Die wichtigsten Fakten

  • Ein 450 Euro Job ist eine geringfügig entlohnte Beschäftigung.
  • Das regelmäßige Arbeitsentgelt übersteigt 450 Euro im Monat nicht.
  • Die wöchentliche Arbeitszeit und die Häufigkeit des Einsatzes spielen keine Rolle.
  • Der Minijobber muss weder in die Kranken-, Arbeits- oder Pflegeversicherung einzahlen.
  • Es besteht Rentenversicherungspflicht, von der sich der Arbeitnehmer aber befreien lassen kann.
  • 450 Euro Jobber haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit und bezahlten Urlaub.

Was ist ein 450 Euro Job?

Ein 450 Euro Job (bis Ende 2012 400 Euro Job) ist eine Unterform des Minijobs und somit eine geringfügig entlohnte Beschäftigung. Das Besondere am 450 Euro Job: Der Minijobber verdient bei dieser Beschäftigungsart regelmäßig nicht mehr als 450 Euro im Monat. Die Anzahl der wöchentlichen Arbeitsstunden und die Häufigkeit des Einsatzes hingegen sind nicht auf einen Maximalwert festgelegt. Durch diese Regelung grenzt sich der 450 Euro Job deutlich vom kurzfristigen Minijob ab. Hier darf die Einsatzdauer drei Monate in einem Kalenderjahr oder insgesamt 70 Arbeitstage nicht überschreiten. Wie viel der Arbeitnehmer in dieser Zeit verdient, ist jedoch egal.

Ist ein 450 Euro Job sozialversicherungspflichtig?

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung auf 450 Euro Basis ist in der Kranken- sowie Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei. Auch hinsichtlich der Pflegeversicherung besteht keine Versicherungspflicht. Wichtig ist jedoch: Seit dem 1. Januar 2013 gilt für Minijobber die Rentenversicherungspflicht. Der 450 Euro Jobber zahlt dadurch automatisch 3,7 Prozent seines Gehalts (13,7 Prozent bei geringfügig entlohnten Beschäftigten in Privathaushalten) in die Rentenkasse ein. Im Gegenzug erhält der Arbeitnehmer vollen Anspruch auf die Leistungen und Vorteile der Rentenversicherung.

Doch der Eigenanteil muss nicht zwingend gezahlt werden. Minijobber haben die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Übt ein Arbeitnehmer mehr als einen 450 Euro Job aus, gilt der Antrag auf Befreiung für alle geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnisse.

  • Wer in Erwägung zieht, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen, sollte sich vorab ausführlich und individuell zu den rentenrechtlichen Folgen beraten lassen. Das Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung ist kostenlos unter
    der 0800 10004800 zu erreichen.

 

PDF-Formular Befreiung Rentenversicherungspflicht

Minijob 450 Euro Job

Muss ein 450 Euro Job in der Steuererklärung angegeben werden?

Sämtliche Steuern für einen 450 Euro Job werden bereits im Laufe des Jahres gezahlt. Die geringfügig entlohnte Beschäftigung erhöht folglich nicht die Summe des zu versteuernden Einkommens. Angaben zum Minijob muss der Arbeitnehmer bei der Einkommenssteuererklärung daher nicht machen.

Welche Abgaben muss der Arbeitgeber leisten?

Der Minijobber selbst hat so gut wie keine Abgaben. Doch wie sieht es beim Arbeitgeber aus? Wird ein 450 Euro Jobber beschäftigt, muss der Arbeitgeber Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung leisten. Hinzukommen Pauschalsteuern und Umlagen als Ausgleich für Aufwendungen bei Krankheit oder Schwangerschaft bzw. Mutterschaft sowie für den Fall einer Insolvenz. Für einen 450 Euro Job im gewerblichen Bereich gliedern sich die Abgaben wie folgt:

Das zahlt der ArbeitgeberHöhe der Abgabe in Prozent
Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung13 Prozent (Privathaushalt als Arbeitgeber: 5 Prozent) – Ist der Minijobber privat versichert, entfällt dieser Posten
Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung15 Prozent (Privathaushalt als Arbeitgeber: 5 Prozent) – Der Minijobber muss zusätzlich 3,7 Prozent zuschießen
Umlage U1 (Aufwendungsersatz für den Krankheitsfall)0,9 Prozent
Umlage U2 (Aufwendungsersatz für Mutterschaft oder etwaige Beschäftigungsverbote)0,3 Prozent
Umlage U3 (Insolvenzgeld)0,09 Prozent (entfällt für Privathaushalte)
UnfallversicherungIndividuell (1,6 Prozent für Privathaushalte)

Mehr als ein 450 Euro Job – ist das möglich?

Hat ein Minijobber keine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung, kann er mehreren 450 Euro Jobs gleichzeitig nachgehen. Wichtig dabei ist jedoch, dass das monatliche Gesamteinkommen aus allen geringfügig entlohnten Beschäftigungen die 450 Euro Grenze nicht übersteigt. Sofern dies doch passiert, sind alle Jobs versicherungspflichtig.

  • Julia S. hat seit zwei Jahren einen Minijob als Verkäuferin, in dem sie monatlich 300 Euro verdient. Zusätzlich geht sie seit einem halben Jahr einem zweiten 450 Euro Job nach, bei dem sie monatlich 150 Euro erhält. Nun möchte sie gerne einen weiteren Minijob im Friseursalon ihrer Mutter annehmen. Dort würden ihr jeden Monat 200 Euro ausgezahlt. Nimmt Julia nun diesen weiteren Job an, liegt ihr monatliches Gesamteinkommen aus allen drei Beschäftigungen über der 450 Euro Grenze. In diesem Fall werden alle Jobs versicherungspflichtig.
450 Euro Job

450 Euro Job als Nebenjob – was gibt es zu beachten?

Übt ein Arbeitnehmer bereits eine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung aus, ist es zwar möglich, dass er zusätzlich einer 450 Euro Job nachgeht, jedoch muss dabei einiges beachtet werden. So sollte jeder Nebenerwerb mit dem Arbeitgeber vor Aufnahme abgesprochen werden. Grundsätzlich dürfen Arbeitnehmer eine nebenberufliche Tätigkeit ausüben, allerdings sollte diese die Hauptbeschäftigung nicht beinträchtigen.

