Minijob - Nebenverdienst bis 450 Euro

Aktualisiert am 10.01.2022 15:06 von Melanie Vahland

Steuerfrei im Minojob bis zu 450 Euro im Monat dazuverdienen?

Als Minijob gilt umgangssprachlich ein Job mit einem monatlichen Gehalt von höchstens 450 Euro. Man nennt einen Minijob auch geringfügige Beschäftigung.

Der Vorteil: Man zahlt als Arbeitnehmer keine Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Über 400 Euro werden allerdings Abgaben zur Rentenversicherung fällig.

Nettolohn im Minijob berechnen

Bei einem Minijob von über 400 Euro müssen Rentenversicherungsbeiträge geleistet werden. Mit dem Minijob Rechner lässt sich berechnen, welches Nettogehalt nach Abzug dieser Beiträge monatlich ausbezahlt wird.

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Minijob Nettogehalt berechnen

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Sozialversicherungspflicht im Minijob

Das Minijob Nettogehalt wurde von ursprünglich 400 Euro auf 450 Euro angehoben, da diese Jobs inzwischen unter die Sozialversicherungspflicht fallen und besteuert werden. Folgende Abgaben sind an die Minijob-Zentrale zu entrichten:

Wer bis zu 450 Euro pro Monat netto verdient, muss die gesetzliche Krankenversicherung nicht selbst bezahlen. Wer stattdessen dafür aufkommen muss, hängt vom individuellen Fall ab.

Wer zahlt die Sozialversicherung?

Der Minijobber geht nur der geringfügigen Beschäftigung nach

Minijobber, die nur einer geringfügigen Beschäftigung bis 450 Euro nachgehen, müssen sich eigenständig krankenversichern. Erst ab einem Verdienst über 450 Euro bezahlt der Arbeitgeber Krankenverischerungsbeiträge.

Der Minijobber ist über eine Familienversicherung mitversichert

Ist ein Minijobber innerhalb einer Familienversicherung bei einer Krankenkasse versichert, deckt diese automatisch die Kosten ab. Das ist zum Beispiel häufig bei Studenten der Fall.

Der Minijobber geht zusätzlich einer Hauptbeschäftigung nach

Sollte neben dem Minijob noch einer Hauptbeschäftigung nachgegangen werden, wird die Krankenverischerung über den Hauptjob abgedeckt.

Der Minijobber übt mehrere Minijobs gleichzeitig aus

Die Einkünfte aus mehreren Minijobs werden addiert und der Versicherte muss selbst einen Teil der Kosten für die Krankenversicherung tragen. Das gilt auch, wenn der Minijobber zusätzlich zu den mehreren Nebenjobs einer Hauptbeschäftigung nachgeht.

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Sozialabgaben durch den Arbeitgeber

Die Kosten der Sozialversicherungen im Minijob werden zum großen Teil vom Arbeitgeber übernommen. Der Arbeitgeber zahlt dabei unter anderem folgendes:

Gesetzliche Krankenversicherung

In der Regel: 13 Prozent
Privathaushalt als Arbeitgeber: 5 Prozent
Ist der Minijobber privat versichert, entfällt dieser Posten

Gesetzliche Rentenversicherung

In der Regel: 15 Prozent
Privathaushalt als Arbeitgeber: 5 Prozent
Der Minijobber muss zusätzlich 3,7 Prozent zuschießen

Unfallversicherung

Individuelle Höhe
Privathaushalt als Arbeitgeber: 1,6 Prozent für Privathaushalte

Umlage U1

Aufwendungsersatz für den Krankheitsfall
In der Regel: 0,9 Prozent

Umlage U2

Aufwendungsersatz für Mutterschaft oder etwaige Beschäftigungsverbote
In der Regel: 0,3 Prozent

Umlage U3

Insolvenzgeld
In der Regel: 0,09 Prozent
entfällt für Privathaushalte

Minijob und Arbeitslosengeld

Auch bei einem Bezug von Arbeitslosengeld II kann ein Minijob angetreten werden. Ein Minijob kann gerade für Hartz-IV-Empfänger eine gute Möglichkeit sein, die Haushaltskasse aufzubessern.

Die Tätigkeit und das entstehende Einkommen müssen vor Aufnahme, spätestens aber am ersten Arbeitstag, dem zuständigen Jobcenter oder Arbeitsamt gemeldet werden.

Die Minijob Freibeträge für Hartz 4 werden auf Grundlage von §11b Sozialgesetzbuch II geregelt. Der Grundfreibetrag beträgt 100 Euro pro Monat. Bei einem Bruttoeinkommen zwischen 101 und 1.000 Euro werden 80 Prozent der Leistungen angerechnet.

