Die Sozialversicherung

Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung – alle drei sind Zweige der Sozialversicherung. Obwohl das Grundgerüst der sozialen Sicherheit in Deutschland, setzten sich nur wenige Verbraucher mit der Sozialversicherung auseinander.

  • Was umfasst die Sozialversicherung genau?
  • Wie wird die Absicherung finanziert?
  • Und wer hat überhaupt Anspruch auf deren Leistungen?

Inzwischen selbstverständlich wurde die Absicherung von Beschäftigten lange auf ein Minimum reduziert.

Die Sozialversicherung – eine lange Geschichte

Bis ins 19.Jahrhundert war Schutz gegen Krankheit, Unfälle und Armut im Alter nur rudimentär ausgeprägt. Mit zunehmender Industrialisierung wuchsen die Probleme durch eine wachsende Industriearbeiterschicht. Durch die Einführung der Sozialversicherung Ende des 19. Jahrhunderts entstand eine soziale Grundsicherung.

In den 1880er Jahren schuf Deutschland mit der:

ein System aus Versicherungen, dank derer Arbeiter soziale Sicherheit genossen.

Im 20.Jahrhundert wurde die Sozialversicherung um zwei weitere Zweige – die Arbeitslosen- und Pflegeversicherung – ergänzt.

Sozialversicherung – die einzelnen Zweige der Versicherung

Insgesamt besteht die soziale Absicherung in Deutschland aus fünf eigenständigen Zweigen. Deren Finanzierung erfolgt im Wesentlichen über Beitragseinnahmen.

Bis auf die Unfallversicherung, welche als Versicherung allein durch die Arbeitgeber zu finanzieren ist, teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beitragslast.

  • Krankenversicherung: Die Krankenversicherung – entstanden 1883 – ist der älteste Zweig im Netz der sozialen Versicherung und deckt das Krankheitskostenrisiko. Aufgrund des ursprünglich eingeschränkten Zugangs haben sich im Lauf der Zeit zwei Systeme – die gesetzliche und private Krankenversicherung - entwickelt. In der GKV sind die meisten Beschäftigten Pflichtmitglieder, der Beitragssatz liegt aktuell bei 14,6 Prozent (ermäßigt 14,0 Prozent). Der Arbeitnehmer trägt zusätzlich zu den 7,3% den zusätzlichen Beitragssatz seiner Krankenkasse allein, im bundesweiten Durchschnitt sind dies 1,1 Prozent.
  • Rentenversicherung: 1889 entstand die Rentenversicherung. Deren Aufgabe ist die finanzielle Absicherung der Versicherten nach dem Ausscheiden aus ihrem Erwerbsleben. Getragen durch Beiträge, erwirbt jeder Versicherte durch Einzahlungen Rentenansprüche. Aktuell liegt der Beitragssatz bei 18,7 Prozent.
  • Unfallversicherung: Durch die Unfallkassen wird das Risiko eines Arbeits- oder Wegeunfalls und von Berufskrankheiten gedeckt. Dabei übernimmt die Versicherung nicht nur Reha- und Wiedereingliederungsmaßnahmen. Unfallrenten oder die Übernahme von Behandlungskosten gehören genauso zu den Aufgaben dieser Versicherung.
  • Arbeitslosenversicherung: Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich hier nicht um eine reine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Als Teil der Sozialversicherung fällt der Arbeitslosenversicherung die Arbeitsförderung zu. Dazu gehören Beratungstätigkeiten, die Vermittlung von Weiterbildungsmaßnahmen usw.
  • Pflegeversicherung: Mit Einführung der Pflegeversicherung hat der Gesetzgeber den wachsenden Pflegebedarf in der Gesellschaft aufgegriffen. Krankheiten oder psychische Leiden ziehen für immer mehr Bürger die Notwendigkeit fremder Hilfe für den Alltag nach sich. Die Pflegekassen sollen diesen Bedarf durch Geld und Sachleistungen decken.

Beitragsberechnung in der Sozialversicherung

Mitglieder der sozialen Versicherung zahlen Prämien, die anhand des Bruttoeinkommens errechnet werden.

Der Arbeitgeber führt die Sozialabgaben direkt an die Einzugstelle ab, der Arbeitnehmer erhält nur den gekürzten (Netto)Lohn ausgezahlt.

Abseits der bundeseinheitlich gleichen Beitragsbemessung ergeben sich in der Pflege- und Krankenversicherung Besonderheiten. Seitens der Krankenkassen kann ein kassenindividueller Zusatzbeitrag erhoben werden.

In der Pflegeversicherung tragen Arbeitnehmer in Sachsen einen höheren Anteil, da der Freistaat auf den Wegfall des Buß- und Bettags verzichtet hat.

Krankenversicherung14,6 Prozent/14,0 Prozent ermäßigt
Rentenversicherung18,7 Prozent
Pflegeversicherung2,35 Prozent/ 0,25 Prozent Zuschlag Kinderlose
Arbeitslosenversicherung3,0 Prozent
UnfallversicherungUmlageverfahren (Unternehmen)

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