Die Abfindung ist eine einmalige Geldzahlung vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer. Von Arbeitgeberseite besteht keine Verpflichtung, eine Abfindung zu leisten. Jedoch ist sie für den Arbeitgeber die Möglichkeit, einen Arbeitsvertrag zu beenden, der beispielsweise noch nicht ausgelaufen ist. Wenn also seitens des Arbeitnehmers eigentlich kein Grund besteht, zu kündigen, ist die Abfindung eine Möglichkeit für den Arbeitgeber, sich in Gutem mit dem Arbeitnehmer zu einigen.

Für den ehemaligen Angestellten gilt es hier, genau auf das Angebot zu achten und zu berechnen, ob dieses passt. Es kann sein, dass das Unternehmen versucht, die Summe der Abfindung zu drücken.


Was ist eine Abfindung genau? - Eine Definition

Abfindung berechnen

Eine Abfindung ist eine zumeist finanzielle Leistung, die einmalig gewährt wird. Sie dient der Abtretung von Rechtsansprüchen.
Vereinfacht gesagt: Das Geld löst Verträge in beiderseitigem Einvernehmen auf.

Neben der Arbeitswelt werden Abfindungen vor allem in Erbfragen häufig gezahlt. Hier dienen sie dazu, dass eine Partei Vermögensansprüche z.B. an einem gemeinsam geerbten Haus aufgibt.

Wie kann man eine Abfindung berechnen?

Die Rechtslage, wenn man die Höhe seiner finanziellen Entschädigung für das Ende eines Arbeitsverhältnisses berechnen möchte, ist kompliziert.

Grundsätzlich gilt das Gebot der Vertragsfreiheit. Dies bedeutet, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer frei verhandeln können. In manchen Tarifverträgen und Sozialplänen ist allerdings definiert, welche Grundlagen für Abfindungen gelten.

  • Wenn man seine Abfindung berechnen möchte, ist man noch nicht fertig. Dieses Geld ist nicht steuerfrei, sondern gilt als einmalige Sonderzahlung. Diesbezüglich unterliegt es der Fünftelregelung. Um zu errechnen, wie viel von der Brutto-Abfindung bleibt, empfiehlt sich der Einsatz von einem Abfindungsrechner.

Beispiel für eine Abfindung

Es ist gesetzlich geregelt worden, wie man die Höhe der Abfindung mindestens berechnen kann: Für jedes Geschäftsjahr im Betrieb erhält man ein halbes Brutto-Monatsgehalt.

ArbeitszeitBruttogehaltAbfindung (nach der Faustregel)
10 Jahre4000 Euro20.000 Euro
5 Jahre2.500 Euro6.250 Euro

Das laufende Jahr fließt anteilig mit ein: Hat man beispielsweise sechs Monate gearbeitet, erhält man ein Viertel des Bruttogehalts für das ganze Jahr.

Abfindung - Häufige Fragen

Erhält man eine reguläre Kündigung, die sich an alle Fristen hält, hat man - so lange der eigene Vertrag nichts anderes sagt - keinen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung. Anders ist es, wenn das Arbeitsverhältnis vorzeitig gelöst werden soll oder die Kündigung betriebsbedingt ausgesprochen wird. Für den zweiten Fall gilt allerdings, dass eine entsprechende Aussage explizit in der Kündigung auftauchen muss. Die Gerichte waren in dieser Frage in der Vergangenheit allerdings häufig auf der Seite der Arbeitnehmer. Einige Firmen hatten versucht, die finanzielle Entschädigung zu umgehen.

Bei einem Auflösungsvertrag sollte darauf geachtet werden, dass ohne Auflösungsvertrag eine gesetzliche Kündigungsfrist gilt. Wenn der Arbeitgeber einen Auflösungsvertrag anbietet, kann es sein, dass er gewisse Bedingungen umgehen will. Es gibt dafür einen Vorteil: Sie können bei Wunsch eines solchen Aufhebungsvertrags eine Abfindung aushandeln.

Da es sich bei der Abfindung um eine Sonderzahlung nur bei bestimmten Beendigungen der Arbeitsverträge handelt, besteht normalerweise kein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung. Es kann aber sein, dass der Arbeitnehmer bei einer Kündigung klagt und danach entschieden wird, dass das Arbeitsverhältnis so belastet ist, dass der Arbeitnehmer nicht weiter in dem Unternehmen arbeiten sollte. Daraufhin kann es eine Abfindung gezahlt werden, um sich gütlich zu einigen.

Abfindung: Wichtige Fakten auf einen Blick

Eine Abfindung wird normalerweise gezahlt:

  • wenn das Arbeitsverhältnis vorzeitig gelöst werden soll
  • wenn die Kündigung betriebsbedingt ausgesprochen wird
  • in Absprache und nach Verhandlung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Eine Abfindung wird nicht gezahlt:

  • wenn ein Arbeitsvertrag nach befristetem Vertrag ausläuft
  • wenn die Kündigung durch Verschulden des Arbeitnehmers entsteht

Einzelnachweise und Quellen

Gesetze im Internet: Kündigungsschutzgesetz Abfindungsanspruch

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