Die personenbedingte Kündigung gehört zu den Kündigungsarten. Der Kündigungsgrund einer personenbedingten Kündigung liegt in der Person des Arbeitnehmers selbst. Eine personenbedingte Kündigung ist möglich, wenn der Arbeitnehmer seine vertraglich geschuldete Arbeitsleistung für eine gewisse Dauer nicht leisten kann.


Gründe für eine personenbedingte Kündigung

Das Abhandenkommen der Fähigkeiten oder der Leistung, welche für die Arbeitsleistung notwendig sind, können Gründe für eine personenbedingte Kündigung sein. Dabei gibt es Unterschiede zwischen objektiven und subjektiven Leistungsmängeln.

objektive Leistungsmängelsubjektive Leistungsmängel
Krankheitunüberwindbare Glaubenshindernisse
berufliche Zulassungerhebliche Lohnpfändungen bei Arbeitnehmern mit Vermögensbetreuungspflichten
Entzug der FahrerlaubnisMinderleistung (unangemessene Ausschöpfung der persönlichen Leistungsfähigkeit)
Straf- und Untersuchungshaftpolitische Gesinnung des Arbeitnehmers

Voraussetzungen der Wirksamkeit für eine personenbedingte Kündigung

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Eine personenbedingte Kündigung ist dann wirksam, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

  • eine negative Prognose
  • erhebliche Beeinträchtigung betrieblicher Interessen
  • Weiterbeschäftigung
  • Interessenabwägung

Krankheit als häufigster Grund für eine personenbedingte Kündigung

In der Praxis ist Krankheit der häufigste personenbedingte Kündigungsgrund. Bestimmte Voraussetzungen müssen vorliegen, damit die personenbedingte Kündigung wirksam werden kann. Die Negativprognose bei Kurzzeiterkrankungen hängt davon ab, ob durch vergangene krankheitsbedingte Fehltage auch auf zukünftige Fehltage geschlossen werden kann. Meistens ist das der Fall, wenn der Arbeitnehmer 15 bis 20 Prozent der jährlichen Arbeitstage fehlt.

  • Hat sich der Arbeitnehmer beispielsweise einen Fuß gebrochen, wird die Krankheit in Zukunft höchstwahrscheinlich vollständig ausheilen. Eine negative Prognose für die Zukunft ist dann nicht mehr gegeben. Anders sieht die Prognose allerdings bei chronischen Leiden aus, wie beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall.

Bei Langzeiterkrankungen kommt es ebenfalls auf die Zukunftsprognose für den Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Kündigung an. Ein Sachverständigengutachten eines Arztes kann über die Prognose Aufschluss geben. Wenn dem Arbeitnehmer eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit diagnostiziert wurde, liegt automatisch eine negative Prognose vor. Das ist der Fall, wenn der Arbeitnehmer seine vertraglichen Pflichten (zum Beispiel das Heben schwerer Paletten) aufgrund eines Bandscheibenvorfalls nicht mehr erfüllen kann.

Ist vorhersehbar, dass der Arbeitnehmer für einen längeren Zeitraum als sechs Wochen pro Jahr krankheitsbedingt abwesend sein wird und deswegen Entgeltfortzahlungen erhalten wird, liegt eine erhebliche Beeinträchtigung betrieblicher Interessen vor.

Bei der Interessenabwägung in Bezug einer personenbedingten Kündigung wegen Krankheit ist jedoch genau zu prüfen, ob der Arbeitgeber die erheblichen Beeinträchtigungen nicht doch noch hinzunehmen hat. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Arbeitnehmer aufgrund eines Betriebsunfalls erkrankt ist. Hat der Arbeitnehmer jahrelang keine Fehltage durch Krankheit aufgewiesen und ist er schon älter, kann es sein, dass das Unternehmen die Beeinträchtigungen betrieblicher Interessen hinnehmen muss.

Ebenso ist auch die Größe des Unternehmens zu beachten. Für einen großen Konzern ist es meistens eher hinnehmbar, den kranken Arbeitnehmer weiter zu beschäftigen als für ein kleines Unternehmen. Der Arbeitgeber muss zudem die Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements nachweisen. Außerdem muss der Arbeitgeber prüfen, ob in seinem Betrieb ein freier Arbeitsplatz besteht, welchen der Arbeitnehmer trotz seiner Krankheit ausführen kann.

Abfindung für eine personenbedingte Kündigung

Manche Arbeitgeber bieten den Arbeitnehmern bei der Entlassung eine Einmalzahlung an. Diese soll meistens über den Verlust des Arbeitsplatzes hinweghelfen. Das Angebot ist aber gar nicht so uneigennützig. Das Angebot dient zur Vermeidung eines teuren und langwierigen Rechtstreits. Die Bedingung des Arbeitgebers für eine Einmalzahlung ist keine Erhebung einer Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht.

Die Arbeitnehmer haben bei einer personenbedingten Kündigung keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung. Im Rahmen einer Kündigungsschutzklage kann allerdings die Wirksamkeit der Kündigungserklärung angefochten und eine Einmalzahlung wegen Entlassung herausgehandelt werden.


Einzelnachweise und Quellen

Bösking, Carolin: Die personenbedingte Kündigung wegen Krankheit »
Herms, Sascha: Die Kündigung -mit Arbeitshilfen online »
Muschiol, Thomas: Arbeitsrecht -mit Arbeitshilfen online: Praxiswissen für Unternehmen »
Schmeisser, Wilhelm / Krimphove, Dieter: Internationale Personalwirtschaft und Internationales Arbeitsrecht »
Fingerhut, Michael / Kroh, Gundo: Die täglichen Rechtsfragen im Unternehmen: ein Ratgeber für Kaufleute »


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