Als Minijob gilt umgangssprachlich ein Job mit einem monatlichen Gehalt von höchstens 450 Euro. Man nennt einen Minijob auch geringfügige Beschäftigung. Der Vorteil: Man zahlt als Arbeitnehmer keine Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Über 400 Euro werden allerdings Abgaben zur Rentenversicherung fällig.

Minijob Rechner

Wie viel Nettogehalt bekommt man denn nun mit einem Minijob, der über 400 Euro liegt? Über 400 Euro müssen Rentenversicherungsbeiträge geleistet werden. Diese lassen sich leicht ausrechnen.

  • Mit dem Minijob Rechner lässt sich sofort berechnen, welches Nettogehalt monatlich ausbezahlt wird.
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Minijob Nettogehalt berechnen

Das Minijob Nettogehalt wurde von ursprünglich 400 Euro auf 450 Euro angehoben, da diese Jobs inzwischen unter die Sozialversicherungspflicht fallen und besteuert werden. Folgende Abgaben sind an die Minijob-Zentrale zu entrichten:

  • Lohnsteuer in einer pauschalen Höhe von 2 Prozent
  • Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung
  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung
  • diverse Umlagen

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Allgemeines zum Minijob

  • Als Minijob gilt ein Job mit einer Verdienstobergrenze von 450 Euro.
  • Geringfügiges Beschäftigungsverhältnis ist die offizielle Bezeichnung.
  • Beim Minijob zahlt der Arbeitnehmer keine Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
  • Zwischen 400 - 450 Euro wird in die Rentenkasse eingezahlt.
  • Als Minijobber hat man Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlten Urlaub.
  • Die Kündigungsfrist von 4 Wochen zum Monatsende oder 15. des Monats gilt auch für Minijobber.

Beschäftigte im Minijob

Insgesamt gehen laut Beschäftigungsstatistik (2018) der Bundesagentur für Arbeit 7,9 Mio. Deutsche einer geringfügigen Beschäftigung nach.

Davon gehen:

  • 2,88 Mio. einer geringfügigen Beschäftigung im Nebenjob
  • und
  • 5,01 Mio. ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung
  • nach.

Wer zahlt die Krankenversicherung in einem Minijob?

Die wichtigste Regelungen zuerst: Wer weniger als 450 Euro oder genau diesen Betrag pro Monat netto verdient, muss die gesetzliche Krankenversicherung nicht selbst bezahlen. Wer stattdessen dafür aufkommen muss, hängt vom individuellen Fall ab:

Minijobber, die nur einer geringfügigen Beschäftigung bis 450 Euro nachgehen müssen sich eigenständig krankenversichern. Erst ab einem Verdienst über 450 Euro bezahlt der Arbeitgeber Krankenverischerungsbeiträge.

Ist ein Minijobber innerhalb einer Familienversicherung bei einer Krankenkasse versichert, deckt diese automatisch die Kosten ab. Das ist zum Beispiel häufig bei Studenten der Fall.

Sollte neben dem Minijob noch einer Hauptbeschäftigung nachgegangen werden, wird die Krankenverischerung über den Hauptjob abgedeckt.

Zwei weitere Szenarien sind zudem denkbar:

  1. Der Arbeitnehmer übt mehrere Minijobs gleichzeitig aus: Die Einkünfte werden addiert und der Versicherte muss selbst einen Teil der Kosten für die Krankenversicherung tragen.

  2. Der Arbeitnehmer geht zusätzlich zu seinem Hauptjob mehreren Minijobs nach: Auch hier werden die Einkünfte addiert und der Versicherte muss selbst einen Teil der Kosten für die Krankenversicherung tragen.

Urlaubsanspruch beim Minijob

Grundsätzlich unterscheidet sich der Urlaubsanspruch eines Minijobbers nicht von dem, den der Gesetzgeber im Arbeitsrecht festgehalten hat. Vier Wochen bzw. 24 Tage Erholungsurlaub stehen dem Arbeitnehmer demnach zu. Zu bedenken ist dabei jedoch: Der Gesetzgeber geht von einer sechs Tage Woche aus. Wird an weniger Tagen gearbeitet, muss der Anspruch umgerechnet werden.

Minijob Urlaubstage Rechner

Die Formel, um den eigenen Anspruch auf Erholungsurlaub im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung zu errechnen, lautet:

  • (Wöchentliche Arbeitstage x 24 'Erholungsurlaubsanspruch') / 6 'Grundlage der wöchentlichen Arbeitstage' = Urlaubsanspruch

Beispiel: Der Arbeitnehmer hat eine 5-Tage-Woche: (5 wöchentliche Arbeitstage x 24) = 120 / 6 = 20

Ein Minijobber, der an fünf Tagen in der Woche arbeitet, hat folglich einen Anspruch auf 20 Tage Erholungsurlaub.