Bei einer Bezahlung zwischen 1.001 und 1.200 Euro werden 90 Prozent auf die Leistungen angerechnet. Höhere Beiträge werden komplett auf das ALG II angerechnet.

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Urlaubsanspruch beim Minijob

Bei einer sechs Tage Woche stehen einem Arbeitnehmer vier Wochen bzw. 24 Tage Erholungsurlaub im Jahr zu. Wird im Rahmen des Minijobs an weniger Tagen gearbeitet, muss der Anspruch umgerechnet werden. Dazu kann unser Urlaubstagerechner genutzt werden:

Erhöhung der Urlaubstage

Beschäftigt ein Arbeitgeber nicht nur Minijobber, sondern auch reguläre Kräfte und erhöht diesen den Urlaubsanspruch, so gilt die Erhöhung eins zu eins auch für die Minijobber. Die Art des Beschäftigungsverhältnisses spielt keine Rolle.

Im Umkehrschluss gilt deshalb auch: Erhöht der Arbeitgeber den Minijobbern den Erholungsurlaub, so muss im gleichen Maße den regulär Beschäftigten mehr Urlaub zustehen.

Urlaubsgeld

Die Gehaltszahlungen werden während des Urlaubs fortgesetzt, als wäre der Minijobber vor Ort und würde arbeiten. Der Verdienst darf nicht gekürzt werden, muss aber auch nicht zusätzlich erhöht werden.

Anders als beim Anspruch auf die Anzahl der Urlaubstage gilt beim Urlaubsgeld das Gebot der Vertragsfreiheit: Möchte der Arbeitgeber seinen regulären Kräften oder den Minijobbern zusätzliches Urlaubsgeld bezahlen, erwächst darauf im Umkehrschluss nicht die Pflicht, dies auch für die jeweils anderen zu tun.

Häufige Fragen zum Thema Minijob

Wie viele Minijobber gibt es in Deutschland?

Insgesamt gehen laut Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit 7,2 Mio. Deutsche einer geringfügigen Beschäftigung nach.

  • 3,1 Mio. gehen einer geringfügigen Beschäftigung im Nebenjob nach.
  • 4,1 Mio. gehen ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nach.

Welche Kündigungsfrist gilt bei einem Minijob?

Die Kündigungsfrist gilt für Minijobber wie bei einem Vollzeit-Arbeitnehmer. Das heißt, dass der Arbeitgeber die vier Wochen bis zum 15. im Monat oder zum Monatsende Kündigungsfrist einzuhalten hat.

Umgekehrt gilt diese Kündigungsfrist auch für den Minijobber selbst. Zudem gelten die identischen Arbeitsschutz-Bestimmungen.

Wie hoch ist der Mindestlohn im Minijob?

Wer einen Minijob ausübt, hat Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn von 9,60 Euro die Stunde. Minijobber dürfen pro Monat höchstens 450 Euro verdienen.

Deshalb reduziert sich ihre maximale Arbeitszeit entsprechend, wenn ihr Stundenlohn steigt.

Was ist der Unterschied zwischen Minijob und Midijob?

Die beiden Beschäftigungsformen Minijob und Midijob unterscheiden sich in Bezug auf die Verdienstgrenzen. Im Minijob verdient der Beschäftigte monatlich nicht mehr als 450 Euro.

Sobald der Verdienst darüber liegt, nämlich zwischen 450,01 € und 850 €, spricht man von einem Midijob.

Wie hoch ist das Krankengeld im Minijob?

Minijobber/innen haben keinen Anspruch auf Krankengeld. Erst wenn sie einen Minijob neben einer Haupttätigkeit ausüben, erhalten sie auf die Hauptbeschäftigung einen Krankengeld-Anspruch.

In der Regel entspricht das Krankengeld 70% bis höchstens 90% des letzten Bruttoarbeitsentgelts der Hauptbeschäftigung.

Einzelnachweise und Quellen


  1. Bundesagentur für Arbeit: Aktuelle Eckwerte
  2. Gesetze im Internet: Geringfügige Beschäftigung
  3. Gesetze im Internet: Nichtberücksichtigung von Einkommen und Vermögen beim Arbeitslosengeld II/Sozialgeld
  4. Minijob-Zentrale: Abgaben für gewerbliche 450-Euro Minijobs
  5. Minijob-Zentrale: Abgaben für 450-Euro Minijobs im Privathaushalt

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