazuverdienen?

Bei einem Nebenjob handelt es sich um eine bezahlte Nebentätigkeit, die neben einer hauptberuflichen Beschäftigung ausgeübt wird. Der Arbeitgeber des Vollzeitjobs muss über einen zusätzlichen Nebenjob informiert werden.

Verdient man mehr als 450 Euro, wird der Nebenjob nach Steuerklasse 6 versteuert.

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450-Euro-Job als Nebenjob

Ein 450-Euro-Job wird als Minijob bezeichnet. Er stellt eine eigene Kategorie bei den unselbstständigen Beschäftigungen dar. Wenn ein Arbeitnehmer eine Nebentätigkeit zusätzlich zu einer Haupttätigkeit aufnehmen möchte, muss er mit dem künftigen Arbeitgeber genau abklären, welche Art von Tätigkeit das ist.

Neben dem Minijob gibt es den Midijob, sowie die freiberufliche Beschäftigung auf Honorarbasis. Da alle diese Arten von Nebentätigkeiten steuerlich unterschiedlich behandelt werden, muss dies vorher vereinbart sein.

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Vor- und Nachteile eines 450-Euro-Job

Vorteile

  • Zusätzliches Einkommen
  • Mehr Praxiserfahrungen (evtl. in einem anderen Bereich als bei der Hauptbeschäftigung)
  • Keine Angabepflicht in der Steuererklärung
  • Aufstockung von ALG I und ALG II

Nachteile

  • Weniger Freizeit und zusätzliche Belastung
  • Nicht sozialversichert
  • Kein Minijob mehr, sobald Verdienstgrenze von 450 Euro überschritten wird
  • Arbeitgeber der Hauptbeschäftigung muss Nebenerwerb zustimmen

Die häufigsten Nebenjobs

Als Nebenjob eignen sich primär Berufe, die keine abgeschlossene Ausbildung benötigen. In diesem Fall erfolgt eine kurze Einarbeitung, bevor der Nebenjobber vollständig einsatzbereit ist. Es gibt jedoch auch Nebenjobs, für die eine Berufsausbildung oder ein Studium erforderlich ist.

In der folgenden Übersicht haben wir die beliebtesten Nebenjobs und ihren durchschnittlichen Stundenlohn dargestellt. Außerdem lässt sich ablesen, wie viele Stunden bei diesem Stundenlohn pro Monat gearbeitet werden können, bis 450 Euro erreicht sind.

Programmierer

  • Stundenlohn: 23€
  • 19 Std. im Monat

Buchhalter

  • Stundenlohn: 17€
  • 26 Std. im Monat

Kassierer

  • Stundenlohn: 11€
  • 40 Std. im Monat

Verkäufer

  • Stundenlohn: 11€
  • 40 Std. im Monat

Bürohilfskraft

  • Stundenlohn: 12€
  • 37 Std. im Monat

Nachhilfelehrer

  • Stundenlohn: 13€
  • 34 Std. im Monat

Lageraushilfe

  • Stundenlohn: 14€
  • 32 Std. im Monat

Kellner

  • Stundenlohn: 13€
  • 34 Std. im Monat
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Häufige Fragen zum Thema Nebenjob

Muss man den Arbeitgeber über den Nebenjob informieren?

Der Arbeitgeber des Vollzeitjobs muss der Aufnahme des Nebenerwerbs zustimmen. Darüber hinaus muss der Arbeitgeber, bei dem der Minijob angetreten werden soll, dies bei der Minijob Zentrale der Knappschaft auf entsprechenden Formularen anmelden.

Anschließend teilt die Minijob Zentrale dem Arbeitgeber mit, welche zusätzlichen Abgaben er für den Minijob zu leisten hat. Der Arbeitnehmer hingegen muss abgesehen von seinem Beitrag zur Rentenversicherung von 3,7 Prozent keine Abgaben zahlen.

Muss für den Nebenjob eine Steuererklärung gemacht werden?

Da für einen 450-Euro-Job sämtliche Steuern bereits im Laufe des Jahres gezahlt werden, muss dieser auch nicht bei der Erstellung einer Einkommensteuererklärung durch den Arbeitnehmer angegeben werden.

Er erhöht also nicht, wie es beispielsweise bei einem Midijob über 450 Euro der Fall wäre, die Summe des zu versteuernden Einkommens. Für die Steuererklärung sind nur der Vollzeitjob und Nebenbeschäftigungen über 450 Euro interessant.

Nach welcher Steuerklasse wird der Nebenjob versteuert?

Die Einkünfte aus Nebenjobs, in denen mehr als 450 Euro verdient wird, werden nach Steuerklasse 6 versteuert. Steuerklasse 6 gilt außerdem, wenn der Arbeitnehmer mehr als einem Nebenjob nachgeht.

Die Steuerklasse 6 ist die Steuer mit den höchsten Abzügen. Außerdem können in dieser Steuerklasse keine Freibeträge geltend gemacht werden.

Wie sieht es mit den Sozialabgaben im 450-Euro-Job aus?

Im Rahmen eines geringgfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnisses muss der Arbeitgeber Sozialabgaben leisten. Der Minijobber zahlt hingegen nicht in die Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ein.

Anders verhält es sich bei der Rentenversicherung: Für Minijobber gilt die Rentenversicherungspflicht. Gemäß dieser zahlen sie automatisch 3,7 Prozent ihres Gehalts - 13,7 Prozent bei geringfügig entlohnten Beschäftigten in Privathaushalten - in die Rentenkasse ein.

Einzelnachweise & Quellen


  1. Bundesagentur für Arbeit: Aktuelle Zahlen Minijobber
  2. Deutsche Rentenversicherung: Geringfügige Beschäftigungen

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