Abfindung berechnen

Es ist eine menschlich sehr schwierige Situation: Ein Unternehmen möchte das Angestelltenverhältnis zu einem Mitarbeiter beenden und muss dabei eigentlich gegen den Vertrag verstoßen. In einem solchen Fall fließt eine Abfindung.

Die Abfindung ist also eine einmalige Geldzahlung vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer, um das Arbeitsverhältnis mit ihm zu beenden.

Für den ehemaligen Angestellten gilt es hier, genau auf das Angebot zu achten und zu berechnen, ob dieses passt. Oft versuchen Firmen nämlich, zu wenig zu zahlen.


Abfindung - Fünf Fakten

  • Die Höhe der Abfindung wird frei verhandelt.
  • Es besteht kein grundsätzlicher Anspruch auf eine Abfindung.
  • Abfindungen werden mithilfe der Fünftelregelung besteuert.
  • In Ausnahmefällen kann eine Abfindung rechtlich beansprucht werden.
  • Außerordentliche Kündigung: Anspruch auf Arbeitslosengeld erst nach der offiziellen Kündigungfrist.

Was ist eine Abfindung genau? - Eine Definition

Eine Abfindung ist eine zumeist finanzielle Leistung, die einmalig gewährt wird. Sie dient der Abtretung von Rechtsansprüchen.

Vereinfacht gesagt: Das Geld löst Verträge in beiderseitigem Einvernehmen auf.

Neben der Arbeitswelt werden Abfindungen vor allem in Erbfragen häufig gezahlt. Hier dienen sie dazu, dass eine Partei Vermögensansprüche z.B. an einem gemeinsam geerbten Haus aufgibt.

Wie kann man eine Abfindung berechnen?

Die Rechtslage, wenn man die Höhe seiner finanziellen Entschädigung für das Ende eines Arbeitsverhältnisses berechnen möchte, ist kompliziert.

Grundsätzlich gilt das Gebot der Vertragsfreiheit. Dies bedeutet, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer frei verhandeln können. In manchen Tarifverträgen und Sozialplänen ist allerdings definiert, welche Grundlagen für Abfindungen gelten.

Zudem hat sich in der allgemeinen Verkehrsanschauung der Gerichte eine Faustregel herausgebildet, anhand derer man die eigene Abfindung berechnen kann. Es gilt: Für jedes Geschäftsjahr im Betrieb erhält man ein halbes Brutto-Monatsgehalt.

  • Hat man beispielsweise zehn Jahre in einem Betrieb gearbeitet und bekam zuletzt ein Bruttogehalt von 4.000 Euro, läge die Abfindung nach der Faustregel bei 20.000 Euro.
ArbeitszeitBruttogehaltAbfindung (nach der Faustregel)
10 Jahre4000 Euro20.000 Euro

Das laufende Jahr fließt anteilig mit ein: Hat man beispielsweise sechs Monate gearbeitet, erhält man ein Viertel des Bruttogehalts für das ganze Jahr.

  • Wenn man seine Abfindung berechnen möchte, ist man noch nicht fertig. Dieses Geld ist nicht steuerfrei, sondern gilt als einmalige Sonderzahlung. Diesbezüglich unterliegt es der Fünftelregelung. Um zu errechnen, wie viel von der Brutto-Abfindung bleibt, empfiehlt sich der Einsatz von einem Abfindungsrechner.

Wann werden Abfindungen in Arbeitsverhältnissen gezahlt?

Erhält man eine reguläre Kündigung, die sich an alle Fristen hält, hat man - so lange der eigene Vertrag nichts anderes sagt - keinen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung.

Anders ist es, wenn das Arbeitsverhältnis vorzeitig gelöst werden soll oder die Kündigung betriebsbedingt ausgesprochen wird.

Für den zweiten Fall gilt allerdings, dass eine entsprechende Aussage explizit in der Kündigung auftauchen muss.

Die Gerichte waren in dieser Frage in der Vergangenheit allerdings häufig auf der Seite der Arbeitnehmer. Einige Firmen hatten versucht, die finanzielle Entschädigung zu umgehen.

Die Gründe für Abfindungen noch einmal auf einen Blick:

  • wenn das Arbeitsverhältnis vorzeitig gelöst werden soll
  • wenn die Kündigung betriebsbedingt ausgesprochen wird

Allerdings ergab sich aus der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens, dass es sich fraglos um eine betriebsbedingte Kündigung handelte. In der Folge floss nach § 1a KschG eine finanzielle Entschädigung.

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