Die wichtigsten Fakten

  • Der Alleinerziehendenentlastungsbetrag liegt im Jahr 2017 bei 1.908 Euro.
  • Ab dem zweiten Kind erhöht sich der Steuerfreibetrag um 240 Euro.
  • Er ist nur in der Steuerklasse 2 vorgesehen.

Alleinerziehendenentlastungsbetrag

Alleinerziehendenentlastungsbetrag - Das muss man wissen

Wer vom Entlastungsbetrag profitieren will, muss gewisse Bedingungen erfüllen. Dazu gehört:

  • mindestens 1 Kind wird im Haushalt betreut
  • für das Kind besteht ein Anspruch auf Kindergeld oder
  • für das Kind besteht ein Anspruch auf den Kinderfreibetrag
  • keine gemeinsame Haushaltsführung mit anderen Erwachsenen.

Zentraler Dreh- und Angelpunkt beim Alleinerziehendenentlastungsbetrag ist die Tatsache, dass steuerpflichtige Personen Kinder allein erziehen müssen.

Erfüllt wird die Bedingung, wenn:

  • kein Anspruch auf das Splitting-Verfahren besteht
  • keine Haushaltsgemeinschaft mit anderen volljährigen Personen besteht.

Letztgenannter Punkt ist in gewisser Weise verwirrend, da volljähriger Kinder heute nach wie vor oft über Jahre im Haushalt der Eltern verbleiben. Der Gesetzgeber würdigt diese Tatsache unter anderem dadurch, dass der Anspruch auf Kindergeld/Kinderfreibetrag für den volljährigen Nachwuchs den Alleinerziehendenentlastungsbetrag fortbestehen lässt.

Der Alleinerziehendenentlastungsbetrag ist im deutschen Steuerrecht noch recht neu. Ausschlaggebend für dessen Einführung war das Haushaltsbegleitgesetz 2004 (HBeglG 2004), mit welchem der bis dato geltende Haushaltsfreibetrag für Alleinerziehende durch den Alleinerziehendenentlastungsbetrag ersetzt wurde.

Das HBeglG 2004 hat § 24b EStG geschaffen, welche die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Betrag regelt.

 

Häufig gestellte Fragen

Viele Freibeträge aus dem Steuerrecht werden bei der Steuererklärung automatisch berücksichtigt – ohne einen Antrag stellen zu müssen. Für den Alleinerziehendenentlastungsbetrag sieht die Situation anders aus.

Im Rahmen einer Trennung oder bei der Geburt des Kindes wird Betroffenen der Entlastungsbetrag nicht automatisch anerkannt. Vielmehr müssen Steuerpflichtige hier selbst aktiv werden – in Form eines Antrags. Dieser ist gegenüber dem zuständigen Finanzamt zu stellen. Das entsprechenden Formular - der sogenannte Antrag auf Lohnsteuerermäßigung - kann direkt hier online abgerufen werden:

Ausführlicher Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung

Zu beachten ist an dieser Stelle, dass hier kein Antrag auf den erhöhten Entlastungsbeitrag eingetragen werden kann. Hierzu müssen Betroffene eine separate Erklärung einreichen.

Der Alleinerziehendenentlastungsbetrag dient in erster Linie dazu, Müttern und Vätern, die ihre Kinder allein betreuen, finanziell unter die Arme zu greifen. Geltend gemacht werden kann dieser Vorteil spätestens im Rahmen der Steuererklärung. Allerdings besteht die Chance – über Lohnsteuerklasse 2 – bereits innerhalb des Steuerjahres davon zu profitieren. Alleinerziehende sollten die Chance nutzen und ihr steuerrelevantes Einkommen reduzieren. Schließlich kostet ein Kind – wie beispielsweise das Statistische Bundesamt herausgefunden hat – jeden Monat mehrere hundert Euro.

Einzelnachweise


  1. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz
  2. Statistisches Bundesamt: Konsumausgaben von Familien für Kinder

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