Beschäftigt ein Arbeitgeber nicht nur Minijobber, sondern auch reguläre Kräfte und erhöht diesen den Urlaubsanspruch, so gilt die Erhöhung eins zu eins auch für die Minijobber. Die Art des Beschäftigungsverhältnisses spielt keine Rolle. Im Umkehrschluss gilt deshalb auch: Erhöht der Arbeitgeber den Minijobbern den Erholungsurlaub, so muss im gleichen Maße den regulär Beschäftigten mehr Urlaub zustehen.

Auch hier gilt, was im Arbeitsrecht vorgeschrieben ist. Die Gehaltszahlungen werden fortgesetzt, ganz so, als wäre der Minijobber vor Ort und würde arbeiten. Der Verdienst darf nicht gekürzt werden, muss aber auch nicht zusätzlich erhöht werden. Anders als beim Anspruch auf die Anzahl der Urlaubstage gilt das Gebot der Vertragsfreiheit: Möchte der Arbeitgeber seinen regulären Kräften oder den Minijobbern zusätzliches Urlaubsgeld bezahlen, erwächst darauf im Umkehrschluss nicht die Pflicht, dies auch für die jeweils anderen zu tun.

400 Euro Job zu 450 Euro Job

Kündigungsfrist beim Minijob

Der Kündigungsfrist gilt für Minijobber wie bei einem normalen Arbeitnehmer. Das heißt, dass der Arbeitgeber die vier Wochen bis zum 15. im Monat oder zum Monatsende Kündigungsfrist einzuhalten hat. Umgekehrt gilt diese Kündigungsfrist auch für den Minijobber selbst. Zudem gelten die identischen Arbeitsschutz-Bestimmungen.

Minijob und Arbeitslosengeld

Auch bei einem Bezug von Arbeitslosengeld II kann ein Minijob angetreten werden. Ein Minijob kann gerade für Hartz-IV-Empfänger eine gute Möglichkeit sein, die Haushaltskasse aufzubessern. Wichtig: Die Tätigkeit und das entstehende Einkommen müssen vor Aufnahme, spätestens aber am ersten Arbeitstag, dem zuständigen Jobcenter oder Arbeitsamt gemeldet werden. Dadurch wird sichergestellt, dass niemand ungerechtfertigte Leistungen erhält.

Folgende Minijob Freibeträgefür Hartz 4 gestalten sich auf Grundlage von §11b Sozialgesetzbuch II:

  • Der Grundfreibetrag beträgt 100 Euro pro Monat.
  • Bei einem Bruttoeinkommen zwischen 101 und 1000 Euro werden 80 Prozent der Leistungen angerechnet.
  • Bei einer Bezahlung zwischen 1001 und 1200 Euro werden 90 Prozent auf die Leistungen angerechnet.
  • Höhere Beiträge werden komplett auf das ALG II angerechnet.

Minijob und Sozialverischerung

Welche Kosten durch Sozialversicherungen entstehen dem Arbeitgeber?

Das zahlt der ArbeitgeberHöhe der Abgabe in Prozent
Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung13 Prozent (Privathaushalt als Arbeitgeber: 5 Prozent) – Ist der Minijobber privat versichert, entfällt dieser Posten
Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung15 Prozent (Privathaushalt als Arbeitgeber: 5 Prozent) – Der Minijobber muss zusätzlich 3,7 Prozent zuschießen
Umlage U1 (Aufwendungsersatz für den Krankheitsfall)0,9 Prozent
Umlage U2 (Aufwendungsersatz für Mutterschaft oder etwaige Beschäftigungsverbote)0,3 Prozent
Umlage U3 (Insolvenzgeld)0,09 Prozent (entfällt für Privathaushalte)
UnfallversicherungIndividuell (1,6 Prozent für Privathaushalte)

Minijob Jobbörse

Einen Minijob findet man in einer Jobbörse. Minijobs eignen sich gut als Nebenverdienst, da sie unter die Bezeichnung geringfügige Beschäftigungen, für die es bestimmte Sonderregeln bei den Beiträgen zur Sozialversicherung gibt, fallen. Minijobber dürfen bis maximal 450 Euro pro Monat verdienen - wenn sie von den Vorteilen profitieren wollen. Man spricht deshalb auch von 450 Euro Jobs, wenn man die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse meint.

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Aktualisiert am 16.10.2019 von

Einzelnachweise und Quellen


  1. Bundesagentur für Arbeit: Aktuelle Zahlen Minijobber
  2. Deutsche Rentenversicherung: Minijob - Midijob
  3. Gesetze im Internet: Geringfügige Beschäftigung
  4. Gesetze im Internet: Teilzeit- und Befristungsgesetz - TzBfG
  5. Gesetze im Internet: Nichtberücksichtigung von Einkommen und Vermögen beim Arbeitslosengeld II/Sozialgeld
  6. Minijob-Zentrale: Abgaben für gewerbliche 450-Euro Minijobs
  7. Minijob-Zentrale: Abgaben für 450-Euro Minijobs im Privathaushalt
  8. Hartz4 hilft: Hartz IV und Minijob

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