Die wichtigsten Fakten

  • Eine Steuererklärung kann vier Jahre rückwirkend eingereicht werden.
  • Allerdings ist dies nur bestimmten Personen erlaubt.
  • Besonders für Studenten kann es sich lohnen, sie nachzureichen.

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Steuererklärung rückwirkend einreichen - Wer darf das?

Wer nicht jedes Jahr dazu verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, kann diese auch rückwirkend nachreichen.

Der normale Arbeitnehmer, der monatlich seine Steuern über die Lohnsteuer bezahlt und keinen Ausgleich am Jahresende beantragt, kann dies also tun - der Freiberufler, der jedes Jahr seine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abgeben muss, nicht.

Wer?Steuererklärung rückwirkend einreichen?Warum?
ArbeitnehmerWeil sie nicht zwangsläufig zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind und ihre Steuern monatlich über die Lohnsteuer zahlen.
FreiberuflerWeil sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind und am Jahresende einen Lohnsteuerjahresausgleich beantragen.
  • Eine Einkommensteuererklärung kann für jedes Jahr nur einmal abgegeben werden. Ist dies bereits geschehen, ist es nicht möglich, dies noch einmal zu tun.

Häufig gestellte Fragen zu Steuererklärung rückwirkend einreichen

  • Steuerjahr liegt maximal vier Jahre zurück (in 2015 also bis 2011)
  • Man ist nicht dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.
  • Für das Steuerjahr hat man noch keine Erklärung abgegeben.

Im Jahr 2009 (Az. VI R 1/09) legte der Bundesfinanzhof (BHF) fest, dass die Abgabe vier Jahre rückwirkend möglich sein müsse. Grundlegend stützte sich der BHF dabei auf die Verjährungsfrist für Steuern.

Wenn diese für den Bürger vier Jahre betrage, müsse dies auch für den Staat so sein, argumentierten die Richter.

  • 2015 konnte man deshalb auch noch rückwirkend für Steuererklärung für 2014, 2013, 2012 und 2011 abgeben.

 

Steuererklärung rückwirkend einreichen - Lohnt sich für Studenten

Während des Studiums müssen Studenten in der Regel keine Steuererklärung abgeben. Danach sollten sie aber nachträglich eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen. Denn bei einem Zweitstudium können nachträglich Ausbildungskosten abgesetzt werden - und zwar unbegrenzt als Werbungskosten.

Diese können nach dem Einstieg ins Berufsleben mit den Steuern auf die ersten Gehälter laut BHF verrechnet werden.

  • Wichtig dabei ist, dass man alle Werbungskosten (also für Bücher, Druckerpapier, etc.) mit Belegen nachweisen kann. Es lohnt sich also, die Kassenzettel aufzubewahren.

Auszubildende, die keine Vergütung für ihre Tätigkeit erhalten haben, können ebenfalls ihre Einkommensteuererklärung nachträglich beim Finanzamt einreichen.

Auch sie dürfen die damals gezahlten Werbungskosten mit den aktuellen Steuern verrechnen.

Wer allerdings eine finanzielle Vergütung für seine Ausbildung erhalten hat, darf dies nicht.

Einzelnachweise


  1. Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende 
  2. Bundesministerium für Finanzen: Merkblatt zur Steuerklassenwahl

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