Des Weiteren ist zu beachten, dass neben dem eigentlichen Beruf nur ein Minijob auf 450 Euro Basis angenommen werden kann. Ist der Arbeitnehmer zusätzlich in mehr als einer geringfügig entlohnten Beschäftigung tätig, werden die Einkünfte aus allen 450 Euro Jobs und die der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet. Die Nebentätigkeiten sind dann keine Minijobs mehr und es greift mit Ausnahme der Arbeitslosenversicherung die Sozialversicherungspflicht.

  • Ben F. ist seit vielen Jahren sozialversicherungspflichtig als Reiseverkehrskaufmann tätig und verdient monatlich 2100 Euro brutto. Vor wenigen Monaten hat er zusätzlich eine Stelle als Reiseführer in seiner Heimatstadt angenommen. Die Beschäftigung übt er auf 450 Euro Basis aus, da er monatlich 200 Euro damit verdient. Nun möchte Ben einer weiteren Nebentätigkeit als Texter für Reiseführer nachgehen. Hier würde er monatlich 150 Euro erhalten. Nimmt Ben nun diesen weiteren Job an, greift nicht mehr die 450 Euro Regelung. Die Einkünfte der Nebentätigkeiten werden mit dem Einkommen aus Bens Hauptberuf zusammengerechnet und unterliegen der Sozialversicherungspflicht.

Arbeitslosengeld plus 450 Euro Job – was ist erlaubt?

Wer plötzlich von Arbeitslosengeld (ALG I) leben muss, weiß, dass das Haushalten mit diesem geringeren Einkommen nicht leicht ist. Die Lösung: ein Minijob, der die Haushaltskasse aufbessert. Doch ist es überhaupt möglich, bei Bezug von ALG I einer Nebentätigkeit nachzugehen? Ja, auf jeden Fall! Es müssen jedoch einige Punkte berücksichtigt werden:

  • Es dürfen maximal 14 Stunden und 59 Minuten pro Woche in dem Minijob gearbeitet werden. Wer 15 Stunden und mehr tätig ist, gilt nicht mehr als arbeitslos.
  • Die Nebentätigkeit sollte der Agentur für Arbeit so früh wie möglich gemeldet werden, spätestens aber am ersten Tag der Aufnahme des Jobs.
  • Das Nettoeinkommen aus dem Minijob darf die Freibetragsgrenze von 165 Euro nicht überschreiten.
  • Die eigentliche Arbeitssuche darf durch den Nebenwerber nicht vernachlässigt werden.

Das lohnt sich: Hartz IV mit 450 Euro Job aufstocken

Und auch, wer ALG II (Hartz IV) bezieht, sollte über eine Nebentätigkeit nachdenken. Bis zu einem Freibetrag von 100 Euro können Minijobber ihr ALG II ohne Abschläge aufstocken. Beträgt das monatliche Nebenjob-Einkommen – wie im Fall eines 450 Euro Jobs – zudem weniger als 1000 Euro, bleiben zusätzlich zum Freibetrag weitere 20 Prozent des Bruttolohnes unbeachtet.

  • Lena K. verdient bei ihrem Minijob genau 450 Euro. Da sie ALG II bezieht, steht ihr der Freibetrag von 100 Euro abschlagsfrei zu. Es verbleiben 350 Euro, von denen weitere 20 Prozent (70 Euro) nicht angerechnet werden. Lena hat folglich am Ende des Monats mit Nebenjob 170 Euro mehr zur Verfügung als ohne.

Vor- und Nachteile eines 450 Euro Jobs

VorteileNachteile
zusätzliches Einkommenweniger Freizeit und zusätzliche Belastung
mehr Praxiserfahrungen (evtl. in einem anderen Bereich als bei der Hauptbeschäftigung)nicht sozialversichert (Minijobber zahlt nicht in die Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ein; in die Rentenversicherung kann eingezahlt werden)
keine Angabepflicht in der Steuererklärungkein Minijob mehr, sobald Verdienstgrenze von 450 Euro überschritten wird
Aufstockung von ALG I und ALG IIArbeitgeber der Hautpbeschäftigung muss Nebenerwerb zustimmen
Vorteile 450 Euro Job
Nachteile 450 Euro Job

Einzelnachweise


  1. Bundesagentur für Arbeit: Aktuelle Zahlen Minijobber
  2. Minijob-Zentrale: Richtlinien für die versicherungsrechtliche Beurteilung von geringfügigen Beschäftigungen (Geringfügigkeits-Richtlinien)
  3. Minijob-Zentrale: Unterscheidung 450 Euro und kurzfristig
  4. Minijob-Zentrale: Mehrere 450-Euro Minijobs
  5. Agentur für Arbeit Duisburg: Nebenjob trotz Arbeitslosengeld I – was ist erlaubt?
  6. Agentur für Arbeit Jena: Warum sich schon Nebenjobs während des Alg II-Bezugs lohnen
  7. Minijob-Zentrale: Abgaben für 450-Euro-Minijobs im gewerblichen Bereich
  8. Minijob-Zentrale: Abgaben für 450-Euro Minijobs im Privathaushalt

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